NLC-Pano (12.06.2021)

„Sie hätten einen Dichter schicken sollen.“ schwärmt die Astronautin im Fast-Lieblings-Film.
Weil es wieder einmal so schön war, zum Abschluss noch ein Pano…

NLC (12.06.2021)

Jetzt oder nie!
Umdrehen und zurück zum Beobachtungsplatz fahren sowie das erneute Aufbauen von Stativ usw. sind jetzt Sache von wenigen Minuten.
Jaaaa. Hier gibt es keinen Zweifel mehr. Etwas blass, aber ganz eindeutig, das sind sie!!!
Ein schmales Band von zarten Wellenstrukturen, dazu dieses seltsam bläuliche Schimmern, wunderschön.
Der einsame Baum davor, die Silhouette der Bäume am Horizont, darüber die Sonnenuntergangsfarben und diese wunderschönen Wolken.

https://lutz-brauer.com/2020/07/24/spektakel-am-nachthimmel-c-2020-f3-neowise-und-nlc-4/
https://lutz-brauer.com/2019/06/27/leuchtende-nachtwolken-die-zweite/
https://lutz-brauer.com/2019/06/24/leuchtende-schleier-am-nachthimmel/

Auf der Jagd nach NLCs (12.06.2021)

Das NLC-Fieber steigt, auf dem Radar sind kräftige Echos zu sehen.
Leider nur werden sie gegen Abend schwächer, aber man soll die Hoffnung ja nicht. usw. usf…
Gespannt wie ein Flitzbogen ist der Radelnde uHu am Abend nun nicht mal mehr in der Lage, dem Fernsehfilm aktiv zu folgen…
Die Wolken der Kaltfront lockern auf, auf den Webcams mit Blick nach Norden ist klarer Himmel zu sehen, der Wind lässt ebenfalls nach. Fototasche ist gepackt, das Weitwinkel, das 70-200er Zoom, Fernauslöser, Stativ… Karte steckt in der Kamera – jaaaa.
Gegen 22 Uhr geht es also wieder aufs Rad und aus dem Dorf hinaus zum Beobachtungsplatz. Hinter dem Betonhäuschen ist man gegen neugierige Blicke der zum Samstagabend sehr zahlreichen Autofahrer, die ungebremst durch die S-Kurve rasen, weitgehend geschützt.
Nun also heißt es Warten, Schauen, Warten, Fotografieren der schönen Farben nach dem Sonnenuntergang, der Wolken, tiefziehender Kaltfront-Haufenwolken.
Warten, es wird allmählich dunkler und dann sind gaaaanz weit oben plötzlich erst undeutlich, dann immer klarer Wolkenstrukturen zu erkennen, die vielleicht…
Diese Fasern, diese Wellenformen, das könnte doch. Die Höhe lässt sich schlecht abschätzen, aber sie ziehen sehr sehr hoch dahin.
Nur, es fehlt dieses blausilbrige fremdartige Schimmern. Sind es nun NLC oder nicht…
Aber sie ziehen recht schnell, zu schnell, dann – auf den Aufnahmen ist es zu erkennen, sinken sie ab, nehmen die rosigen Farben der untergegangenen Sonne an.
Falls die Fachfrau Claudia Hinz von Fichtelbergwetter diesen Blogbeitrag liest – welche Art von Wolken sind das? Sie scheinen (zumindest vor dem Absinken auf den ersten Aufnahmen mit den Wellenstrukturen) wesentlich höher als „normale“ Zirruswolken zu ziehen.
Aber NLCs sind es höchstwahrscheinlich nicht.
Als es fast dunkel ist, wird schließlich zusammengepackt und die Rückfahrt angetreten.
Als der Radelnde uHu schon fast das Dorf erreicht hat, sind plötzlich in Richtung NNO feine bläuliche Strukturen relativ niedrig über dem Horizont zu erkennen…

https://lutz-brauer.com/2020/07/24/spektakel-am-nachthimmel-c-2020-f3-neowise-und-nlc-4/
https://lutz-brauer.com/2019/06/27/leuchtende-nachtwolken-die-zweite/
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Keine NLC (09.06.2021)

NLC? Da war doch etwas. Ja genau. NLC – Noctilucent Clouds, Leuchtende Nachtwolken. Das Jahr ist schon wieder herum, wir befinden uns mitten in der neuen NLC-Saison.

Täglich wird nun der Radar beobachtet, das Netz nach Berichten über erste Sichtungen durchgrast. Bisher Fehlanzeige. Doch heute Nachmittag sind kräftige Echos auf dem Radar zu erkennen. Die halten an, bis zum Abend, erst dann lassen die nach – leider.

Pünktlich mit der Dämmerung bewölkt es sich nun leider auch zunehmend.

Aber einen Versuch ist es wert, dass der Radelnde uHu noch einmal gegen 22 Uhr aufs Rad steigt, die bewährte Lokäjschen anfährt und sich mit den Mücken eine nervende Balgerei um die besten Plätze liefert. Dieses im Dämmerdunkel heftig um sich schlagende Menschlein sieht sicher ziemlich amüsant aus. Nun ja… Bemerkt ja hier Keiner…

Und statt der erhofften NLCs ist an diesem Abend „nur“ ein dramatischer Nach-Sonnenuntergangs-Himmel zu beobachten. Aber der ist auch schön – es hat sich trotzdem gelohnt und das „Jagdfieber“ steigt wieder. Vielleicht klappt es ja doch wieder in dieser Saison mit einigen schönen Aufnahmen dieses wunderschonen Schauspiels.

https://lutz-brauer.com/2020/07/24/spektakel-am-nachthimmel-c-2020-f3-neowise-und-nlc-4/
https://lutz-brauer.com/2019/06/27/leuchtende-nachtwolken-die-zweite/
https://lutz-brauer.com/2019/06/24/leuchtende-schleier-am-nachthimmel/

Plejaden – der nächste Versuch

wie kleine Juwelen – das Siebengestirn mit Reflexionsnebeln

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 4000, f 4.0, Belichtungszeit: 50 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Orionnebel – erster Test

Lange erwartet und nun endlich erscheint auch Orion am Abendhimmel. In der Schwertregion ist der Orionnebel (M42) mit bloßem Auge sichtbar. Ein wirklich gut geeignetes Objekt für Deep Sky – Anfänger.

Der Orionnebel ist ca. 1350 Jahre entfernt, sein Licht, welches wir jetzt sehen, entstand also, als die Westgoten die Reste des Römischen Reiches beherrschten, sich das Fränkische Reich ausdehnte und der erstarkende Islam Konstantinopel belagerte…

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 2500, f 4.0, Belichtungszeit: 58 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Keine Speicherkarte

Die Wolkendecke reißt auf, im Südwesten blinken nah beieinander Saturn und Jupiter und endlich rafft sich auch der radelnde uHu auf, bei einbrechender Dunkelheit kurz entschlossen an den nächsten See zu radeln.
Das Ganze sieht vielversprechend aus, die beste Gelegenheit, mal wieder Sternenlandschaften abzulichten, alles ist im Rucksack verstaut, los gehts.
Und schon Minuten später steht man ein paar Kilometer weiter am finsteren Ufer, baut das Stativ auf, schraubt die Kamera auf den Kugelkopf, fingert den Fernauslöserstecker in die Buchse und will loslegen… Und…
KEINE SPEICHERKARTE !!!!

Och nööööööööööööööö – das kann doch nicht wahr sein!!!!!
An alles gedacht, aber die Speicherkarte – die steckt noch warm und geborgen im Kartenleser zu Hause.
Die Ersatzkarte… (???) Nö, die liegt warm und geborgen auf dem Schreibtisch.
WLAN-Funktion, aktivieren, vielleicht kann man gleich aufs Handy…
Nö – Passwort falsch – das richtige vergessen.
Und drüben blinken höhnisch Saturn und Jupiter überm See.
Grummelnd packt der nun sehr frustrierte uHu seinen Kram wieder in den Rucksack – außer Spesen – na ja, ne Nachtfahrt hat auch ihren Reiz – nix gewesen.
Ohne die beiden Riesenplaneten noch eines Blickes zu würdigen – die können ja eigentlich nix dafür – geht es zurück. Zu Hause angekommen, wird die Karte flugs in die Kamera gesteckt, dann wenigstens die Havarie-Variante – Sternenlandschaft knipsen in den Wiesen am (bei der anhaltenden Trockenheit nicht mehr fließenden) Flüsschen.
Unweit des Weges, zwei Jugendliche, die sich mit ihren Bierflaschen auf der nahen Bank niederlassen, finden es ungemein spannend, die Dame mit dem Hündchen hat schnell vor dem unheimlichen Typen, der da im Dunklen mit seinem Brimborium beschäftigt ist, die Flucht ergriffen.
Immer mal gut angeleuchtet von den Zaun- oder Bank-Bier-Gästen werden also pro Forma wenigstens noch ein paar Bilderchen aufgenommen. Damit das Ganze nicht ganz umsonst heute war.

Und so ist der Anblick (von Dunkelheit bei der heftigen Lichtverschmutzung durch Dörfer und Gewerbegebiete keine Spur) trotzdem ganz gut zu genießen. In der Mitte das Sternbild Fuhrmann mit dem hellsten Stern Capella, rechts daneben der Sternhaufen des Regengestirns, der Hyaden mit dem gelblichen Aldebaran und darüber die bläulich glitzernden Edelsteine der Sieben Schwestern, der Plejaden.

Anbei also mal beide Panoramen – ich hoffe, Ihr habt Freude daran.

Dämmerungsfarben

Nur sehr langsam lösen sich an diesem Abend die Kondensstreifen der Flugzeuge auf, aber so sorgen sie wenigstens für einen wunderschönen, fast mystischen Effekt vor der schmalen Mondsichel