Von Bäumen und Sternen

Hier drinnen ist es schön warm, aber draußen verziehen sich die Wolken dieses regnerischen Tages und geben zunehmend einen schönen schwarzen sternglänzenden Himmel frei.

Das lockt, auch wenn es wieder einmal Überwindung kostet, jetzt noch einmal ins kalte Dunkel da draußen hinaus zu gehen.

Die andere Alternative wäre der übliche (krampfig auf unüblich getrimmte) Sonntagabend-„Tatort“. Muss man eigentlich nicht haben.

Ok – Entscheidung ist gefallen, Kamera, das lichtstarke Irix-15-mm ist dran, Stativ, Fernauslöser, Ersatzakku, mehr braucht man jetzt nicht.

Stirnlampe – ja, die zur Sicherheit noch, es ist ja jetzt stockfinster.

Die letzten Siedlungshäuser liegen hinter mir, die Kleingartenanlage liegt in tiefster Finsternis, nur ein Kleintransporter der mit voll aufgeblendeten Scheinwerfern davor steht, irritiert mich. Gehört der Mann hier dazu oder räumt der die Lauben aus?

Im Westen schimmert es noch etwas heller von der untergegangenen Sonne, schöne farbige Wolken stehen dort über Leipzig, von Osten her wird es nun Nacht.

Über mir Kassiopeia, die Andromeda wird nachher hoffentlich auf den Bildern wieder deutlich zu erkennen sein, im Norden der Große Wagen… Einfach schön.

Dann überfliegt uns die ISS, unverkennbar zieht sie schnurgerade ihre leuchtende Bahn gen Südosten.

An den alten Bäumen, meinen „Models“ ist es noch finsterer, so dass nur der akute Wassereinbruch in den Schuhen (war das nicht Goretex innen? Na – jetzt ist es zu spät) daraus schließen lässt, dass ich gerade in irgendeiner Pfütze auf der Wiese stehe.

Aber bei dieser Stimmung und Atmosphäre unter diesem gewaltigen Sternenhimmel spielt das jetzt gar keine Rolle.

Wie gemalt strecken die knorrigen Baumruinen ihre dürren Äste in den Himmel, wo sanft die Milchstrasse schimmert. Leichte Wolken aus West verleihen dem Ganzen noch mehr Räumlichkeit und Tiefe. Und ab und zu ist einfach nur Dastehen, Schauen und Staunen angebracht.

Wie klein ist der Mensch angesichts dieser Größe und Weite.

 

Die Temperatur ist mittlerweile auf 5°C gefallen, die nassen Füße werden kalt. Einige Aufnahmen sind nun auch im Kasten, bin gespannt darauf.

Auf dem Rückweg ist sogar noch eine kleine Sternschnuppe zu sehen, was wünscht man sich jetzt auf die Schnelle? Vielleicht, dass sich solche Momente rasch wiederholen mögen?

Und dann wird es doch noch ein wenig unheimlich, denn von Nordwest nach Südost zieht plötzlich eine kleine leuchtende Kugel mit Feuerschweif, ähnlich einer Silvesterrakete über den Himmel und verglüht. (ganz so groß wie hier war sie nicht, aber sah ähnlich aus)

Nicht vorzustellen, was geschieht, wenn dieser Eindringling in die Erdatmosphäre etwas größer gewesen wäre – da kommt sofort Tscheljabinsk 2013 oder Tunguska 1908 in Erinnerung.

18 Kommentare

  1. Follygirl sagt:

    WOW… klasse!
    LG, Petra

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  2. natuurfreak sagt:

    i love looking into the sky full of stars

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  3. Mein technisches Verständnis ist nicht gut genug für Nachtfotografie, deshalb genieße ich Deine wunderbaren Nachhimmel immer sehr. Vielen Dank dafür.

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    1. Vielen Dank für Deine liebe Anmerkung – technisch ist das gar nicht so schlimm. Ein paar Grundregeln sollte man beachten, der Rest ist Experimentieren 🙂

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      1. …vielleicht muss ich mich mal dranwagen…

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        1. Auf jeden Fall. Es lohnt sich. 🙂

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  4. Sehr schöne Fotos und ein toller Bericht dazu. Bin echt begeistert 👍

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    1. Vielen Dank. Manchmal muss man auch ein wenig dazu schreiben, wie die Bilder entstanden sind. 🙂

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  5. Fantastisch! Ich bin begeistert von der Milchstraße
    LG Andrea

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    1. Es ist schon toll, wenn es so dunkel ist, dass man die sogar mit bloßem Auge erkennen kann. Das ist ein herrliches Erlebnis.
      LG Lutz

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  6. Echt, das ist die ISS? Wusste gar nicht, dass man die sehen kann, hätte gedacht, dass sie dazu viel zu klein ist…

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    1. Die sieht etwas größer und heller als ein Satellit aus und zieht ganz gleichmäßig ihre Bahn. 🙂

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      1. Wieder was gelernt – dankeschön!

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  7. Linsenfutter sagt:

    Klasse Fotos und dann noch die ISS gesehen. Mehr geht nicht.

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