Weißt Du…

Stille, kein Laut, nichts. Keine plätschernden Wellen, kein Rauschen des Windes im Laub.
Es wird immer dunkler und am Himmel glitzern die ersten Sterne. Nur der eigene Atem ist zu hören, kurz meckert ein ungehaltener Schwarzspecht in den Baumkronen, dann wieder Stille.
Man wagt nicht, diese mit den Hantierungen an der Fototechnik zu stören, ganz behutsam und gedämpft bewegt man sich, wie in Zeitlupe, um nur ja diese Stille nicht zu zerreissen.
Dann wechseln wir den Standort am Seeufer. Leer gefegt ist jetzt der Badestrand, kein Mensch (außer uns) ist zu sehen.Selbst hier, in der Nähe des Dorfes, herrscht absolute Stille. Kaum zu fassen…
Lassen wir das Fotografieren doch nun sein und setzen uns auf eine Bank, lassen die Flasche Wein kreisen und betrachten einfach nur den dunklen Nachthimmel über uns, an dem so viele Sterne funkeln, wie man es nur aus menschenfernen Weltgegenden kennt.
Dazu im Kopf die Erinnerung an die wunderbare Szene in einer Buchverfilmung des Schriftstellers, der hier ganz in der Nähe lebte, schrieb und auch begraben wurde.
Kinder, die mandolineklimpernd am Feldrain entlangziehen und singen.
Weißt Du wieviel Sternlein stehen?

Stechlin

„Die Fischer, selbstverständlich, kennen ihn am besten. Hier dürfen sie das Netz ziehen und an seiner Oberfläche bleibt alles klar und heiter, aber zehn Schritte weiter will er es nicht haben, aus bloßem Eigensinn, und sein Antlitz runzelt und verdunkelt sich und ein Murren klingt herauf. Dann ist es Zeit, ihn zu meiden und das Ufer aufzusuchen. Ist aber ein Waghals im Boot, der es ertrotzen will, so gibt es ein Unglück, und der Hahn steigt herauf, rot und zornig, der Hahn, der unten auf dem Grunde des Stechlin sitzt, und schlägt den See mit seinen Flügeln, bis er schäumt und wogt, und greift das Boot an und kreischt und kräht, daß es die ganze Menzer Forst durchhallt von Dagow bis Roofen und bis Alt-Globsow hin.“

aus Fontane Wanderungen durch die Mark Brandenburg / Die Grafschaft Ruppin

Spiegeleien

Der Wind legt sich, die Wasseroberfläche wird ganz still, unbewegt, das letzte Licht der Sonne und das Spiel der Wolken lassen Oben und Unten schwinden.
Was ist hier noch real?

Und welche Rolle spielt das jetzt.

Stechlin

„Da lag er vor uns, der buchtenreiche See, geheimnisvoll, einem Stummen gleich, den es zu sprechen drängt. Aber die ungelöste Zunge weigert ihm den Dienst, und was er sagen will, bleibt ungesagt.
Und nun setzten wir uns an den Rand eines Vorsprunges und horchten auf die Stille. Die blieb, wie sie war: kein Boot, kein Vogel; auch kein Gewölk. Nur Grün und Blau und Sonne.“

aus Fontane Wanderungen durch die Mark Brandenburg / Die Grafschaft Ruppin

Stechlin

„So ging das Geplauder, als plötzlich, zwischen den Stämmen hin, eine weite Wasserfläche sichtbar wurde, darauf hell und blendend fast die späte Nachmittagssonne flimmerte. »Das ist der Stechlin« hieß es. Und im nächsten Augenblicke sprangen wir ab und schritten auf ihn zu.“

aus Fontane Wanderungen durch die Mark Brandenburg / Die Grafschaft Ruppin

kleine Mondstudie

Es ist doch immer wieder ein reizvolles Motiv – der Mond.

Die Detailaufnahmen entstanden mit einer Brennweite von 600 mm. Belichtungszeit beim Vollmond 1/250 s (abends in der sog. nautischen Dämmerung), beim abnehmenden Mond 1/30 s (morgens in der Blauen Stunde), alles generell mit Stativ. Um eine größere Schärfe der Bilder zu erreichen, wurden jeweils Bildserien von ca. 10 Fotos mit Sequator gestackt und anschließend im Lightroom noch Kontrast, Lichter und Tiefen etwas „nachgezogen“.

Nebelmorgen – oder morgens im Park

Die Kamera liegt vorsorglich im Rucksack, dann geht es wieder mal früh hinaus auf den Arbeitsweg. Es scheinen optimale (Nebel-) Bedingungen zu sein, feucht kühl, die Sonne geht gerade auf.
Doch auf den Wiesen schafft sie es leider nicht, den immer dicker werdenden Nebel zu durchdringen. Also weiter, das wird hier und heute nix.

Im Park am Rande der großen Stadt bieten sich dann schon ganz andere Möglichkeiten. Auch hier hängt der Morgennebel dick und undurchdringlich, doch die altehrwürdig-baumgesäumten Wege bieten nun manch wundersamen und märchenhaften Anblick.