Panoramatour in der Sächsischen Schweiz

„Friederike“ hat ihre Spuren hinterlassen. Und es wird Wochen und Monate schlimmstenfalls dauern, ehe die Menschen die Schäden und Gefahren in den Wäldern beseitigt haben werden. Auch um die Sächsische Schweiz machte der Sturm keinen Bogen und somit sind die Wälder für Wanderer zum großen Teil aus Sicherheitsgründen noch gesperrt.
Aus diesem Grund haben wir für diesen Tag also eine Route gewählt, die kaum Wald berührt.
Nach Bad Schandau bringt uns die Bahnhofsfähre hinüber, sie hat bei dem recht hohen Wasserstand und der starken Strömung der Elbe ganz schön zu kämpfen. Aber so ersparen wir uns fast drei Kilometer Umweg über die Brücke.
Bad Schandau ist rasch durchquert, dann geht es steil aufwärts über Treppen und Leitern zum Schloßberg hinauf. Nach Minuten schon kann man den Blick über die Dächer der Stadt und das Elbetal zum Lilienstein hinüber genießen.
Bis Altendorf schlängelt sich nun der Panoramaweg allmählich aufwärts. Am Schillerdenkmal lässt sich ein interessanter Blick über das Kirnitzschtal hinüber zu den Schrammsteinen genießen, von den weiten Wiesen etwas weiter oben öffnet sich (trotz grauer Wolken) ein umfassendes und schönes Panorama, welches von der Basteiregion über die Bärensteine, den Lilienstein, die Tafelberge Pfaffenstein, Gohrisch und Papststein, den Hohen Schneeberg in Böhmen drüben, die Zschirnsteine und dann die Schrammsteine reicht.
Weit und breit ist lange keine Menschenseele zu sehen, dieser Weg ist trotz seiner Aussicht doch etwas abgelegen.
Einkehr ist dann in Altendorf zu einem guten Essen im „Heiteren Blick“. Lutz Protze, der leider viel zu früh verstorbene sächsische Achttausender-Bergsteiger hat es sich, so sieht man es auf dem Foto an der Wand, nicht nehmen lassen, den hauseigenen Kräuterschnaps bis an den Wetern Cwm-Gletscher oberhalb des Everest-Base-Camps zu schleppen.
Der Adamsberg (302 m) am Ortsrand ist heute unser Tages-Gipfel. Kein Höhensturm weht hier, dafür gibt es aber hereinziehende Schneeschauerwolken, die drüben am Unger ihre Last abladen.
Der Holzfäller, den wir hier treffen, gibt Entwarnung, der Weg hinunter ins Sebnitztal wurde vom Sturm verschont, keine Gefahr, den können wir gehen.
Am Bahnhof Goßdorf-Kohlmühle, die langsam verrottende Fabrik wäre ein gutes Ziel für Lost-Places-Fotograf(inn)en, erreichen wir den Talgrund, danach laufen wir am rauschenden Flüsschen talabwärts bis Porschdorf, ehe es dort wieder etwas steiler aufwärts in Richtung Walthersdorf geht. Drüben auf der Höhe grüßen die Häuser am Brand – auch hier ist das Panorama über die halbe Sächsische Schweiz einfach nur schön.
Der Pfad durch ein kleines Bachtal bietet noch einmal eine Art kleines schlammiges Abenteuer, ehe Walthersdorf erreicht wird. Von dort ist der Weg am Gamrig vorbei nicht mehr weit. Nimmt man den Wanderweg statt der Straße, kann man auch von den Wiesen oberhalb von Rathen noch einmal im letzten Tageslicht das eindrucksvolle Panorama des Felsenkessels um Bastei, Wehlgrund und Gansfelsen erleben.
Dann ist man auch schon am Ziel.

Die Lichter von Rathen leuchten schon und ein wenig ist es nach solch einer Tour wie Nach-Hause-Kommen.

Schön war es…

Und hier findet Ihr die Route

 

 

 

9 Kommentare

  1. natuurfreak sagt:

    excellent photo’s

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    1. Thank you 🙂

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  2. Ewald Sindt sagt:

    Danke für das mitnehmen auf diese schöne Tour… 😊
    Lieben Gruß, Ewald

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    1. gern geschehen 🙂

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  3. Himmelblau sagt:

    Wow…eine tolle Tour…werde ich mir merken. Sachsen ist so schön…merke ich immer wieder. Und seit heute ahnt man auch hier den Frühling…

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    1. Die Route liegt abseits der viel begangenen Wege. Das macht die Tour sehr angenehm.
      Und die Ausblicke aus einer etwas ungewohnten Perspektive sind fantastisch. 🙂

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  4. puzzleblume sagt:

    Schön auch in diesem melancholischen Dunkel über der Landschaft.

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    1. Der Tag war schon sehr trübe. Etwas mehr Licht hätte uns wesentlich besser gefallen 😉

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      1. puzzleblume sagt:

        Du hast trotzdem das Beste daraus gemacht. Für mich wirken Fotos von solchen Wetter- und Lichtbedingungen oft erlebnishafter. Wahrscheinlich eine gefühlte Interpretationssache.

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