Nachfeierabend-Runde

Endlich mal kein Schnee, grandiose 13°C Lufttemperatur, das ist selten in diesem Frühjahr.

Und am Freitag nach Feierabend – ja, da gibt es doch schöne Erinnerungen an ausgedehnte Radrunden . könnte man glatt den Nach-Hause-Weg entsprechend ausdehnen.

Gedacht – getan, Blase mit 1,5 l Wasser in den Rucksack, Rucksack auf den Rücken und los…

Durch den Auwald an der Elster entlang südwärts zunächst zum heute recht bevölkerten Radweg am Cospudener See, dann Querung hinüber zum Markkleeberger See und nach dem Blick auf die Uhr und kurzem Entschluss nicht auf dem Hochufer entlang sondern in die entgegengesetzte Richtung, südlich um den See herum, denn der Störmthaler See mit seinem blaugrünen Wasser bei diesem Wetter lockt.

Der Weg an der Schleuse im Verbindungskanal zwischen den beiden Seen ist gesperrt, Baustelle – in den letzten Tagen war in der Lokalpresse zu lesen, dass Messungen ergeben hatten, dass das Gelände instabil sei und schlimmstenfalls ein Abrutschen in der Schleusenumgebung eine Flutwelle in Richtung Stadt auslösen könnte. Das klang dramatisch, ist es vermutlich auch, denn was sich in den Gesteinsschichten rund um die schnell gefluteten tiefen Tagebaulöcher mit tatsächlich abspielt, weiß kein Mensch. Vorstellbar wäre es schon, dass in den quer angeschnittenen Böden Wasser in instabile Schichten gepresst und unkontrollierbare Rutschungen auslösen könnte. Hoffen wir, dass man die Situation beherrscht.

Wegen der Baustelle gibt es auch eine unwesentliche Umleitung, doch dann endlich rollt es entsprechend gut bei ruppigem Südwest-Gegenwind am Seeufer entlang.

Ein angenehmes Gefühl ist das, auf den Spuren früherer Touren entlang zu fahren, da kommen tatsächlich Erinnerungen an die Intensiv-Radfahr-Jahre hoch, damals gehörte diese Gegend zum Standard-Trainingstouren-Revier, in dem man auch gern mal mit Freunden unterwegs war.

Kurz vor Espenhain beginnt der große Rückenwind-Genuss, auf dem Tacho steht häufig die 3 an erster Stelle, so schön fährt es sich jetzt durch die schmucken Dörfer. Vor der Wende war das hier eine der dreckigsten Gegenden, Mölbis, Espenhain, Dreiskau-Muckern waren Inbegriff der Umweltsünden bei der Braunkohleförderung, heute erkennt man die idyllische Landschaft nicht wieder.

Auf der Höhe oberhalb von Köhra bietet sich der erwartet schöne Blick über die weite Senke, die unser Flüsschen durchfließt, kurz darauf taucht der Radelnde Uhu in den großen Wald um Naunhof ein, den er erst kurz vor dem Heimatdörfchen wieder verlassen wird.

Reichlich 75 Kilometer sind es am Ende, gut, der Körper reagiert noch etwas befremdet auf die Anstrengung, es ist noch ein weiter Weg bis zur Gewöhnung und Steigerung. Aber es ist ein Anfang und die 1,5 Liter Trinkwasser sind getrunken und haben erfolgreich dazu beigetragen, frühere Fehler in Bezug auf Dehydrierung zu vermeiden.

Die langen Tage dieser Saison liegen vor uns, der Winter gibt nun hoffentlich auf und es werden sich genug Gelegenheiten bieten, um zu sehen, was alles noch so geht.

6 Kommentare zu „Nachfeierabend-Runde“

    1. Früher wurde das mal täglich abgespult, als Ausdauertraining für die längeren Strecken, das fehlte dann richtig, wenn es mal ausfiel, heutzutage nur noch in Ausnahmefällen und wenn das Wetter schön ist 😉

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      1. Im Alter werden wir alle ein bisschen kürzer treten ! Gründe hierfür gibt es genügend !
        Trotzdem bewundere ich dich für die 75 km und nicht schafft nun wirklich nicht jeder ! Ich bin kein Radfahrer und wäre vermutlich nach 20 schon am Ende !!!

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        1. Alles Trainingssache 😉 Du wirst staunen, wie schnell Du Deine Grenzen nach oben verschiebst. Aber auf jeden Fall immer in der Intensität, wie es der Körper gut mitmacht. Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn es einfach nur rollt.

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    1. Danke Dir 🙂 Seit der Renaturierung der Tagebaue ist eine völlig neue Landschaft im Raum Leipzig entstanden. Allerdings weiß tatsächlich niemand so Recht, was sich angesichts der gefluteten Riesenlöcher im Untergrudn abspielt. Da gab es ja auch in Sachsen-Anhalt (Nachterstedt) schon heftige Hangrutschungen mit Todesopfern. Bei mir ist da also immer ein gewisser Respekt vorhanden, wenn ich auf dem Hochufer entlang radele.

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