Der Vorbote

Hmmm, das ist kein gewöhnlicher Bräunling. Dieser hier ist größer und um Einiges schneller dreht er seine Runden um die Blüten und Sträucher.
Aber auch jetzt hilft das Lockmittel Sommerflieder – Erfolg, Volltreffer, Punktlandung.
Kann das ein Perlmutterfalter sein? Nein, dafür ist er zu groß. Ein prunkvoller Kaisermantel? Könnte sein, aber die Zeichnung auf der Flügeloberseite – nein, eindeutig nicht.

Also muss schlussendlich wieder einmal der Schmetterlingsführer – nein der nicht – merkwürdig, unter den einheimischen Faltern ist er nicht zu finden – das findet zumindest der glückliche Fotograf angesichts der Fotos sehr eigenartig.
Aber ein Bestimmungsbuch, welches auch Arten aus südlicheren Regionen beinhaltet, gibt Aufschluss.
Tatsächlich ist hier ein Grüner Silberstrich, auch Kardinal genannt, unsereinem vor die Linse geraten.
Lt. Wikipedia ist er ursprünglich auf der Iberischen Halbinsel oder auf den Kanaren beheimatet, im Mittelmeerraum, Vorderasien bis Nordwestindien verbreitet, zugewanderte Exemplare wurden auch in der Südschweiz, im Wallis gesichtet.
Aber bei uns, so weit im Norden?!
Die Begeisterung über den Fund ist groß – aber – so recht froh werde ich nun doch nicht ganz.

Ein gutes Zeichen ist es wohl eher nicht, dass sich die Gäste aus dem „tiefen“ Süden mittlerweile bis zu uns verirren – ist er ein weiterer Vorbote?
Erste Störche haben schließlich auch schon den letzten Winter bei uns verbracht und Nattern aus dem warmen Kalifornien fühlen sich offenbar mittlerweile auch in Deutschland wohl und sind ein konkurrenzloses Risiko für die einheimische Eidechsenwelt.
Aber – nun erfreuen wir uns trotzdem erst einmal an dieser ausgesuchten Schönheit.

Nach dem Gewitter

Endlich Regen…

Lange mussten wir darauf warten. Nun zog die Gewitterfront, die sich im Laufe des Tages zwischen Vogtland und Nordsee gebildet hatte, nordostwärts auch über uns hinweg. Aber wie unterschiedlich waren die Regenmengen. Während es bei uns nur zu einem etwas kräftigeren Landregen reichte – besser als nichts – so konnte der wenigstens auch etwas in den Boden einsickern, gab es 5 km weiter heftige Wolkenbrüche. Allerdings ist das wenige Nass bei 32°C Hitze heute auch schon wieder verdampft.

Nichtsdestotrotz genügte die Restfeuchtigkeit in der Luft, um lang vermisste Morgenstimmungen in unsere Flüsschenaue zu zaubern.

Audienz beim König

Wieder einmal ist es August…
Gnadenlos brennt die Sonne, pulverisiert die Erde, mühselig hält der Hobby-Gärtner mit wohldosiertem und sparsamem Flüssigkeitsnachschub aus der Regentonne den Sommerflieder am Blühen. Aus den Erfahrungen und Beobachtungen des vergangenen Sommers ist aber ausgerechnet am Sommerflieder mit einigen flatternden Überraschungen zu rechnen. Also muss das sein.

Unverhofft an einem ruhigen Vormittag wird die Mühe schließlich belohnt.
Schemenhaft ist er plötzlich wieder da. Ein schneller Flieger, elegant, zielgerichtet, wenig spielerisch, das ist kein scheinbar zielloses Gaukeln wie bei den Weißlingen oder Ochsenaugen. Ohne Umschweife lässt er sich auf der nächstbesten weißen Blütendolde nieder – ohhhh, das ist perfekt für die parat liegende Kamera.
Und er gönnt dem Fotografen die Show. Er zeigt, präsentiert sich, reckt und streckt sich und futtert sich nebenbei voll.
Der König, der Gast aus dem Süden, der hier wohl heimisch geworden ist.
Wie schön er ist.

Das Phantom des Gartens

Seit Tagen schon flattert er, leider immer zu schnell und zu hoch für die Kamera und mich, recht aufgeregt im Laub des benachbarten Walnussbaums und der dichten Sträucher umher. Es ist wie ein Phantom, ein Schatten, größer als ein Bläuling oder ein Zipfelfalter – und es kribbelt doch gewaltig, ihn möglichst fotogen endlich einmal auf einer Blüte zu erwischen.
Und um schließlich noch die Phrase zu bemühen, jaaaa – Geduld wird tatsächlich (meistens) belohnt.
Sonntagmorgen – ein fast windstiller Tag im fast ausgedörrten Garten, um die Echinacea-Blüten tummeln sich Bienen und Hummeln, im Sommerflieder gaukeln die Weißlinge… Und dann, auf der „schnöden“ Goldrute in der hinteren Ecke – es ist kaum zu glauben – entdeckt der glückselige Hobbyfotograf plötzlich das Objekt der Begierde.
Er – der glückselige Hobbyfotograf in diesem Fall – wagt kaum zu atmen und pirscht sich im Zeitlupentempo an das begehrte Motiv. Langsamer geht es kaum – nur nicht unbedacht jetzt die Flucht des schmucken Tierchens provozieren – dem 105er-Makro sei Dank.
Und dann durchleben wir Beide wohl richtig schöne Minuten.

Der Falter – ein Nierenfleck – wie die Recherche in den einschlägigen Bestimmungsbüchern ergibt – labt sich ausgiebig und ausdauernd an den Blüten der Goldrute, der Hobbyfotograf daneben lässt die Kamera heiß laufen.
Welch ein schöner Tag 🙂

An der Altmühl (Epilog)

Samstag, 02.07.2022

Heute ist Massenabfertigung früh 8 Uhr beim Frühstück, das ist leider nicht so angenehm, da war die Ruhe in den bisherigen Unterkünften wesentlich schöner.

9.30 kommt das bestellte Taxi zum Bahnhof. Am Regensburger Bahnhof ist dann etwas Chaos. Unser Zug besteht aus zwei Teilen, ein Teil soll nach Hof, ein Teil nach Prag fahren. Er kommt von München, ist lt. Ansage schon brechend voll und dann heißt es zunächst, der Pragzug fällt aus, kurz danach, der ganze Zug fährt nur bis Schandorf. Frust macht sich breit, überall ringsum ratlose Gesichter. Die Bahn machts möglich.

Im Zug ergattern wir dann glücklicherweise sogar Sitzplätze, der Zug fährt nun entgegen der Ansage durch bis Hof, der Prager Teil bleibt hängen, fährt ebenfalls bis Hof und die Prag-Reisenden müssen in Schwandorf aussteigen und 2 Stunden auf den nächsten Zug warten, wobei keinesfalls sicher ist, dass sie dort mit kommen. Es gibt nur eine leichte Verspätung , der Anschluss von Hof nach Leipzig wird geschafft, der Elster-Saale-Express ist kleine Regionalbahn und bummelt mit kaputter Klimaanlage durchs Land.

So kommen wir wohlbehalten in Leipzig an, schaffen die S-Bahn nach Hause und am Bahnhof erwartet uns unsere Jüngste mit dem Auto, so dass wir nicht einmal laufen müssen.

Fazit: Es war schön. Auch wenn es eine organisierte Tour mit dem ungewohnten Luxus des Gepäcktransports war, blieb doch die erwartete Individualität dabei vollkommen erhalten. Gerne also wieder auf diese Weise, die Leihräder waren in Ordnung, fuhren sich gut, erfüllten ihren Zweck und ersparten uns die lästigen und nervenden Ungewissheiten mit eigenen Rädern in den Zügen der Deutschen Bahn.

Auch die Landschaft, obwohl wir es an der Donau schon 2020 erlebten, ist schön, besonders reizvoll das enge Waldtal mit den vielen Flussschleifen, den alten Städtchen und Burgen. Lohnenswert… Und nicht zuletzt waren es die vielen kleinen und größeren giftigen Anstiege, die wir hier nicht erwarteten und die uns vor unserer nächsten, großen Radtour im September noch einmal ein gewisses Maß an nötigem Respekt verschaffen.

An der Altmühl (6)

Freitag, 01.07.2022

Schon nachts gab es etwas Regen, morgens aber ist es lediglich bedeckt und trocken, nur unterbrochen von kurzen Schauern – na wird schon irgendwie bis Regensburg gehen.

Packen, Frühstück und noch ein kleines Schwätzchen mit den Vogtländern, die sich heute aufs Kartenschreiben beschränken. Wir aber müssen los, Abfahrt gegen halb zehn.

Es weht Rückenwind und so rollt es heute zügig, locker und entspannt.

Vor Riedenburg lernen wir ein Paar Radler, vielleicht nicht sehr viel älter als wir, aus dem Raum München kennen. Es folgt eine sehr nette Unterhaltung und ein Zusammen-Radeln bis Riedenburg. Sie haben, wie wir, auch mehrmals die Familie mit den zwei kleinen Kindern auf der Tour getroffen. Kurzer Abstecher in die kleine Altstadt, nur mal schnell zum Durchradeln, kühl ist es, grau ist es, die Sorge vor dem angekündigten Regen treibt uns weiter..

Schnell sind wir dann schon in Essing und lassen es uns dort aber nicht nehmen, zu Fuß die Räder zum Blautopf, einer Karstquelle, nicht ganz so gewaltig und schön wie die in Blaubeuren, zu schieben. Der direkte Weg über ein Privatgrundstück ist gesperrt, also müssen wir durch den Wald und können nur von oben gucken. Sehenswert ist es jedoch auch von hier oben. Eindrucksvoll thront etwas weiter Schloss Prunn auf einem mächtigen Felspfeiler über dem Tal. Rasch geht es nun bis Kelheim, es ist (zum Glück) immer noch trocken.

Wir eilen zur Bootsanlegestelle, wollen den Gutschein für die Schifffahrt durch den Donaudurchbruch nach Weltenburg und zurück einlösen, aber blöderweise habe ich den in der Reisetasche vergessen und die ist irgendwo im Bus unterwegs. Es wäre aber eh schon recht spät gewesen, drei Stunden hätten wir sicher dafür einplanen müssen und wir haben noch 35 km vor uns – und es soll ja dauerregnen.

Der Weg weiter an der Donau entlang ist nun von 2020 bekannt, noch ein paar Fotos an der Altmühlmündung, tschüss Altmühl.

Poitkam, wieder Erinnerungen an den Nordbayern-600er 2015 und München – Zweenfurth 2015, Bad Abbach, die lange Donauschleife, dann Einkehr im Biergarten in Matting zu Kartoffelsuppe und Käsekuchen bis es anfängt zu tröpfeln. Und da düsen doch glatt noch die Österreicher von Rothenburg an uns vorbei, sie haben es auch geschafft.

Da es sehr kühl ist und auf dem Wetterradar eine dunkelblaue Regenfront im Anmarsch ist, geben wir etwas Gas, bis Regensburg sind es nur noch 12 kmchen. Schnell, schnell, ehe der Regen einsetzt. Die Naabmündung, die Autobahnbrücken, die letzte Flusskurve, heute sind hier kaum Leute unterwegs, dann über die Schleusenanlagen zum Ibis Styles Hotel im Norden der Stadt.

Punktlandung! Nach dem Einchecken und der Abgabe der Räder im Fahrradschuppen beginnt es, richtig zu regnen, perfekt!!!

Das Hotel ist wieder ein moderner Kasten von der Stange, aber ok – wir wollen hier nur übernachten. Und wir haben jetzt und hier wieder einmal eine schöne Tour, die viel zu schnell vorbei ist, hinter uns und wieder einmal das Gefühl im Hinterkopf, eigentlich sehr gern noch viel weiter radeln zu wollen und zu können.

Nach dem Duschen ist Stadtgang, die Sonne scheint wieder. Regensburg als Ziel dieser Tour ist auch in diesem Jahr das Pünktchen auf dem i. Wir kehren im gut besuchten Biergarten der Alten Linde zu einem üppigen Essen, Regensburger Teller, Würschtl, Schweinefleisch, Kraut und Knödel – ein Genuss 😉 ein, ehe wir uns im schönen Abendlicht in die Stadt treiben lassen. An der Steinernen Brücke machen wir genau da, wo wir vor zwei Jahren am Donauufer saßen, noch ein paar Fotos, aber heute sind hier kaum Leute zu sehen, die Altstadt ist ebenfalls wesentlich weniger bevölkert als 2020.

Kurz zum Dom, Besuch der Porta Praetoria, an der Steinernen Brücke genießen wir noch einmal das überaus gute Schoko-Eis und dann bummeln wir langsam zum Hotel zurück.

Wettertechnisch hatten wir großes Glück, die angekündigten Regenfälle fielen (fast) komplett aus, so blieb es trotz zwei recht trüben Tagen trocken. Am Inn dagegen gab es mehrere Tage mit heftigem Regen und Unwettern, also hat sich doch (zumindest für uns) alles irgendwie zum Guten gefügt.

heute 68 km Tour

An der Altmühl (5)

Donnerstag, 30.06.2022

Heute Nacht endlich um Einiges besser geschlafen, bin trotzdem zeitig, noch lange vor dem Wecker wach, die Kirchenglocken, das Müllauto, da ist draußen mehr los als in der Großstadt.

Oben in den Bergen Nebel, die Burg von Kipfenberg hüllt sich in graue Schleier, das wirkt recht mystisch. Aber dann wird es wieder sonnig, wir packen, geben die Taschen ab und eilen zum Frühstück, mir hat es ganz besonders die gute Fleischerwurst angetan.

Heute drängt uns nichts, die Etappe ist grundsätzlich nur 37 Kilometer lang, weil wir ein ganzes Stück vor Riedenburg nächtigen werden. Also ist erst gegen 9.30 Abfahrt. Bis Kinding gibt es wieder kleine Hügel, heftige Anstiege, dann rauscht ein, zwei Kilometer lang neben uns parallel der dicke Verkehr auf der A9, ehe wir diese unterqueren und weiter nach Osten rollen.

So sind wir sehr rasch in Beilngries, das wäre schon mehr als die Hälfte heute. Es gibt ein Eis am Markt, die kleine Altstadt reizt uns nach den letzten Tagen nicht mehr so sehr, wir beschließen dagegen, dem Tipp im bikeline zu folgen und am Main-Donau-Kanal entlang den Abstecher nordwärts nach Berching, 10 km über Hügel hin und dann auch wieder zurück, zu machen. Das lohnt sich, Berching hat eine schöne kleine Altstadt, die liebe Reisegefährtin kneippt am Bach, und wir haben einen angenehmen Schwatz mit einem nettem Radler, der von Alfeld nach Graz will. Am Markt gibt es ein kleines Mittag – Obazda – wieder einmal – aber wieder einmal auch sehr lecker.

Die Rückfahrt nach Beilngries ist dann etwas einfacher, als vom Hinweg her befürchtet. Wir durchqueren schnell das Städtchen und fahren an der Altmühl weiter, ehe wir in der Wärme noch eine „Tank“-Rast in einem schönem Biergarten machen. Danach geht es weiter bis kurz vor Dietfurt, dort auf Schotterwegen am Kanal lassen wir das Städtchen aus und schauen uns stattdessen die Mündung der Altmühl in den Main-Donau-Kanal an.

Bis Meihern, einem ca. 10 Kilometer vor Riedenburg liegenden Dörfchen, zur Pension Schmid ist es nicht mehr weit. Sehr angenehm hier, still und ländlich, die Chefin gehört zu den älteren Semestern und zeigt eine nicht dick aufgetragene natürliche Freundlichkeit.

Während wir uns abendfein machen, wird der Wolkenhimmel indessen im Süden schwarz, morgen soll es Dauerregen (laut Prognosen) geben. Wir sitzen zum Abendessen auf der Terrasse an der Pension. Das ist hier überraschenderweise ein reiner Sachsentreff, außer uns sind noch drei weitere Ehepaare, die hier Urlaub machen. Dann wird zum Tagesabschluss ein kleiner Gang an den abendlichen Kanal unternommen und der dunkel drohende Wolkenhimmel kurz auf dem Balkon noch beobachtet. Und morgen den ganzen Tag im Dauerregen? Keine tolle Vorstellung…

heute 59 km Tour

An der Altmühl (4)

Mittwoch, 29.06.2022

Der sich täglich wieder verfestigende und zur Gewohnheit werdende Rhythmus stellt sich ein.

Packen, Taschen unten deponieren, unscheinbar wirken unsere Reisetäschchen gegenüber den teilweise recht üppig dimensionierten Schalenkoffern. Was werden die Leute wohl alle dabeio haben für diese Woche?

Das Frühstück ist wieder ok, ein Niederländer erklärt der Chefin die Zubereitung eines 2-Minuten-Eies und besteht darauf, dass sie dieses sogleich servieren möge. Nun denn…

9 Uhr, eine Stunde zeitiger als gestern, ist heute Abfahrt.

Wir müssen, weil wir nicht in Treuchtlingen nächtigten, 10 Zusatzkilometer absolvieren, aber das bringt uns ja nicht um. Das Wetter ist trübe, der Wind weht von SW, wir haben also leichten Rückenwind. Regen und heftige Gewitter sind angesagt, da wollen wir schon nah am Ziel sein, wenn die Gewitter eintreffen.

Zu Hause ebenfalls Dauerregen angesagt – am Ende fällt jedoch kein Tropfen, wie können die Vorhersagen so daneben liegen??? Und auch hier regnet es vorerst nicht, es wird schwül, aber sonst nix

Am Karlsgraben bei Treuchtlingen treffen wir das österreichische Paar. Kurzer netter Gruß, sie sind etwas früher als wir hier gewesen und radeln schon weiter, wir schauen uns noch kurz um. 793 wollte Karl der Große einen Kanal graben lassen zwischen der Schwäbischen Rezat, die zum Rhein fließt und der Altmühl, die zur Donau fließt. Ein kluges Vorhaben, wie auch immer man schon damals feststellte, dass geogaphisch hier dafür die beste Stelle sei, das scheiterte aber leider.

Schnell radeln wir danach durch Treuchtlingen, Erinnerungen an den 600er 2015 sind plötzlich da, die Gegend ist vertraut. Das Tal bis Pappenheim wird nun kurvenreich, waldig, eng, schön. Fotopause in Pappenheim, der Ruf der Pappenheimer geht übrigens auf die besondere Tapferkeit und Robustheit der von hier stammenden Söldner im 30jährigen Krieg zurück.

Solnhofen ist alsbald erreicht. Solnhofen und seine Steinbrüche, in denen man reichliche Funde von urzeitlichen versteinerten Tieren hatte und wohl noch hat. Das berühmteste, hier gefundene Exemplar ist der Vorläufer der Vögel, der Achaeopteryx, dem man unweit ein Denkmal gesetzt hat.

Zeit für ein zweites Frühstück. Abstecher in die nahe Klosterbäckerei, Kaffee und Kuchen im Hof zwischen Hühnern und Kaninchen, das ist Idylle pur, ein wahrer Geheimtipp.

In der Nähe des Bahnhofs befindet sich ein Laden mit vielen schönen Versteinerungen aus dem Solnhofener Steinbruch, die anzuschauen wir uns auch nicht entgehen lassen.

Weiter rollen wir nun durch das schöne Tal mit vielen Flusswindungen, vorbei an den Felsgruppen der 12 Apostel am gegenüberliegenden Ufer. Es ist immer noch stark bewölkt und schwül – aber trocken.

Weit ist es nun auch bis Eichstätt nicht mehr, die Burg ist eindrucksvoll, das Stadtzentrum hochherrschaftlich, bischöflich barock, sogar eine Universität gibt es hier, wir aber kehren nirgendwo ein, wir hoffen auf einen schönen Biergarten am Fluss. Doch nix ist! Alles zu oder eben gar nix…
Also bleibt uns an einer mittelalterlichen Brücke nur eine Rast mit Power-Riegeln übrig. Aber gut so, dass wir wenigstens die im Magen haben, denn auf den letzten Kilometern bis Kipfenberg lauert noch ein heftiges Auf und Ab im Wald am Fluss. Gegen 17 Uhr kommen wir an der Pension beim Metzger Neumeyer an. Alles ist gut – und trocken, der angesagte Regen fällt also auch hier aus, es wird langsam sogar wieder sonnig, gibt offenbar auch keine Gewitter mehr heute.

In Österreich dagegen gab es Unwetter, Hochwasser, Murenabgänge, kleiner Blick zum Inn rüber, auch da schüttete es heute heftig. Glück gehabt, Flixbus sei Dank.

Nach dem Abendessen im Gasthof folgt noch ein kleiner Rundgang durch den Ortskern und schließlich die Einkehr auf Bierchen und Radler im Biergarten. Kein bekanntes Gesicht ist zu sehen, wo werden „unsere“ Altmühlradler alle abgestiegen sein?

ca . 85 km Tour heute, die Königsetappe

An der Altmühl (3)

Dienstag, 28.06.2022

6.45 Uhr Aufstehen, wir packen rasch, stellen die Taschen an der Rezeption ab und lassen uns das gute Frühstück schmecken. Gegen 10 Uhr ist Abfahrt, auf Schleichwegen südlich aus Ansbach hinaus, befinden wir uns bald in einem schönen Bachtal, sind dort nicht ganz die Einzigen, aber die E-Radler sind schnell unseren Blicken entschwunden. Stellenweise führt der Schotterweg steil hinauf nach Elpersdorf, ehe wir es danach lange nach Herrieden hinab rollen lassen können. Dort halten wir uns allerdings nicht lange auf, machen ein paar Fotos an der schönen Altmühlbrücke mit Storchentor und kurbeln dann zügig in Richtung Gunzenhausen Altmühl-abwärts

Die Gegend ist recht eintönig, weit dehnt sich die Talfläche mit den riesigen Feldern. Indessen dreht der Wind auf NO und weht nun schräg von vorn. Die Wolken verdichten sich, südwärts bilden sich Mammatuswolken, der erwartete Regenschauer löst sich aber wieder auf, ohne uns zu erreichen, dann ist es auch schon wieder leicht bewölkt, sonnig

So halten wir an einem schöne Biergarten ein paar Kilometer vor dem Altmühlsee und bestellen uns zum kleinen Mittag eine Portion Grupften – das ist die fränkische Version von Obazda, sehr lecker, dazu Radler und alkfreies Hefeweizen zum Nachtanken. So lässt es sich leben.

Am und um den Altmühlsee herum bis Gunzenhausen treffen wir im Anschluss auf extrem viele Graugänse. Ungefähr 10 km vor Treuchtlingen biegen wir am Abzweig nach Trommetsheim von der Hauptroute ab und nehmen einen schönen Feldweg über einen flachen Seitenkamm. Oben auf einer Bank unter einer alten Eiche ist noch einmal Rast, ehe es dann auf dem Radweg an der stark befahrenen Straße bis Weißenburg hinab geht.

Bevor wir das Hotel suchen, schauen wir uns noch am 2000 Jahre alten Römerkastell um. Das Hotel am Ellinger Tor ist schnell gefunden, die Taschen sind schon da, das klappt gut, das Zimmer ist ok, perfekt.

Beim anschließenden Altstadt-Rundgang kehren wir im Biergarten des „Goldenen Adlers“ ein, die Kellnerin wirkt resolut, souverän und ist sehr nett, die liebe Reisegefährtin muss meine Hellen vom Fass aufholen und bekommt nach dem prima Essen noch einen Absacker, einen Slivovitz, gleich auf das eben gezahlte Trinkgeld verrechnet, sozusagen kostenlos ausgeschenkt.

Wir wollen morgen früher los, man prognostiziert hohe Gewittergefahr am Nachmittag und vor uns liegt morgen die „Königsetappe“ über 85 km bis Kipfenberg, da wollen wir nachmittags schon recht zeitig am Ziel sein.

heute ca. 70 km