Die Russische Kirche zu Leipzig

Eigentlich die St.-Alexi-Gedächtniskirche zur Russischen Ehre wurde zum Gedächtnis an die russischen Gefallenen der Völkerschlacht 1813 bei Leipzig errichtet. (PS: Wie man unschwer erkennen kann, sind die Bilder noch aus dem letzten Sommer.)

Mehr Bilder zu Leipzig findet Ihr hier.

Es gibt sie noch… (2)

Unmerklich ist die Dämmerung, die blaue Stunde in die Dunkelheit übergegangen. Aber es ist nicht dunkel. Der Schnee glitzert im Mondschein, die Bäume werfen weiche Schatten, entfernt leuchten die Lichter am Weg und in unserem Dorf.
Der Himmel über der Stadt ist hell, gelblich gefärbt…
„…im Scheinwerferlicht ihr junges Lächeln strahlt…“
Sie sieht heute wirklich wieder gut aus. Und bei diesem eigenartig schönen Licht bieten die dunklen Silhouetten der winterlich kahlen Bäume eine fantastische Kulisse für die Bilder.
Merkwürdig, mit einem Mal ist alles, was zur „normalen“ menschlichen Umgebung gehört – Hektik, Unrast, die permanenten und übermäßig lauten Geräusche – abgefallen, verschwunden. Nur die Ruhe ist hier, das Knirschen des Schnees und dieses traumhafte Licht…
Undurchschaubares Zeitgeschehen, Gier nach noch mehr Geld, Streben nach Luxus oder Macht oder Ruhm? Bleibt alles außen vor, das gehört nicht hierher.
Besser sein als Andere – reicher, erfolgreicher, klüger, größer, stärker? Was für ein Unsinn.
Rekorde erzielen, Zeiten toppen, die eigenen Grenzen überschreiten, noch weiter, noch höher, noch schneller? Muss jetzt nicht sein…
Dieses Licht schirmt behutsam den ganzen Unrat da draußen ab.
Was jetzt wirklich zählt, sind diese Momente in der wirklichen Welt.
Das ist die Gegenwart.
Es gibt sie noch…

„Ich nehm sie heut gerne mit zu mir nach Haus…“ Nein – das nun doch besser nicht.
„Ich muss sie wiedersehn, ich glaub sie hat’s geschafft.“

Es gibt sie noch… (1)

Die Vorfreude auf eine kleine schöne Fototour nimmt zu.
Am Horizont versinkt kugelrund und knallrot die Abendsonne und zaubert noch einmal warme Lichter in die blauer werdende Frostluft.
Kann man Frost außer an den Phänomenen, die er hervorrufen kann, sehen? Spüren auf jeden Fall – Temperaturen etwas unter 0°C fühlen sich für mich ganz anders an als nur wenige Grad mehr
Und sehen? Ich bilde mir ein, frostige Luft ist – auf jeden Fall blau – und wirkt meist leicht dunstig. Physikalisch erläutern kann ich das nicht, muss auch nicht sein, es geht vielmehr um das Gefühl oder die Stimmung, welches diese Farben erzeugen. Und da bedarf es im Moment keiner wissenschaftlichen Erklärung…

Der Mond scheint hell am heutigen Abend.
Ich habe wieder die (meine 🙂 ) einzeln stehende Eiche aufgesucht und umkreise sie mit Fotoapparat und Stativ. Die Zeilen vom genialen Kraftwerk-Hit „Das Model“ gehen mir durch den Kopf, „Sie ist ein Model und sie sieht gut aus…“

 

Seewinter – Wintersee

Wolkenloser Himmel, grandioser Sonnenuntergang, klare, kalte Luft…
Dass Nachtfotografie mit einem recht großen Zeitaufwand verbunden ist,  wurde schon früher erwähnt. Aber dieser Aufwand ist gut investiert. Abgesehen vom gelegentlichen Auf-den-Fernauslöser-Tippen hat man viel Gelegenheit, sich an der näheren Umgebung zu erfreuen.
Mit dem Rad – Vorsicht, die Straßen sind stellenweise reifglatt – ist es kein Problem, den See noch zu Beginn der Dämmerung rechtzeitig zu erreichen. Das letzte Tageslicht hält lange genug an, um eine geeignete Stelle zu finden, die die schönsten Ausblicke verspricht.
Eine kleine Bucht, ein geschwungenes Ufer, reifbedecktes Laub und gefrierendes Wasser, dazu ein wenig Schilf und einige Bäume… Der Zauber der Blauen Stunde lässt sich mit diesen Zutaten wunderbar genießen und ablichten.
Einige Zeit später glitzern die ersten Sterne am Himmel, die Lichter der nahen Dörfer werden auf den Aufnahmen vermutlich wieder für den entsprechenden Kontrast zum tiefblauen Himmel sorgen.
Aber das Schönste ist dann doch das Stehen, Schauen und einfach nur Genießen dieser ganz besonderen Atmosphäre eines Winterabends.
Und wenn bis jetzt noch keine Winterstimmung aufgekommen ist, dann empfindet man diese spätestens in diesen beschaulichen und ruhigen Momenten.
(… auch wenn unmittelbar hinter mir der Verkehr auf der A14 tost. Aber das hört man ja auf den Bildern nicht.)