Dem gibt es nichts hinzuzufügen

Zitat aus der Zeit Online vom 15.04.2020
(https://www.zeit.de/2020/17/exit-strategien-coronavirus-lockdown-lockerungen-massnahmen-kontaktverbot)

„Wir fällen Bäume, töten Tiere oder karren sie eingepfercht auf den Markt. Wir zerrütten Ökosysteme und schütteln Viren aus ihren natürlichen Wirten. Wenn das passiert, brauchen die Viren einen neuen Wirt. Oft sind es dann wir“, schrieb der Bestsellerautor und Wissenschaftsjournalist David Quammen im Januar in der New York Times. Ähnlich warnte der Expertenrat des Club of Rome in einem offenen Brief an die Regierungschefs der Welt: „Viele Krankheitserreger sind noch unentdeckt, sodass die uns bekannten Krankheiten nur die Spitze des Eisbergs darstellen.“ Covid-19 wird nicht die letzte neue Infektionskrankheit sein, im Gegenteil: Der Klimawandel und die Vernichtung natürlicher Lebensräume werden solche Ereignisse häufiger und bedrohlicher auftreten lassen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Klima-, Umwelt- und Artenschutz schützen auch uns Menschen – vor neuen Krankheitserregern.

11 Kommentare

  1. Himmel Blau sagt:

    Man sollte korrekterweise bei dem Begriff „Keim“ zwischen Viren und Bakterien unterscheiden. Bei Viren handelt es sich um infektiöse Partikel, sie sind auf eine Wirtszelle angewiesen und ohne diese auch nicht fähig, sich zu verbreiten oder gar zu überleben. Auf Oberflächen halten sie sich kaum länger als 7 Tage. Dass man so ein Virus dann nach Jahrhunderten wieder ausbuddelt, ist eher unwahrscheinlich 😉
    Herzliche Grüße.

    Liken

  2. Himmel Blau sagt:

    Lieber Lutz, keine Frage, wir Menschen haben eine große Verantwortung für diesen Planeten. Umweltschutz und Schutz der Artenvielfalt halte ich dabei auch für extrem wichtig. Anstatt also ständig über das allgemeine Thema „Klima“ zu reden und freitags zum „Schuleschwänzen“ aufzurufen, sollten wir mit unseren Kindern lieber konkret Dinge ansprechen, die für den Umweltschutz sinnvoll sind…und zwar ganz praktischer Art. Dazu gehört z. B., dass man seine heimische Pflanzen-und Tierwelt kennt, damit man überhaupt weiß, was man schützen will. Ich vermute mal, das ist bei unserer Jugend noch ausbaubar ;-).
    Bitte mal recherchieren, aus welchen Mitgliedern sich der Club of Rome zusammensetzt und wer ihn ursprünglich gegründet hat.Das könnte bei dieser Diskussion hier unter Umständen erhellend sein ;-). Liebe Grüße.

    Gefällt 1 Person

    1. Bis auf düstere und vom heutigen Stand aus sicher auch widerlegbare Zukunftsprognosen sehe ich da wenig Verwerfliches 😊 So lange man sich nicht anmaßt, im Besitz der alleinigen umfassenden Wahrheit zu sein 😉 Aber wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass wir zwei Dürrejahre hintereinander, das dritte scheint gerade zu beginnen, in D erleben würden oder vor drei Wochen, dass wir in unserer so wunderbar globalisierten wissensreichen Gesellschaft jemals noch eine derartige Pandemie aushalten müssen… Letztendlich wissen wir extrem wenig, auch die Warner sind zu wenig und zu leise und solche bildhaften Visionen machen aufmerksam und ehrlich gesagt, kann auch ein wenig Panik nicht schaden, wenn es dazu verhilft, dass sich manch Einer dann etwas anders, d.h. nachdenklicher und bewusster verhält. Von wem auch immer das ausgeht…. Philosoph, Journalist oder Wissenschaftler. ..

      Liken

  3. puzzleblume sagt:

    Der Text ist bemerkenswert.
    Ich empfehle jedem, sich lesend mit dem Thema Klimaschutz im Zusammenhang mit den Permafrostböden zu beschäftigen.
    Es ist nicht nur das Methan, das aus dem durch Auftauen in Verwesung übergehenden organischen Material aufsteigt und Explosionen und Waldbrände verursacht.
    Tatsächlich gibt es in den auftauenden grossen Flächen immernoch erstaunlich gut erhaltene Überreste, die Krankheitskeime beinhalten. Diese werden durch Wildtiere jeglicher Art als Nahrung aufgenommen und weitergetragen. Sind sie auf der Flucht vor Feuer, sogar noch sehr viel weiter.
    Auf diese Weise gelangen sie in Regionen, in denen sie von Menschen gejagt und verzehrt werden. China bis zu 20 % in der Permafrost-Zone.
    Über den „wet market“ von Wuhan ist bekannt geworden, und er ist nur ein Beispiel, dass dort sowohl tote als auch lebendige Tiere verkauft wurden, die nicht nur aus der Umgebung stammen, sondern auch von weither herangeschafft wurden, auch international.
    Elfenbein wird übrigens gegenwärtig aus fossilen Mammutfunden gewonnen, es ist gewerblicher Alltag, dass Menschen sich der Gefahr aussetzen.

    Man muss nicht originär ein Umweltschützer sein, um aus solchen Möglichkeiten unfassbar grosse Bedrohung herauszuinterpretieren, nicht nur für die Gesundheit der heute lebendenNatur, sondern über diesen Umweg auch für Wirtschaft und Politik, wie wir sie kennen.
    Die gefährlichen Zonen finden sich in Grönland mit 99 % , Alaska zu 80 %, Russland zu 50 % und Kanada zu 40 bis 50 % , aber auch als verstreute, weitere, kleinere Flecken auf der Landkarte, wie die abtauenden Gebirgsregion der Alpen in Europa, die Anden ind Südamerika.
    Zudem sind da bisher noch auf knapp 50.000 km2 gletscherfreien Flächen in der Antarktis und, nicht zu vergessen, auch submarine Permafrost-Flächen unter den Meeresspiegeln, die vor Jahrmillionen ganz normal zutage lagen und ebenfalls beachtliche organische Überreste beinhalten können.

    Es geht beim Klimaschutz also inzwischen nicht mehr um idealistische Spinner, sondern um etwas unfassbar Grösseres, als Menschen willens sind, sich vorzustellen. Aber es muss sein, man muss das wollen.
    Die momentane Corvid-19-Massnahmen sind nämlich nichts anderes als ein Vorgeschmack auf die Zukunft, in der weitere Wellen „vergessener“ oder noch unbekannter Krankheiten um die Welt ziehen werden. Leider ist es zu spät für die grammatische Form des Konditional, und die Zukunft ist bereits Gegenwart.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich denke auch, es liegt immer noch in unserer Verantwortung (selbst wenn Vieles nicht mehr umkehrbar ist), wie sich diese Zukunft gestalten wird. Und wenn es nur kleine Dinge sind, die man bewahrt oder aufhält. Und vielleicht spielen gerade einmal diese Dinge in Zukunft eine entscheidende Rolle.

      Gefällt 1 Person

      1. puzzleblume sagt:

        Das sehe ich auch so.
        Inzwischen habe ich aus meinem Kommentar einen ganzen Beitrag für einen Blog gestrickt, da ist noch etwas mehr dazu gekommen.

        Gefällt 1 Person

  4. Himmelblau sagt:

    Lieber Lutz, Viren gab es weit vor der Menschheitsgeschichte und wird es vermutlich auch noch geben, wenn die Menschheit längst ausgestorben ist. Und es gab schon immer „gefährlichere“ und „weniger gefährliche“ Viren und auch das wird sich in Zukunft nicht ändern. Mit dem Naturschutz und Klima hat das primär nichts zu tun. Mich ärgern solche unwissenschaftlichen Ergüsse von Journalisten, sie führen letztendlich nur dazu, dass Panik geschürt wird. Es gibt sehr viel sinnvollerer Gründe, warum man sich für Umweltschutz (!) einsetzen sollte.
    Liebe Grüße.

    Liken

    1. Ich stimme Dir zu, dass es Viren schon (vermutlich) immer gab. Und es gab mit Sicherheit auch viel gefährlichere Exemplare. Und auch die Menschen sind in der Vergangenheit schon von schlimmeren Pandemien heimgesucht worden, als die Ökosysteme noch besser funktionierten. Und die Viren werden auch in Zukunft da sein. Daran zweifelt ja auch Keiner.
      Aber ich denke auch, dass diese Überlegung hier nicht ganz an den Haaren herbeigezogen ist, denn mit der Geschwindigkeit, mit der der Mensch nahezu alle Lebensräume auf der Erde okkupiert, erhöht sich meiner Meinung nach extrem das Risiko, dass sich Viren andere Wege zum Existieren suchen. Und wenn eben überall der Mensch und nicht mehr viel anderes ist, dann wird halt der als Wirt benutzt… In diesem Sinne finde ich diese Aussage (sicher nicht umfassend, wissenschaftlich oder komplex genug) eben auch nicht falsch.

      Gefällt 2 Personen

      1. Himmelblau sagt:

        Zunächst einmal gibt es Viren, die Pflanzen befallen und Viren, die bevorzugt Tiere und bevorzugt Menschen befallen. Kommt es zur Ausrottung von Arten, werden andere Arten die Oberhand gewinnen. Setzt man Katzen auf einsamen Inseln aus, dann besteht die Gefahr, dass bestimmte Tierarten ausgerottet werden, weil sie keine Chance auf Verteidigung haben, die Katzen vermehren sich. Es verändert sich also nicht unbedingt die Anzahl der Tiere, sondern nur die Anzahl der Arten (weil Tiere, die von den Katzen ausgerottet wurden, nun andere Tiere nicht mehr fressen, die sich nun vermehren können…Stichpunkt Nahrungskette). Aus meiner Sicht werden also in absehbarer Zeit genug Tiere oder Menschen zur Verfügung stehen, damit sich Viren verbreiten können (es sei denn, wir erleben eine atomare Katastrophe, einen Meteoriteneinschlag oder ein anderes schwerwiegendes Naturereignis). Viren sind extrem anpassungsfähig, sie werden sich immer wieder wandeln, um einen Wirt zu finden…im Tier- und im Pflanzenreich. Allein Fledermäuse, häufige Überträger von Krankheitserregern, gibt es jetzt seit über 50 Mio. Jahren mit über 1000 verschiedenen Arten. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese Tiere in den nächsten 5 Jahren ausgerottet werden.

        Wir müssen die Umwelt schützen, wir müssen die Artenvielfalt schützen. Unbedingt! Aber aus anderen Gründen.
        Mal ganz ehrlich. Wieviele Leute kommen eigentlich auf die Idee, Brückenbauern zu erzählen, wie sie ihre Brücken bauen, es sei denn, sie sind vom Fach? Es ist wirklich unerträglich, wieviele selbsternannte Virenspezialisten und selbsternannte Corona-Spezialisten in den (Print- und Online-)Medien uns jetzt erklären wollen, wie man mit Covid-19 umgeht, welche Ursachen es für Corona gibt und welche Folgen es hat. Wir glauben heutzutage lieber Naturphilosophen als (unabhängigen!!!) Wissenschaftlern, die sich mit der Materie auskennen. Das ist absurd. Herr David Quammen verbreitet Panik und unwissenschaftliche und unbewiesene Thesen. Klar sind uns Krankheitserreger noch nicht bekannt, die uns in 10 Jahren beschäftigen werden … weil es sie schlicht noch nicht gibt, die Mutation hat noch nicht stattgefunden.

        Sei mir nicht böse. Ich bin vom Fach 😉
        Liebe Grüße.

        Gefällt 1 Person

        1. Ja, in dieser fachlichen Hinsicht kann ich nix groß entgegnen 😉
          Und bei dem, was Du schreibst, gebe ich Dr in Vielem Recht. Und es ist etwas dran, dass die Menschen in Krisenzeiten stark dazu neigen, eher (auch selbsternannten) Weisen und Gurus Gehör zu schenken und zu glauben, als der Wissenschaft zu vertrauen.
          Trotzdem gebe ich dem Herrn Quammen und auch den Damen und Herrn vom Club of Rome Recht, wenn die meinen, dass, wenn wir so weiter machen, wie bisher, keine 100 Jahre mehr auf die nächste Pandemie zu warten brauchen.
          Ein großer Teil der Verantwortung liegt auch bei uns als Menschen.

          Liken

Kommentare sind geschlossen.