Andromeda

Unsere Nachbargalaxie soll (bei ganz dunklem klaren Himmel) sogar mit dem bloßen Auge zu sehen sein. Die Andromeda-Galaxie (M31) ist 2,5 Mio. Lichtjahre entfernt. Das schwarze Loch in ihrem Zentrum soll eine Masse von von 100 Mio. Sonnenmassen haben. Unvorstellbar, das Licht, welches wir jetzt sehen, ist 2,5 Mio. Jahre alt. Auf einer Weitwinkelaufnahme ist nur ein diffuser weißer Fleck zu erkennen, mit 200 mm Brennweite und einer genügend langen Belichtungszeit ist es möglich, sogar Details, wie ihre Spiralarme sichtbar zu machen.

Zugegeben, die Sterne sind noch nicht schön punktförmig, aber wir lernen ja noch 😉

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 8000, f 4.0, Belichtungszeit: 40 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Draußen vor der Tür

Es ist da, wirklich…
Es ist groß, unwahrscheinlich groß, unvorstellbar groß, hell, und sehr weit entfernt. Nur deshalb sehen wir es mit bloßem Auge nicht.
Wie oft hat man nachts schon im Freien Zeit verbracht und diese kalt glitzernden Punkte am dunklen Himmel betrachtet. Selbst in großen Städten, wo die Lichtverschmutzung die Sicht extrem beeinträchtigt, kann man ahnen, dass es da oben noch mehr als die paar Leuchtreklamen und Lampen ringsum gibt.
Und steht man an einem ganz dunklen Ort, der weit entfernt von künstlichen Lichtquellen ist und kann den Schimmer der Milchstraße erkennen, weiß man, dass da noch mehr ist, als nur dieses Sternengewimmel.
Auch wenn es nur Anfangsversuche sind und man das Gefühl hat, wieder einmal Laufen zu lernen und auch wenn es natürlich viiiiel bessere Fotos davon im Netz gibt, ist die Freude über diese ersten Aufnahmen groß.
Das sichtbar zu machen, was uns gewöhnlicherweise verborgen bleibt, hat einen großen Reiz – und das, was man hier sieht, ist das, was ich selbst mit den Augen meiner Kamera „gesehen“ habe.
Und es regt wieder einmal ganz besondere Gedankengänge an – auch wenn das, was man hier schön bunt sehen kann, mit Sicherheit, glühend heiß, eiskalt, stickig oder luftleer, also nach unseren Maßstäben absolut lebensfeindlich ist – und das wahrscheinlich weit über 90% des Universums betrifft – schon dass es auch einige wenige Prozente Möglichkeit geben könnte, dass da draußen Leben existiert, in welcher Form auch immer, ist extrem spannend.
Die Freude jetzt ist vielleicht größer als später, wenn es gelingt, diese Fotos besser, perfekter zu machen…

Dank einer kleinen technischen Neuanschaffung, einer genialen mechanischen Nachführung, welche die Erdrotation ausgleicht, kann man nun auch einmal einen Blick in tiefere Regionen des Alls wagen.

Die Milchstraße im Bereich des Sternbilds Schwan ungefähr in der Bildmitte kann man den Nordamerikanebel in der Nähe des Sterns Deneb erkennen.


Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Sigma 24 m Art, f 2.2, Belichtungszeit: 10x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Perlenkette

Hier noch ein Nachtrag, zu einem schönen Erlebnis Ende Oktober:

Kurz vor der Tagesschau geht der Blick noch einmal aus dem Fenster. Uiiiii – das gibts doch gar nicht. Wie an einer Perlenkette stehen da draußen von links nach rechts gesehen Saturn, Jupiter und Mond am dunklen Abendhimmel. Nichts wie hinaus, das kommt so schnell nicht wieder, das muss man festhalten.

Tagesschau? Verdrängen wir heute mal besser die täglichen Fallzahlen…

Wie mir Elon Musk…

die Illusion nahm, die heile Welt beginnt da oben bei den Sternen..

Schön ist es, hier im gaaaanz frühmorgendlichen Garten unter den Sternen zu stehen, jeder Winkel ist hier vertraut und wartet darauf, ein passendes Fotomotiv zu werden.
Ist es hier unten auf der Welt schwer auszuhalten, sucht man eben den Trost da oben, bei den Sternen. Dahin ist der Mensch noch nicht weit vorgedrungen, da ist noch alles, so wie es immer war.
Sterne, Planeten, der Mond, ab und zu (na gut) ein Satellit…
Noch ein Satellit, noch einer und noch einer… Das geht ja jetzt wie am laufenden Band, im Sekundentakt schweben plötzlich Ketten von Satelliten lautlos über den Himmel.
Es dauert nicht lange, bis man als fassungsloser Beobachter begreift, was sich da oben gerade abspielt.

Starlink ist das Stichwort – mit schönen Grüßen vom Elon…
Ein heftig umstrittenes Projekt, welches Elon gerade mit Unterstützung der NASA – die haben natürlich nicht alle Anderen gefragt, weil der Weltraum ist ja eh…
Dieser Mensch denkt in großen Dimensionen, über 40.000 dieser Dinger kreisen eines Tages über uns.
Nun ja – es mag sicher ein hehres (vielleicht auch nicht ganz uneigennütziges) Ziel sein, zuerst die USA und dann den Rest der Welt mit gutem Internet zu versorgen und wer hätte schon etwas gegen eine gute (zumindest 4G) Verbindung in jedem entlegenen Winkel der Erde. Und wenn man mit einem super Internet sicher auch die Lebensqualität von Milliarden verbessern, Leben retten kann, was auch immer, auch Blogger leben ja schließlich davon – stellt sich hier in diesem Moment zumindest mir die Frage – wo ist die Grenze von dem, was wir tun, um unsere Umwelt in unserem (vielleicht zu kurz gedachten) Interesse zu verändern.
Die Geschichte hat gezeigt, wissenschaftlich-technische Errungenschaften werden im Allgemeinen nicht nur zum Guten für die Menschheit verwendet, sondern auch zu anderen undurchsichtigen negativen Zwecken missbraucht.
Und im Augenblick zerstört das Geflacker da oben gerade die Fotos des frustrierten Hobbyfotografen – aber ja – das ist ein Luxusproblem, Jammern auf hohem Niveau, gibts keine richtigen Probleme? – schließlich gibt es Software, mit der man die Bilder manipulieren, „retten“ kann und die paar Astronomen, die eine beeinträchtigte Sicht ins All haben – na wenn schon, davon abgesehen, dass wir auch da oben alles zumüllen und zuschrotten, denn wer glaubt schon ehrlich daran, dass dieser Müll eines Tages nachhaltig entsorgt werden wird…
(Damit dieser – subjektive (es gibt schließlich ausreichend Pro und Contra) – Beitrag nicht als Diskussionsplattform (denn ich habe im Augenblick selbst noch keine ausgeprägte Meinung zu Starlink) benutzt wird, lasse ich heute mal die Kommentarfunktion ausgeschaltet – bitte habt dafür Verständnis)

Und über allem die Sterne

Geht Euch das genauso? Man hat ein bestimmtes Bild vor dem (inneren) Auge, welches man auf einem Foto umsetzen möchte.
Ganz ohne Fotomontage, Verfremdung, nachträgliche Manipulation – das bedeutet, einen Ort zu finden, wo alle Bedingungen aufeinander treffen. So geschehen schon einmal hier an der See.
Und dann schweifen die Gedanken in die Umgebung, weiter geht es vermutlich wegen Corona nun erst einmal nicht mehr, wo könnte das sein? Das kann u.a. auch zu unterbrochenem Nachtschlaf führen, weil man sich so an der Idee festbeißt, dass man dann für unwesentliche Dinge wie Schlaf keine Zeit hat. Und dann kommt blitzartig die „Erleuchtung“ – Mööönsch, genau das hat man doch direkt vor der Haustür!!! Besser geht es nicht. Von Schlafen keine Spur mehr – kann man später auch noch…

Die Sträucher im Garten, das bunte Laub des Knöterich, des wilden Weins, des Walnussbaums und der Eiche nebenan… Der Blick hindurch, wie durch ein Fenster – ein Fenster zu den Sternen.

Lichtpünktchen-Knipserei

Paaah, das sind doch wieder nur ein paar schnöde Lichtpünktchen auf den Bildern. Viel Dunkel, dazu noch ein wenig verrauscht und verstreut ein paar weiße Punkte…

Der Himmel ist klar, zu weiten Ausflügen reicht die Lust dann allerdings doch nicht, also geht es nur in früher Morgenstunde hinaus in den Garten. Die Müdigkeit ist nach der Woche noch groß, aber die Chance, den Mars UND dann noch die Venus auffällig hell am Morgenhimmel zu erleben, ist die Mühe wert.
Und es wurde nicht zuviel versprochen, rötlich hebt sich der helle Punkt des Mars am Südwesthimmel deutlich von den anderen Pünktchen ab. Auf Grund seiner Farbe wurde der rote Planet wohl durch frühere Generationen als bedrohlich empfunden und nach dem Kriegsgott Mars bezeichnet. Na das ist doch schon etwas… Die Kälte dieses Septembermorgens ist schon (fast) vergessen. Klappern und Zittern kann man später nachholen.

Und dann die Venus, südöstlich am Himmel, wo sich schon erste Lichter des neuen Tages zeigen, in strahlend weißem Glanz – das ist schon schön 🙂 Eine Pracht für das (verschlafene) Auge – wenn man geflissentlich vergisst, welche Gifthölle sich unter den dichten Wolken dieses Planeten befindet.

Auf den Aufnahmen ist später am Mond deutlich der graue Teil zu erkennen, der vom Erdschein, also dem Sonnenlicht, welches von der Erde reflektiert wird, beleuchtet wird. Kuhl – um es kurz zu sagen…

Auch die weißen Spritzerchen im Sternbild Krebs östlich der Venus – das ist kein Objektivfehler oder eine ungewollte Lichtreflektion, das ist ein sogenannter offener Sternhaufen, der M44 – Praesepe, in einer Entfernung von ca. 600 Lichtjahren und einem geschätzten Alter von 600 -700 Mio. Jahren, also nach universellen Maßstäben noch blutjung. Auf Grund seiner recht guten Sichtbarkeit ist der schon seit der Antike bekannt. Wieder was gelernt… Es hört eben nicht auf 😉

683.995.000 (und 1.400.881.000)

Nein, keine Sorge, das sind nicht meine Kontoverbindungen oder die neuen Lottozahlen…
Es sind die ungefähren Entfernungen der Riesenplaneten Jupiter und Saturn mit Stand 10.09.2020 um 21 Uhr von der Erde.
Aus astronomischer Sichtweise ist das nur ein Katzensprung, aber Sechshundertdreiundachtzig-millionenneunhundertfünfundneunzigtausend Kilometer weit weg – mit menschlichen Maßstäben ist das schon fast unvorstellbar. Und erst der Saturn, der ist mehr als doppelt so weit von uns entfernt.
Vergleicht man die Entfernungen mit denen vom 08.09.2020, dann stellt man fest, dass sich in nur zwei Tagen diese beiden Planeten über 3.900.000 Kilometer noch weiter weg von uns bewegt haben. Eine kaum fassbare Geschwindigkeit – und wenn man versucht, sich vorzustellen, dass wir auf unserer Erde sicher ähnlich schnell durch die Weiten des Alls unterwegs sind…
Faszinierend…
Trotzdem kann man die Beiden abends ab der Blauen Stunde am Südwesthimmel mit bloßem Auge gut erkennen. Das ist eigentlich noch erstaunlicher, wenn man überlegt, dass Jupiter und Saturn zwar im Vergleich zur Erde riesig sind, aber mit 139.2820 km bzw. 116.460 km Durchmesser nicht wirkliche Übergrößen besitzen. Trotzdem reicht das bisschen Sonnenlicht, welches sie erreicht, immer noch gut aus, um sie uns als hellleuchtende „Sterne“ zu präsentieren.
Mit den normalen „Hausmitteln“ ist es sogar möglich, sie gut erkennbar abzulichten. D.h., mit nur einer 200er Brennweite sind zum Einen diese Beiden und dann sogar noch Weiteres gut zu erkennen.
Vergleicht man unsere recht fortgeschrittene technische Ausstattung mit der von Galileo Galilei vor ca. 450 Jahren, empfindet man den allergrößten Respekt vor diesem Mann, der nicht nur das bisherige Weltbild gründlich verändert, sondern nebenbei auch noch auf die 4 Lichtpunkte neben dem Jupiter aufmerksam wurde und richtig erkannte, dass die täglich ihren Standort veränderten und sich zu allem Überfluss nicht um die Erde drehten, sondern ihre Bahnen offensichtlich um den Jupiter zogen.
Richtig – gemeint sind die Galileischen Monde – erkennbar auf den nachfolgenden (stark gecroppten) Fotos, deren Qualität mir die richtigen Astronomen und Astrofotografen bitte verzeiehn mögen. (vielleicht ist ja mal noch ne bezahlbare Nachführung mit drin)
Eindrucksvoll, welche enormen Entfernungen diese Trabanten ebenfalls in nur wenigen Tagen um ihren Planeten zurücklegen.

In diesem Sinne kann Euch der immer noch staunende uHu wirklich nur empfehlen, einmal (gern auch mehrmals) den Blick abends gelegentlich zum Südhimmel zu richten und sich an diesem recht seltenen Anblick zu erfreuen. Mit einem normalen Feldstecher könnten sogar die Galileischen Monde erkennbar sein.
Freuen wir uns ebenfalls auf die „dunkle“ Jahreszeit, die uns an den langen Abenden noch manches überirdische Schauspiel bieten wird.