Wanderung am Rochlitzer Berg (4)

Nach Sörnzig hinüber gelangen wir auf einer Hängebrücke, die hügelige Landschaft ist wunderbar, man sollte wirklich einmal wieder…
Vom kleinen Dörfchen Sörnzig beginnt dann der Aufstieg zum Rochlitzer Berg und verläuft erst sanft über Wiesen, dann etwas steiler im Wald oben.
Der Blick weitet sich und reicht heute bis zur bunten Esse des Chemnitzer Kraftwerks Nord in ca. 30 km Entfernung. Bei klarer Sicht – unsere Älteste hatte jedoch etwas von Saharastaub in der Luft erzählt – also heute nicht, kann man bis zum Fichtelberg ca. 70 km weit schauen.
Auch oben auf dem Gipfel haben das Türmerhaus und der Aussichtsturm geschlossen – ja, da werden wir wieder einmal erinnert – also Picknickmitnahme ist unbedingt erforderlich – danach beenden wir unsere schöne Wanderung straßenabwärts wieder auf dem Parkplatz.

Wanderung am Rochlitzer Berg (3)

Die Mulde ist ein naturbelassener Fluss, der derzeit auf Grund der langen Trockenheit nur wenig Wasser führt und überall Sand- und Schotterbänke sichtbar werden lässt. Aber gerade das hat einen bemerkenswerten Reiz und erinnert mich an die wilden rumänischen Flusslandschaften. Man sollte nicht vergessen, dass in den beiden Jahren 2002 und 2013 zwei „Jahrtausend“-Hochwasser ihre meterhohen Fluten durch dieses Tal schoben. Der schnellste Fluss Europas, die Städte weiter flussabwärts, Rochlitz, Colditz, Grimma, Eilenburg, hatten keine Zeit zum Reagieren und versanken beide Male tief im Wasser. Mittlerweile hat man viel für den Hochwasserschutz unternommen und gebaut, hoffen wir, dass es den Menschen hier hilft.
Bis Fischheim, Sörnzig verläuft der von blühenden Obstbäumen gesäumte Weg dann durch Wiesen und Rapsfelder.

Wanderung am Rochlitzer Berg (2)

Danach geht es steil abwärts zur Mulde, wir begegnen tatsächlich auch anderen Leuten – auf Abstand selbstverständlich – und flach am Ufer entlang ins nahe Wechselburg, dessen Basilika, Benediktinerkloster, Schloss und Markt sich auf einer Anhöhe oberhalb einer ausgedehnten Flussschleife befinden. Kleinstadtidylle, enge Gassen, blühende Bäume – wunderbar, hier lässt es sich aushalten.
Auf dem menschenleeren Markt rückt das Außergewöhnliche dieses Frühjahrs wieder ins Bewusstsein. Aber die Eisfahne gegenüber verrät, da wird (Mundschutzmaske ist Pflicht) tatsächlich Eis verkauft.
Nach einer ausgiebigen Pause in der Sonne, die Kunde vom Eisverkauf scheint die Runde zu machen, es treffen nach und nach weitere Fußgänger, Radler, Rennradler ein, laufen wir wieder hinab zum Fluss , wo der Weg durch eine parkähnliche Landschaft mit alten Eichen und Blumenwiesen um die Flussschleife herum in Richtung Rochlitz führt.
Das felsige Ufer drüben auf der anderen Flussseite, der Steinerne Tisch, die Lourdes-Grotte, es gibt Einiges zu sehen – außer viel wunderbarer frühlingshafter Natur natürlich.

Wanderung am Rochlitzer Berg (1)

Dank eines kleinen Virus fällt der Ostsee-Urlaub in diesem Frühjahr aus.
Doch seit einigen Tagen hat Sachsen die Corona-Bestimmungen so weit gelockert, dass zumindest Tagesausflüge im engsten Kreise möglich sind.
Gegenüber den Anderen, denen man auf einer Wanderung begegnen könnte, gilt Abstand halten. Was nicht schwerfällt, denn wirklich viele sind in der näheren Umgebung nicht unterwegs.
Seit Wochen beglückt (oder beunruhigt) uns das Wetter mit einem strahlend blauen Himmel und prallem Sonnenschein. Dazu gesellt sich ein ruppiger Ostwind, der das unangenehme Gefühl, dass uns möglicherweise ein drittes Dürrejahr bevorsteht, enorm verstärkt.
Strahlend blauer Himmel, keine Wolke, kein Kondesstreifen, kein Flugzeug weit und breit, reduzierter Kfz-Verkehr, da war doch etwas. Ja, auch wenn man es nicht wahrhaben möchte und es bewusst verdrängen möchte, liegt etwas Bedrohliches in der Luft. Panikmache oder traurige Tatsache hin oder her – sei es wie es sei, auf der Fahrt auf der leeren Autobahn hat der heutige Ausflug jedenfalls zunächst ein gewisses Geschmäckle.
Am Rochlitzer Berg oben befinden sich mehrere Parkplätze, wir halten auf dem untersten, am Waldrand. Einige MTBler sind hier unterwegs, Wanderer sehen wir (noch) nicht, als wir uns auf den Weg hinab nach Wechselburg an der Mulde machen.
Der Rochlitzer Berg ist vulkanischen Ursprungs (jaaa – wir lieben Vulkane – wenn sie keine Bedrohung darstellen), sein Gestein, den warmroten Rochlitzer Porphyr baute man hier schon seit langer Zeit in etlichen Steinbrüchen ab und verwendete das Material unter anderem zum Bau des Alten Rathauses in Leipzig oder zahlreichen Brücken und anderen Bauwerken.
Im nahen ehemaligen Mühlsteinbruch kann man die Abbaugeschichte anschaulich nachvollziehen.

Radtour in der Umgebung

Manni hat in seiner Fotobude ein neues Projekt „Burgen – Ruinen und Schlösser“ gestartet.
In diesem Zusammenhang trifft es sich gut, dass wir auf unserer diesjährigen Spreewald-Marathon-Ersatz-Runde (denn dieser fällt 2020 leider leider aus, so dass wir „nur“ in der Umgebung radeln können) am Schloss Püchau eine kleine Mittagspause machen. Püchau zählt mit dem Jahr 924 als ältester erwähnter Ort Sachsens – erstaunlich, wussten wir bisher nicht.

Das Schloss befindet sich in Privatbesitz, bei der Restaurierung legen die derzeitigen Schlossbesitzer selbst kräftig mit Hand an. Gegen einen kleinen Obolus kann man sich im Innenhof und einigen Räumen, sowie auf dem Turm umschauen. In der weitläufigen Auenlandschaft am Schloss organisiert die Schlossherrin auch öffentliche Feste und historische Führungen.

Weiter geht es im Anschluss an die Mulde und durch weite Wälder, an malerisch gelegenen Steinbrüchen vorbei im Bogen zurück nach Hause.

Ostern 2020

Still und menschenleer ist die Landschaft. Ungewohnt, eigenartig, nur sehr wenige Radler sind so wie wir im erlaubten Umfeld unterwegs.
Im Wald, in den Sumpfgebieten, wo trotz Trockenheit immer noch Wasser steht, kann man das Trompeten von Kranichen vernehmen. Sehen kann man sie leider nicht.