Keine Weinkenner…

Mal ganz ehrlich (und unter uns) gesagt – wir sind gar keine Weinkenner. 😉
Aber das hindert uns nicht, wieder einmal mehr mit dem Zug nach Naumburg zu reisen, an diesem wunderbar goldenen Oktobertag zunächst an der Naumburger Wein- und Sekt-Manufaktur unter alten Bäumen am Saaleufer ein erstes Glas Wein zu genießen und dann durch den Blütengrund am Fluß entlang hinauf in die Weinberge zu steigen.
So stolpern wir auch mehr oder weniger unverhofft auf das Grundstück des „Präsidentenbergs“.
Der Eigentümer, Herr Brüning begrüßt uns sehr herzlich und innerhalb von Minuten erhalten wir von ihm in launige und schnurrige Anekdoten verpackt eine Menge Informationen und Wissen über die Umgebung und die Regionalgeschichte. Sogar der Urgroßvater vom ehemaligen Bundeskanzler Schröder hat hier Spuren hinterlassen.  Und nach den Schilderungen scheint es für uns auch nicht mehr ausgeschlossen, dass sich hier oben Goethe und Napoleon eines schönen Frühlingstages zum Angrillen trafen.
Nichtsdestrotz, wir sind fasziniert vom Wissen unseres Gastgebers.
Die Frau Brüning, welche uns alsbald an unserem lauschigen Plätzchen im Grünen ihren selbst angebauten und bei Schulpforta gekelterten Wein kredenzt, enttarnt uns natürlich augenblicklich als Laien und „Hochstapler“ – ja, wir geben es zu, wir haben keine Ahnung vom Wein 🙂
Ihrer Anschauung, dass das gut ist, was schmeckt, können wir jedoch nur zustimmen – ganz ohne Fachsimpelei und Wissenschaft.
Natürlich spielt dazu auch die Umgebung, die Stimmung, die ganze Atmosphäre des Augenblicks eine entscheidende Rolle. Heute ist es der Rote, der ungemein zusagt, morgen kann es ein Weißer sein….
Und hier oben, mit Blick über die teilweise schon sehr alten Weinreben, deren Blätter nun langsam gelb werden, aufs sonnenüberflutete Saaletal schmeckt einfach jeder Wein, der uns angeboten wird.
So verbringen wir eine sehr schöne unterhaltsame Zeit an diesem idyllischen Fleckchen Erde, das Entschleunigen, welches die Familie Brüning bei ihren Gästen anstrebt, setzt fast augenblicklich ein…
So fällt der Abschied dann sogar ein wenig schwer, aber wir wollen ja noch weiter, an der Unstrut entlang  bis in schöne kleine Freyburg.
Das Städtchen ist dann nicht mehr weit – und im Restaurant unterhalb des herzoglichen Weinbergs ist auch ein Bier nicht zu verachten 🙂
Das war mal wieder ein schöner Tag.

 

18 Kommentare

  1. Himmelblau sagt:

    Eine tolle Gegend…Schöne Eindrücke! Hat Ähnlichkeit mit Radebeul. Falls du da noch nicht fotografisch unterwegs warst, dann nichts wie hin…wird dir gefallen! Liebe Grüße.

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    1. DIe Ecke kennst Du doch sicher auch… Das ist doch von Euch aus nur ein Katzensprung. Radebeul und das Elbetal kenne ich ganz gut vom Radeln aus früheren Jahren. Wie oft sind wir da schon entlang gefahren und es war immer wieder schön. Nur die Fotoausrüstung hatte ich da noch nicht… In dem Sinne müsste man es (inkl. Moritzburg – velleicht mal in der Blauen Stunde oder im Winter) dringend nachholen 🙂

      PS: Insel-Bücherei – ich beantworte Deinen Kommentar mal hier, das ist einfacher 😉 Ich habe es ja schon beschrieben – Insel-Bücher sind etwas ganz Einzigartiges – und das Sammeln macht süchtig. Leider ist der Link zum Katalog, den Du nennst, aus rechtlichen Gründen, wie mir der Inhaber der Seite schrieb, gesperrt. Schade…
      Aber es ist immer wieder schön, zu lesen, wie viele Liebhaber solcher Schmuckstückchen es gibt 🙂

      LG Lutz

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  2. Andrea sagt:

    Wunderschönes Herbstgold hast du uns da mitgebracht. Solche Bekenntnisse übers Weinkennen finde ich erfrischend – weiter so!

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    1. Danke Dir. Der Wein schmeckt ja trotzdem – auch wenn man die Feinheiten nicht am Gaumen spürt 😉

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  3. Ewald Sindt sagt:

    Schöne Bilder und ein launiger Bericht. 😊
    Wir sind absolute Weinkenner, unser Credo: Schmeckt oder schmeckt nicht! 😂😂😂
    Lieben Gruß
    Ewald

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    1. Bin eher für schmeckt 🙂 Hier gab es auch einen trockenen fruchtigen Roten. Der schmeckte richtig gut. Das konnte sogar ich als Laie feststellen 😉

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      1. Ewald Sindt sagt:

        Wir bestellen unsere Weine bei Rolf Willy, die sind bezahlbar und schmecken. Kannst ja mal googeln. Preisliste bekommst du auf Nachfrage per Anruf oder Mail.
        http://www.rolf-willy.de/
        Lieben Gruß
        Ewald

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        1. Danke, ich schau mir das mal an.
          LG Lutz

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  4. Die Weingegenden haben schon ein besonderen Reiz. Kenne sie ein wenig von Rhein und Mosel. Auch wir hier in Baden Württemberg sind eine Weingegend. Ahnung habe ich wirklich auch keine da ich nie Wein trinke. Habe also keinen Bezug dazu aber wie gesagt die Landschaften sind schon wirklich toll !

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    1. Im Frühjahr gibt es hier eine herrliche Obstbaumblüte, im Herbst lohnt sich eine Wanderung durch die Weinhänge mit gelegentlicher Einkehr… Ähnelt schon ein wenig der Rheingegend. Nur nicht ganz so warm und ausgdehnt. Aber schön 🙂

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  5. Das ist eine schöne Gegend und den Wein hätte ich auch gerne probiert
    LG Andrea

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    1. Die Saale-Unstrut fließt hier durch eine Art von Kalkbergen oder Hügeln. Das lässt eine ganz eigene Vegetation hier entstehen und auch der Wein scheint diese sonnigen Hänge hier zu lieben.
      LG Lutz

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  6. ellen sagt:

    😍Wunderbare Gegend, wäre mir auch sehr recht, heute den weißen und schon morgen den roten Wein zu kosten- hauptsache er schmeckt mir m.
    LG
    Ellen

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    1. Genau. Hauptsache, er schmeckt. Wobei ich eher einen trockenen Roten bevorzuge 🙂 Von der Wartburg ist das übrigens gar nicht mal so weit weg 😉

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      1. ellen sagt:

        Pschscht 😃😊

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  7. puzzleblume sagt:

    Sehr schöne Bilder von einer überraschend lieblichen Region.

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    1. Vielen lieben Dank. Diese Gegend ist gerade im Frühling oder Herbst zu empfehlen. 🙂

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