Darß – Sonnenuntergang am Weststrand

Nein, den erspare ich Euch nicht 😉

Damit beende ich nun aber auch die kleine Darß-Serie und hoffe, sie hat Euch gefallen und vielleicht die Eine oder den Anderen angeregt, dort auch einmal Urlaub zu machen.

Darß – Farben und Licht am Meer

 

 

Zu diesen Bildern muss ich doch noch ein wenig Text mitgeben…
Meine malerischen Fähigkeiten beschränken sich leider eher auf Strichmännchen oder das Malern von tapezierten Wänden. Sehr schade – das bedauere ich schon seit Jahrzehnten – denn so blieb es mir immer unmöglich, bestimmte Dinge, Stimmungen, Gefühle, die man verbal nur schwer beschreiben kann, abzubilden.

Und nun zeige ich diese etwas diffus wirkenden Bilder hier…
Manch Eine(r) wird sich fragen, was denn daran schon besonders sei.

Ich will versuchen, das zu erklären.

Es ist ein Versuch, etwas nicht nur abzubilden und zu dokumentieren, sondern Stimmungen mit Hilfe der Fotografie zu malen, wobei es hierbei nicht um Gefallen oder Nicht-Gefallen geht.
Der oder die Eine wird es vielleicht ebenfalls mögen, Andere wiederum nicht. Das ist nun mal so.

Technisch ist es keine Herausforderung, diese Fotografien zu machen. Stativ, Kamera, Graufilter, das Ganze halbwegs gerade auf den Horizont ausgerichtet und los. Technische Vollkommenheit ist (zunächst) auch nicht das Ziel.
Und trotzdem liefert die Kamera diese Ergebnisse – die überraschenderweise genau so sind, wie sie beabsichtigt waren.

Durch die Langzeitbelichtung, so erscheint es, werden in einem gewissen Maße Formen, Linien, Strukturen und auch der Zeitbezug aufgehoben, die gewohnte wahrgenommene Realität verschwimmt, alles reduziert sich auf Farben und Licht.

Das ist Absicht – das Auge benötigt nicht unbedingt, abgesehen von gelegentlichen Wolken oder einer Buhne, die ins Bild ragt, einen Fixpunkt oder Linien, die es führen. Der Blick erweitert sich, um bereitwilliger die Gesamtwirkung des Bildes aufnehmen.

Im besten Fall kann der Betrachter nun die zum Moment der Aufnahme herrschende Stimmung nachvollziehen und ein bestimmtes Gefühl empfinden.
Das Aufgehen in der endlosen Weite von Meer und Himmel – das Spüren der Stille, des Rauschens von Wind, Wellen, Wärme, Kälte und damit verbunden vielleicht auch eines Gefühls von Ruhe…

Das kann man fühlen, wenn man zu früher Stunde, wenn alles noch schläft, ganz allein an einem Strand steht.

 

Blaue (Morgen-) Stunde

am Darßer Weststrand.

 

 

Darß – Sterne am Weststrand

 

 

Spätestens seit dem Film „Contact“ war es schon immer ein Traum, einmal am Darßer Weststrand den Sternenhimmel zu betrachten (und wenn es geht, diesen sogar zu fotografieren).

Als nach einem äußerst ausgefüllten Tag mit abendlichem Kranicherlebnis die letzten Wolken vom Himmel verschwinden und die ersten Sterne aufglimmen, gibt es kein Halten mehr.
Wann, wenn nicht jetzt?
Drin im Warmen sitzen, Essen gehen oder fernsehen kann man später auch noch…
Die Temperatur ist seit vorhin spürbar gefallen, das erfordert ausreichend warme Kleidung, die Beleuchtung am Rad ist perfekt – ohne fahrbaren Untersatz schafft man die 5 km bis zum Weststrand nicht ohne Weiteres und mit dem Auto ist es zum Glück verboten – die Stirnlampe zur Ergänzung darf ich auch nicht vergessen…
Der Wechsel von der beleuchteten Straße zum Wald hin ist extrem.
Mit einem Schlag ist es völlig finster, man sieht die Hand vor Augen nicht mehr.
Also wird die Stirnlampe zur Ergänzung noch angeknipst.
Von früher her ist das ja nun kein unbekanntes Gefühl, auf etlichen Nacht-Rad-Fahrten hat man das Ganze schon erlebt und erprobt, hat manches Mal irgendwo auch im Biwaksack in der Pampa genächtigt. Doch da befand man sich mit dem Rennrad auf Straßen und war ab und zu in Begleitung unterwegs. Und ich bilde mir ein, noch nie durch eine solch undurchdringliche Finsternis gerollt zu sein.
Bis auf das Rascheln unter den Reifen ist es absolut still, auch die Bäume tauchen nur geisterhaft bleich im Kegel der Lampen kurz auf und verschwinden hinter mir wieder im Unsichtbaren.
Kein besonders gutes Gefühl ist das, auch wenn ich mir immer wieder einrede, dass der größte Feind des Menschen der Mensch selbst ist, hoffe ich doch sehr, dass mir kein aufgestörtes Wildschwein und kein Hirsch in die Quere kommt.
Und Pennywise, von dem mir unsere Jüngste erzählte, wird sich heute ja wohl kaum in den Darßwald verirrt haben. Nur – sicher bin ich mir da nicht – was nunmehr wieder dazu beiträgt, dass sich einige Härchen aufstellen und ich noch etwas schneller dahin rolle…
Die Stämme der Buchen wirken immer grotesker und gespenstischer – doch das verrät schließlich die Nähe des Weststrandes.
Endlich – noch das Rad anschließen, dann schnell zum Strand hinunter.
Ein Blick nach oben…
Wolken sind aufgezogen – aber noch geht das.
Auch hier ist es, bis auf den Lichtstrahl des Leuchtturms am Darßer Ort, die blinkenden Lichter an den Bojen und Schiffen, die nordwärts fahren und Rostocks Lichtschimmer am südlichen Horizont stockfinster.
Stativ und Kamera sind rasch aufgebaut.
Der Standort wurde schon tagsüber ausgemacht, es kann los gehen, mal sehen, was Kamera und Objektiv so drauf haben.
Als bei Blende 2.4 und 6400 ISO (die immer noch ziemlich rauschfrei sind) selbst auf dem Display die Milchstraße deutlich zu erkennen ist, ist der Radelnde Uhu einfach nur noch begeistert.
Erstaunlich, wie zügig sich auch die Augen an das Dunkel gewöhnen, ohne Stirnlampe lässt es sich an der Technik hantieren.

Und immer wieder muss man sich aufrichten und einfach nur schauen und staunen. Der nächste Mensch ist 5 Kilometer entfernt. Hier ist man wirklich ganz allein in dieser endlosen Weite unter diesem Sternenhimmel.

Kraniche am Günzer See

 

In Groß Mohrdorf, zwischen Barth und Stralsund gibt es ein Kranich-Informationszentrum, denn in dieser Region um den Günzer See haben die Kraniche, wenn sie auf ihrer Reise in den Süden im Herbst Rast machen, ihre Futterplätze.

Damit die zigtausende Vögel den Bauern nicht die Saat wegfressen, werden hier von ehrenamtlichen Helfern Ackerflächen gepachtet und Mais ausgestreut, der die Kraniche anlockt.
Für Besucher ist das ein natürlich ein großes Schauspiel, wenn mit lautem Trompeten zahllose dieser großen schönen Vögel hier Kräfte für den Weiterflug sammeln.

Wie auch Linsenfutter schon darauf hinwies, sollte man das Auto nach Möglichkeit nicht verlassen, um die scheuen Tiere nicht zu stören, auch wenn die Straße in gebührendem Abstand von den Futterflächen verläuft.
Nationalpark-Ranger achten zudem darauf, dass sich kein Fotograf und Tourist näher als erlaubt an die Vögel heran pirscht.
Es gibt deshalb auch einen sehr gut ausgebauten Kranichbeobachtungspunkt hier, in dem zusätzlich Einiges an Informationsmaterial bereit gehalten wird.