Wenn die äußeren Bedingungen…

keine großen Reisen zulassen, besinnt man sich auch gern einmal wieder auf die nächste Umgebung, Manchmal ist es unfassbar, was man da in den letzten Jahren „übersehen“ hat. Statt der zur kleinen Tradition gewordenen Novemberwanderung zum Kyffhäuser geht es also in diesem Jahr in die Hohburger Berge. Ja, trotz der nur maximal 240 m hohen Hügel, die vor über 250 Mio. Jahren einen vulkanischen Ursprung hatten, bekommt man beim Wandern durch diese unweit der großen Stadt gelegenen Landschaft das Gefühl, sich mitten im Erzgebirge oder Thüringen zu befinden. Auf unserer Tour bieten sich ebenso vielfältige Eindrücke, Einblicke, Ausblicke wie in weiter entfernten Weltgegenden und das milde warme Herbstlicht in den noch teilweise belaubten Bäumen setzt allem die Krone auf.

An der Mulde

wir haben uns auf diese Flussseite seit vielen Jahren nicht mehr hin gewagt. Zu viele Leute, zuviel Trubel an der Riesengaststätte, zu viele Autos und und und… Aber – Corona machts möglich – plötzlich geht es doch. Viele Leute (auf Distanz natürlich), freundlich entspannt, die Riesengaststätte und Parkplatz geschlossen – nun ja, ein kleines Picknick aus dem Mitgebrachten tut es ja auch – so halten es etliche der Wanderer hier – und KEINE Autos. Zumindest auf den nächsten Kilometern nicht.

Und dazu Landschaft, Luft und Licht pur… Was kann schöner sein…

Seltene Wolkenformation

Solch ein sonniges Wetter wie auf unserer gestrigen größeren Himmelfahrts-Radrunde gibt es heute nicht mehr. Aber als wir am Ufer einer ehemaligen Tongrube in der Umgebung stehen, können wir merkwürdige Wolkenformationen beobachten, die über uns hinweg ziehen.
Es ist schwülwarm, fast windstill, laut Regenradar ist auch heute kein Gewitter zu erwarten, und trotzdem sind da diese teilweise apokalyptisch wirkenden oder wie aus einem Science-Fiction stammenden Wolken der herein ziehenden Wetterfront zu beobachten.

Asperitus-Wolken – unbewusst haben wir die vielleicht schon das eine oder andere Mal gesehen. Da ist Einiges los in der Atmosphäre, es scheint zu brodeln, doch wir, einige hundert oder tausend Meter tiefer, spüren davon noch nichts und stehen und staunen.

Hubertusburg und rund um den Horstsee (2)

Der Erholungsort Wermsdorf liegt am Rande weitläufiger Wälder unweit der Talsperre Döllnitzsse zu welcher auch Horstee und Göttnitzsee gehören und hat ebenfalls eine sehr bewegte Geschichte erfahren.
Wir aber nutzen nun noch die Gelegenheit, den Horstsee zu umrunden. Der Weg durch den Wald ist sehr einsam, das Forsthaus ist geschlossen, Picknick machen wir auf den Baumstämmen davor. Leider kann man den See nicht direkt am Ufer umrunden, aber zwischenzeitlich bieten sich trotzdem immer wieder reizvolle Blicke hinüber zur Hubertusburg oder dem höchsten „Berg“ der Umgebung, dem Collmberg.
Und endlich sorgt noch ein Haubentaucherpärchen für ein wenig Unterhaltung, ehe wir die Runde beenden.
Hmmm – was wäre , wenn es das Mirakel des Hauses Brandenburg nicht gegeben hätte… Hieße unser Bundeskanzler heute Kurz?

Hubertusburg und rund um den Horstsee (1)

Siebenjähriger Krieg?
Jaaa, ist bekannt – Schule, 7. Klasse – seeehr lange her – Preußen und Verbündete gegen Österreich und Verbündete. Dieser verheerende und furchtbare Krieg betraf übrigens auch die Sachsen mehr oder weniger direkt.
Wie wäre die Weltgeschichte verlaufen, wenn Friedrich II gegen Maria Theresia verloren hätte – wäre Sachsen dann österreichische Provinz? Das lässt viel Raum für Gedankenspiele, aber die Geschichte verlief eben nun einmal anders. Am 15.02.1763 wurde, und nun kommen wir zum Thema, der Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen, Österreich und Sachsen geschlossen. Hubertusburg, Schloss Hubertusburg in Wermsdorf, gar nicht weit weg, das sollte nun endlich, endlich einmal ein Ausflugsziel werden.
Da war man nun in Asien, Afrika, hat Europa kreuz und quer bereist, aber in Hubertusburg, dem so genannten sächsischen Versailles waren wir noch nie. Eigentlich peinlich für uns Einheimische.
Also ist Hubertusburg unter anderem heute unser Ausflugsziel.
Auch wenn man Corona-bedingt die Museen gesperrt hat, lohnt sich auf jeden Fall eine Besichtigung des weiten großzügigen Innenhofes des Rokoko-Schlosses.
Geschichtliche Details überlassen wir lieber Wikipedia, Interessierte können hier gern nachschlagen.

Wanderung am Rochlitzer Berg (4)

Nach Sörnzig hinüber gelangen wir auf einer Hängebrücke, die hügelige Landschaft ist wunderbar, man sollte wirklich einmal wieder…
Vom kleinen Dörfchen Sörnzig beginnt dann der Aufstieg zum Rochlitzer Berg und verläuft erst sanft über Wiesen, dann etwas steiler im Wald oben.
Der Blick weitet sich und reicht heute bis zur bunten Esse des Chemnitzer Kraftwerks Nord in ca. 30 km Entfernung. Bei klarer Sicht – unsere Älteste hatte jedoch etwas von Saharastaub in der Luft erzählt – also heute nicht, kann man bis zum Fichtelberg ca. 70 km weit schauen.
Auch oben auf dem Gipfel haben das Türmerhaus und der Aussichtsturm geschlossen – ja, da werden wir wieder einmal erinnert – also Picknickmitnahme ist unbedingt erforderlich – danach beenden wir unsere schöne Wanderung straßenabwärts wieder auf dem Parkplatz.

Wanderung am Rochlitzer Berg (3)

Die Mulde ist ein naturbelassener Fluss, der derzeit auf Grund der langen Trockenheit nur wenig Wasser führt und überall Sand- und Schotterbänke sichtbar werden lässt. Aber gerade das hat einen bemerkenswerten Reiz und erinnert mich an die wilden rumänischen Flusslandschaften. Man sollte nicht vergessen, dass in den beiden Jahren 2002 und 2013 zwei „Jahrtausend“-Hochwasser ihre meterhohen Fluten durch dieses Tal schoben. Der schnellste Fluss Europas, die Städte weiter flussabwärts, Rochlitz, Colditz, Grimma, Eilenburg, hatten keine Zeit zum Reagieren und versanken beide Male tief im Wasser. Mittlerweile hat man viel für den Hochwasserschutz unternommen und gebaut, hoffen wir, dass es den Menschen hier hilft.
Bis Fischheim, Sörnzig verläuft der von blühenden Obstbäumen gesäumte Weg dann durch Wiesen und Rapsfelder.