Draußen vor der Tür

Es ist da, wirklich…
Es ist groß, unwahrscheinlich groß, unvorstellbar groß, hell, und sehr weit entfernt. Nur deshalb sehen wir es mit bloßem Auge nicht.
Wie oft hat man nachts schon im Freien Zeit verbracht und diese kalt glitzernden Punkte am dunklen Himmel betrachtet. Selbst in großen Städten, wo die Lichtverschmutzung die Sicht extrem beeinträchtigt, kann man ahnen, dass es da oben noch mehr als die paar Leuchtreklamen und Lampen ringsum gibt.
Und steht man an einem ganz dunklen Ort, der weit entfernt von künstlichen Lichtquellen ist und kann den Schimmer der Milchstraße erkennen, weiß man, dass da noch mehr ist, als nur dieses Sternengewimmel.
Auch wenn es nur Anfangsversuche sind und man das Gefühl hat, wieder einmal Laufen zu lernen und auch wenn es natürlich viiiiel bessere Fotos davon im Netz gibt, ist die Freude über diese ersten Aufnahmen groß.
Das sichtbar zu machen, was uns gewöhnlicherweise verborgen bleibt, hat einen großen Reiz – und das, was man hier sieht, ist das, was ich selbst mit den Augen meiner Kamera „gesehen“ habe.
Und es regt wieder einmal ganz besondere Gedankengänge an – auch wenn das, was man hier schön bunt sehen kann, mit Sicherheit, glühend heiß, eiskalt, stickig oder luftleer, also nach unseren Maßstäben absolut lebensfeindlich ist – und das wahrscheinlich weit über 90% des Universums betrifft – schon dass es auch einige wenige Prozente Möglichkeit geben könnte, dass da draußen Leben existiert, in welcher Form auch immer, ist extrem spannend.
Die Freude jetzt ist vielleicht größer als später, wenn es gelingt, diese Fotos besser, perfekter zu machen…

Dank einer kleinen technischen Neuanschaffung, einer genialen mechanischen Nachführung, welche die Erdrotation ausgleicht, kann man nun auch einmal einen Blick in tiefere Regionen des Alls wagen.

Die Milchstraße im Bereich des Sternbilds Schwan ungefähr in der Bildmitte kann man den Nordamerikanebel in der Nähe des Sterns Deneb erkennen.


Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Sigma 24 m Art, f 2.2, Belichtungszeit: 10x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Perlenkette

Hier noch ein Nachtrag, zu einem schönen Erlebnis Ende Oktober:

Kurz vor der Tagesschau geht der Blick noch einmal aus dem Fenster. Uiiiii – das gibts doch gar nicht. Wie an einer Perlenkette stehen da draußen von links nach rechts gesehen Saturn, Jupiter und Mond am dunklen Abendhimmel. Nichts wie hinaus, das kommt so schnell nicht wieder, das muss man festhalten.

Tagesschau? Verdrängen wir heute mal besser die täglichen Fallzahlen…

Wenn die äußeren Bedingungen…

keine großen Reisen zulassen, besinnt man sich auch gern einmal wieder auf die nächste Umgebung, Manchmal ist es unfassbar, was man da in den letzten Jahren „übersehen“ hat. Statt der zur kleinen Tradition gewordenen Novemberwanderung zum Kyffhäuser geht es also in diesem Jahr in die Hohburger Berge. Ja, trotz der nur maximal 240 m hohen Hügel, die vor über 250 Mio. Jahren einen vulkanischen Ursprung hatten, bekommt man beim Wandern durch diese unweit der großen Stadt gelegenen Landschaft das Gefühl, sich mitten im Erzgebirge oder Thüringen zu befinden. Auf unserer Tour bieten sich ebenso vielfältige Eindrücke, Einblicke, Ausblicke wie in weiter entfernten Weltgegenden und das milde warme Herbstlicht in den noch teilweise belaubten Bäumen setzt allem die Krone auf.

Vielen Dank

Ich denke, es ist endlich einmal an der Zeit, nach über 4 1/2 Jahren Euch allen für Eure Ausdauer, die Geduld, die Likes und die lieben Kommentare auf diesem Blog zu danken und ich hoffe sehr, Ihr habt weiterhin Freude an den Bildern, die ich hier gerne zeigen möchte.

In diesem Sinne – kommt alle gesund und möglichst glücklich durch diese Zeit.

Sternenkinder

„Jeder dieser Sterne produziert das Ausgangsmaterial für alles, was im Weltall existiert – uns eingeschlossen.
Wir sind Sternenstaub, ohne Supernovae existierten wir nicht. Wenn wir also nachts am Himmel die Sterne sehen und wir uns irgendwie als Teil von ihnen fühlen, ist das, weil wir es wirklich sind, sie sind unsere Eltern.
Viele fragen sich, was Sternenstaub ist – wir Menschen sind Sternenstaub, weil jedes Atom in unserem Körper im feurigen Innern eines Sterns erzeugt wurde – wir sind alle im wahrsten Sinne des Wortes Sternenkinder.“

Prof. Lawrence M. Krauss (theoretischer Physiker – Kosmologie)

Aus der Fernsehserie „Universum – eine Reise durch Raum und Zeit“

Milchstraße über der Ostseeküste

Wie mir Elon Musk…

die Illusion nahm, die heile Welt beginnt da oben bei den Sternen..

Schön ist es, hier im gaaaanz frühmorgendlichen Garten unter den Sternen zu stehen, jeder Winkel ist hier vertraut und wartet darauf, ein passendes Fotomotiv zu werden.
Ist es hier unten auf der Welt schwer auszuhalten, sucht man eben den Trost da oben, bei den Sternen. Dahin ist der Mensch noch nicht weit vorgedrungen, da ist noch alles, so wie es immer war.
Sterne, Planeten, der Mond, ab und zu (na gut) ein Satellit…
Noch ein Satellit, noch einer und noch einer… Das geht ja jetzt wie am laufenden Band, im Sekundentakt schweben plötzlich Ketten von Satelliten lautlos über den Himmel.
Es dauert nicht lange, bis man als fassungsloser Beobachter begreift, was sich da oben gerade abspielt.

Starlink ist das Stichwort – mit schönen Grüßen vom Elon…
Ein heftig umstrittenes Projekt, welches Elon gerade mit Unterstützung der NASA – die haben natürlich nicht alle Anderen gefragt, weil der Weltraum ist ja eh…
Dieser Mensch denkt in großen Dimensionen, über 40.000 dieser Dinger kreisen eines Tages über uns.
Nun ja – es mag sicher ein hehres (vielleicht auch nicht ganz uneigennütziges) Ziel sein, zuerst die USA und dann den Rest der Welt mit gutem Internet zu versorgen und wer hätte schon etwas gegen eine gute (zumindest 4G) Verbindung in jedem entlegenen Winkel der Erde. Und wenn man mit einem super Internet sicher auch die Lebensqualität von Milliarden verbessern, Leben retten kann, was auch immer, auch Blogger leben ja schließlich davon – stellt sich hier in diesem Moment zumindest mir die Frage – wo ist die Grenze von dem, was wir tun, um unsere Umwelt in unserem (vielleicht zu kurz gedachten) Interesse zu verändern.
Die Geschichte hat gezeigt, wissenschaftlich-technische Errungenschaften werden im Allgemeinen nicht nur zum Guten für die Menschheit verwendet, sondern auch zu anderen undurchsichtigen negativen Zwecken missbraucht.
Und im Augenblick zerstört das Geflacker da oben gerade die Fotos des frustrierten Hobbyfotografen – aber ja – das ist ein Luxusproblem, Jammern auf hohem Niveau, gibts keine richtigen Probleme? – schließlich gibt es Software, mit der man die Bilder manipulieren, „retten“ kann und die paar Astronomen, die eine beeinträchtigte Sicht ins All haben – na wenn schon, davon abgesehen, dass wir auch da oben alles zumüllen und zuschrotten, denn wer glaubt schon ehrlich daran, dass dieser Müll eines Tages nachhaltig entsorgt werden wird…
(Damit dieser – subjektive (es gibt schließlich ausreichend Pro und Contra) – Beitrag nicht als Diskussionsplattform (denn ich habe im Augenblick selbst noch keine ausgeprägte Meinung zu Starlink) benutzt wird, lasse ich heute mal die Kommentarfunktion ausgeschaltet – bitte habt dafür Verständnis)