Gespensterwald (3)

Es ist die Stunde vor Sonnenuntergang. Das Sonnenlicht wird milder, weicher, die Schatten wachsen zusehends. Warme Lichter flirren auf dem Moos zwischen den hohen Stämmen, scherenschnittartig zeichnen sich diese gegen den Wolkenhimmel und das blaugrüne Meer ab. Der Gespensterwald wirkt nun gar nicht mehr surreal, gespenstisch, sondern ist einfach nur ein wunderbar lichtdurchfluteter Buchenwald.
Fazit: man sollte sich die Gelegenheit gönnen, diesen wohl einzigartigen Wald zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten aufzusuchen, um ihn in seiner komplexen Wirkung zu erfassen. Offen sind nun noch Nebel- und Schneegestöbertage. Wer weiß…

Gespensterwald (2)

Am nächsten sehr frühen und noch dunklen eisig kalten Oktobermorgen ist der Radelnde Uhu bereits wieder vor Ort. Irgendwie muss dieses Mystische, Gespenstische doch einzufangen sein.
Aber er macht die Erfahrung, dass dieses Besondere in diesem Wald nicht in der Finsternis liegt, sondern erst allmählich in der Blauen Stunde und Morgendämmerung zu Tage tritt. Beinahe grafisch zeichnen sich die grauen Buchensäulen, die mit ihren Baumwipfeln eine domartige Atmosphäre erzeugen vor dem dunklen Waldhintergrund ab. Verwirrend führen die Pfade zwischen hindurch, verlieren sich, werden wieder sichtbar…
Und diese Stimmung bleibt hängen, setzt sich im Kopf, in der Erinnerung fest. Das scheint es zu sein, dieses unwirkliche Wirkliche im Gespensterwald, was Legenden und Sagen entstehen lässt.

Gespensterwald (1)

Das Licht der Stirnlampe lässt bleich und grell die am nächsten stehenden Baumstämme hervortreten. Dahinter ist es dunkel, dunkel, dunkel, dunkel…
Über den teilweise schon entlaubten Baumkronen weit oben leuchten ebenso kalt und bleich die unzähligen Sterne.
Wir stehen im Gespensterwald. Endlich – das kann man so sagen, denn als Hobbyfotograf war es ein besonderer Anreiz, auch diesen geheimnisvollen Wald an der Ostseeküste zu sehen. Und was ist die beste Zeit dazu? Herbst und Dunkelheit – Nebel und Schneetreiben wären auch nicht schlecht, aber diese Stunde hier zwischen den haushoch gerade aufragenden Baumsäulen in der Finsternis hat es in sich. Nicht dass man sich vor den hier spukenden Geistern und Hexen fürchten würde, aber was da hinten in der undurchdringlichen Schwärze lauert, weiß man auch nicht so klar zu sagen.
Auf den entstehenden Aufnahmen werden dann noch ganz andere Effekte sichtbar. Die Kamera macht es möglich, dass man erkennen kann, wie die Lampen der näheren und ferneren Küstenorte zusammen mit Wolken und Sternen eine ganz eigenartige Lichtstimmung erzeugen.

die Zeit zwischen Nacht und Tag

am Strand von Baabe

 

 

Noordzee

Ein wenig Endzeitstimmung kam in diesem Moment auf…

Auch wenn es einfach nur schön und eindrucksvoll war.

PS: Danke Ewald für Deine Hartnäckigkeit und Unterstützung 😉

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