WhiteOut

WhiteOut – einmal haben wir das am Monte Rosa beim Abstieg von der Margheritahütte erlebt. Plötzlich bilden Wolken, Nebel und Gletscher eine helle einheitliche Fläche, in der jegliche Konturen verschwinden. Auf dem Gletscher war das wegen der Spaltenzonen damals nicht ganz ohne, zumal der Wind begonnen hatte, die Spuren zu verblasen. Aber es ging gut, kurze Zeit später waren wir unterhalb der Wolken…
Hier im Lausitzer Gebirge ist das Risiko doch etwas geringer, die Spaltengefahr geht gegen Null 😉 Aber eindrucksvoll – und schöööön – ist es schon, als wir unvermittelt am Dorfausgang ins WhiteOut hinein laufen. Etwas Orientierung gibt die Spur im Schnee, der Weidezaun und manchmal im weißlichen Grau schemenhaft zu erkennende Bäume.
Außerhalb von Raum und Zeit – hier, im eisigen Frostwind klappt es wieder einmal…

Traumzeit

Zum Ende der kleinen Riesengebirgsserie möchte ich Euch noch ein Bild der unvergesslichen Nachtwanderung hinauf zu den Mädelsteinen nicht vorenthalten.

Traumzeit

Das Essen in der Baude war richtig gut, nun ist es fast dunkel, als wir ausgeruht den Berg höher und höher steigen.
Auf die Stirnlampe können wir verzichten, vom mit dünnen Wolken bedeckten Himmel scheint der Mond ausreichend hell, so dass man gut auf dem steinigen Weg nach oben voran kommt.
Der Wind frischt allmählich etwas auf, kälter wird es, noch wenige hundert Meter, Knieholz ringsum, unvermittelt ein freier Blick auf die Lichtermeere im Norden, im polnischen Vorland.
Schwarz ragen sie dann vor uns auf, die Felsen der Mädelsteine, 1400 Meter sind wir jetzt hoch und die Lichter der Zivilisation weit unter uns.
Drüben im fahlen Mondlicht der Gipfel des Maly Sisak, des Kleinen Rads, dahinter die Kuppe der Schneekoppe, eigenartige Wolken darüber.
Sind wir höher als der Mond mit seinem Halokranz?
Fremd, unwirklich, surreal…

Wellen

Weitere Bilder findet Ihr in dieser Galerie

Zeit haben wir, unsere Urlaubstage sind nicht davon bestimmt, das Eine oder Andere, jedes kulturelle oder landschaftliche Highlight „abarbeiten“ zu müssen.
Treiben lassen, langsam, die Augen und Sinne offen halten, für das, was zu sehen, zu hören und zu riechen ist. Das Rauschen der Wellen zum Beispiel.
Nimmt man sich die Zeit, Wellen zu beobachten, dann fällt heute auf, dass sich das Wasser zu langgezogenen Bergen bei diesen Windverhältnissen auftürmt. Sie wachsen, wachsen, dann ist plötzlich der kritische Punkt erreicht, an dem an einer Stelle die Welle bricht. Und wie eine Kette von fallenden Dominosteinen setzt sich das Brechen der Welle längs des ganzen Wellenberges fort, bis die Wasser auf den Strand prallen und scheinbar von der nächstfolgenden Welle zurück ins Meer aufgesogen werden.
Das menschliche Auge kann dem kaum folgen, aber die Kamera fängt es ein und je nach Belichtungszeit gelingt es, die Bewegung sichtbar zu machen, diese Linien, diese Farben des Wassers, dieses Auftürmen und Brechen.
Oder andere Betrachtungsweise, das Erfassen des 1000stel-Sekunden langen Moments, dieses Einfrieren der Woge zu einem Bild geschmolzenen Glases.

Im Mondlicht

Das Warten hat sich gelohnt, irgendwann machte sich der Schwan tatsächlich auf den Weg, zunächst schien er schon geschlafen zu haben, tut mir den Gefallen und schwimmt genau in die Mondlichtreflexe auf dem Achterwasser .

Segelboot und Wolke

Seltsam, dass man manchmal lesen kann, dass Andere fast gleichzeitig ähnliche Phasen durchleben wie man selbst. Zum Beispiel dieser plötzliche Überdruss an knallig bunten Bildern von Weltgegenden, die millionenfach immer wieder abgelichtet wurden und die als Massenware in den Social Media breit gestreut werden.
Man denkt darüber nach, ertappt sich dabei, dass man ebenso zu den Menschen gehört, die das Netz mit Bildern fluten, nimmt sich vor, das künftig ganz anders zu machen – wie auch immer und spürt, dass es trotz der guten Vorsätze viel zu viel gibt, was man doch gern zeigen möchte, weil die Welt eben so bunt und erstaunlich ist.
Innere Ruhe und Balance zu finden, erfordert auch, dem Auge zeitweise etwas Erholung zu gönnen, Bilder zu machen, deren Inhalt auf ein Minimum reduziert ein Gefühl von Stille vermittelt.

Und auf einmal ist dann die Gelegenheit da, das abzubilden, ein Moment, in dem alles zusammenpasst und stimmt.

Wenn es Euch interessiert, findet Ihr auf dieser Seite einige unbewusste oder bewusste Bild-Versuche mit einer Reduktion aufs nötige Minimum. (wird immer mal ergänzt)

Ruhige See

Die stillen Tage am Stechlin sind vorbei, nun wechseln wir noch auf die lebhafte Insel Usedom und versuchen dort, abseits der Touristenpfade die Schönheiten der Landschaft und Natur zu entdecken.

Sterne

Nicht Bekanntes und Benanntes suchen, erfassen, dokumentieren, analysieren.
Sitzen, Schauen, Staunen, Verstehen, warum die Menschen dass da oben Milchstraße genannt haben.
Nicht abbilden, was man sieht, sondern abbilden, was man dabei fühlt.
Um dann voller Erstaunen das plötzlich grell-grün aufflackernde sekundenlange Licht und sofort wieder in der Finsternis-Versinken zu registrieren.
Was denn?
War doch nur ne Feuerkugel, hier über dem See…

(das man hier so viel Sterne sehen kann, liegt nicht unbedingt am Wein, sondern an der wirklich sehr tiefen Finsternis – nur so war es auch möglich, endlich einmal ein Panorama der Milchstraße aufzunehmen. – Anklicken und Vergrößern lohnt sich – in der Bildmitte kann man sogar beim genauen Hinschauen den rötlichen Nordamerikanebel und den Stern Deneb erkennen)

Weißt Du…

Stille, kein Laut, nichts. Keine plätschernden Wellen, kein Rauschen des Windes im Laub.
Es wird immer dunkler und am Himmel glitzern die ersten Sterne. Nur der eigene Atem ist zu hören, kurz meckert ein ungehaltener Schwarzspecht in den Baumkronen, dann wieder Stille.
Man wagt nicht, diese mit den Hantierungen an der Fototechnik zu stören, ganz behutsam und gedämpft bewegt man sich, wie in Zeitlupe, um nur ja diese Stille nicht zu zerreissen.
Dann wechseln wir den Standort am Seeufer. Leer gefegt ist jetzt der Badestrand, kein Mensch (außer uns) ist zu sehen.Selbst hier, in der Nähe des Dorfes, herrscht absolute Stille. Kaum zu fassen…
Lassen wir das Fotografieren doch nun sein und setzen uns auf eine Bank, lassen die Flasche Wein kreisen und betrachten einfach nur den dunklen Nachthimmel über uns, an dem so viele Sterne funkeln, wie man es nur aus menschenfernen Weltgegenden kennt.
Dazu im Kopf die Erinnerung an die wunderbare Szene in einer Buchverfilmung des Schriftstellers, der hier ganz in der Nähe lebte, schrieb und auch begraben wurde.
Kinder, die mandolineklimpernd am Feldrain entlangziehen und singen.
Weißt Du wieviel Sternlein stehen?

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