Plejaden – der nächste Versuch

wie kleine Juwelen – das Siebengestirn mit Reflexionsnebeln

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 4000, f 4.0, Belichtungszeit: 50 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Orionnebel – erster Test

Lange erwartet und nun endlich erscheint auch Orion am Abendhimmel. In der Schwertregion ist der Orionnebel (M42) mit bloßem Auge sichtbar. Ein wirklich gut geeignetes Objekt für Deep Sky – Anfänger.

Der Orionnebel ist ca. 1350 Jahre entfernt, sein Licht, welches wir jetzt sehen, entstand also, als die Westgoten die Reste des Römischen Reiches beherrschten, sich das Fränkische Reich ausdehnte und der erstarkende Islam Konstantinopel belagerte…

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 2500, f 4.0, Belichtungszeit: 58 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Keine Speicherkarte

Die Wolkendecke reißt auf, im Südwesten blinken nah beieinander Saturn und Jupiter und endlich rafft sich auch der radelnde uHu auf, bei einbrechender Dunkelheit kurz entschlossen an den nächsten See zu radeln.
Das Ganze sieht vielversprechend aus, die beste Gelegenheit, mal wieder Sternenlandschaften abzulichten, alles ist im Rucksack verstaut, los gehts.
Und schon Minuten später steht man ein paar Kilometer weiter am finsteren Ufer, baut das Stativ auf, schraubt die Kamera auf den Kugelkopf, fingert den Fernauslöserstecker in die Buchse und will loslegen… Und…
KEINE SPEICHERKARTE !!!!

Och nööööööööööööööö – das kann doch nicht wahr sein!!!!!
An alles gedacht, aber die Speicherkarte – die steckt noch warm und geborgen im Kartenleser zu Hause.
Die Ersatzkarte… (???) Nö, die liegt warm und geborgen auf dem Schreibtisch.
WLAN-Funktion, aktivieren, vielleicht kann man gleich aufs Handy…
Nö – Passwort falsch – das richtige vergessen.
Und drüben blinken höhnisch Saturn und Jupiter überm See.
Grummelnd packt der nun sehr frustrierte uHu seinen Kram wieder in den Rucksack – außer Spesen – na ja, ne Nachtfahrt hat auch ihren Reiz – nix gewesen.
Ohne die beiden Riesenplaneten noch eines Blickes zu würdigen – die können ja eigentlich nix dafür – geht es zurück. Zu Hause angekommen, wird die Karte flugs in die Kamera gesteckt, dann wenigstens die Havarie-Variante – Sternenlandschaft knipsen in den Wiesen am (bei der anhaltenden Trockenheit nicht mehr fließenden) Flüsschen.
Unweit des Weges, zwei Jugendliche, die sich mit ihren Bierflaschen auf der nahen Bank niederlassen, finden es ungemein spannend, die Dame mit dem Hündchen hat schnell vor dem unheimlichen Typen, der da im Dunklen mit seinem Brimborium beschäftigt ist, die Flucht ergriffen.
Immer mal gut angeleuchtet von den Zaun- oder Bank-Bier-Gästen werden also pro Forma wenigstens noch ein paar Bilderchen aufgenommen. Damit das Ganze nicht ganz umsonst heute war.

Und so ist der Anblick (von Dunkelheit bei der heftigen Lichtverschmutzung durch Dörfer und Gewerbegebiete keine Spur) trotzdem ganz gut zu genießen. In der Mitte das Sternbild Fuhrmann mit dem hellsten Stern Capella, rechts daneben der Sternhaufen des Regengestirns, der Hyaden mit dem gelblichen Aldebaran und darüber die bläulich glitzernden Edelsteine der Sieben Schwestern, der Plejaden.

Anbei also mal beide Panoramen – ich hoffe, Ihr habt Freude daran.

Plejaden

Faszinierend sind auf jeden Fall die Plejaden, schon mit dem bloßen Auge ist das „Siebengestirn“, ein offener Sternhaufen (M45) – ca. 400 Lichtjahre entfernt, zu erkennen. Und mit 200 mm Brennweite kann man bei ausreichender Belichtungszeit sogar die bläulichen Reflexionsnebel sichtbar machen.
Interessant ist, dass vermutliuch in den Höhlen von Lascaux und auch auf der Himmelsscheibe von Nebra Abbildungen der Plejaden zu finden sind

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 6400, f 4.0, Belichtungszeit: 20 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Dämmerungsfarben

Nur sehr langsam lösen sich an diesem Abend die Kondensstreifen der Flugzeuge auf, aber so sorgen sie wenigstens für einen wunderschönen, fast mystischen Effekt vor der schmalen Mondsichel

Nordamerika-Nebel

Ein weiteres gut geeignetes Objekt für Astrofotografie-Anfänger ist der Nordamerika-Nebel (NGC 7000). Dieser befindet sich unweit des Sterns Deneb, dem hellen Stern am Schwanzende des Sternbilds Schwan und wurde 1786 von William Herschel entdeckt.
Die Form dieses 2 – 3000 Lichtjahre entfernten Gasnebels erinnert an die Umrisse von Nordamerika, daher die Bezeichnung.

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 3200, f 4.0, Belichtungszeit: 90 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Rund um die Kassiopeia

das Himmels-W, ist allerhand los. Auch hier findet man zahlreiche Sternhaufen und mit ausreichend langer Belichtungszeit und klarem Himmel auch Nebel wie z.B. den Herz- und Seelen-, sowie den Pacman-Nebel. Schräg links unterhalb der Kassiopeia zu sehen ist das auffällige Sternhaufen-Paar h und chi Persei.

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 70 mm, ISO: 6400, f 4.0, Belichtungszeit: 40 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Andromeda

Unsere Nachbargalaxie soll (bei ganz dunklem klaren Himmel) sogar mit dem bloßen Auge zu sehen sein. Die Andromeda-Galaxie (M31) ist 2,5 Mio. Lichtjahre entfernt. Das schwarze Loch in ihrem Zentrum soll eine Masse von von 100 Mio. Sonnenmassen haben. Unvorstellbar, das Licht, welches wir jetzt sehen, ist 2,5 Mio. Jahre alt. Auf einer Weitwinkelaufnahme ist nur ein diffuser weißer Fleck zu erkennen, mit 200 mm Brennweite und einer genügend langen Belichtungszeit ist es möglich, sogar Details, wie ihre Spiralarme sichtbar zu machen.

Zugegeben, die Sterne sind noch nicht schön punktförmig, aber wir lernen ja noch 😉

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 8000, f 4.0, Belichtungszeit: 40 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Draußen vor der Tür

Es ist da, wirklich…
Es ist groß, unwahrscheinlich groß, unvorstellbar groß, hell, und sehr weit entfernt. Nur deshalb sehen wir es mit bloßem Auge nicht.
Wie oft hat man nachts schon im Freien Zeit verbracht und diese kalt glitzernden Punkte am dunklen Himmel betrachtet. Selbst in großen Städten, wo die Lichtverschmutzung die Sicht extrem beeinträchtigt, kann man ahnen, dass es da oben noch mehr als die paar Leuchtreklamen und Lampen ringsum gibt.
Und steht man an einem ganz dunklen Ort, der weit entfernt von künstlichen Lichtquellen ist und kann den Schimmer der Milchstraße erkennen, weiß man, dass da noch mehr ist, als nur dieses Sternengewimmel.
Auch wenn es nur Anfangsversuche sind und man das Gefühl hat, wieder einmal Laufen zu lernen und auch wenn es natürlich viiiiel bessere Fotos davon im Netz gibt, ist die Freude über diese ersten Aufnahmen groß.
Das sichtbar zu machen, was uns gewöhnlicherweise verborgen bleibt, hat einen großen Reiz – und das, was man hier sieht, ist das, was ich selbst mit den Augen meiner Kamera „gesehen“ habe.
Und es regt wieder einmal ganz besondere Gedankengänge an – auch wenn das, was man hier schön bunt sehen kann, mit Sicherheit, glühend heiß, eiskalt, stickig oder luftleer, also nach unseren Maßstäben absolut lebensfeindlich ist – und das wahrscheinlich weit über 90% des Universums betrifft – schon dass es auch einige wenige Prozente Möglichkeit geben könnte, dass da draußen Leben existiert, in welcher Form auch immer, ist extrem spannend.
Die Freude jetzt ist vielleicht größer als später, wenn es gelingt, diese Fotos besser, perfekter zu machen…

Dank einer kleinen technischen Neuanschaffung, einer genialen mechanischen Nachführung, welche die Erdrotation ausgleicht, kann man nun auch einmal einen Blick in tiefere Regionen des Alls wagen.

Die Milchstraße im Bereich des Sternbilds Schwan ungefähr in der Bildmitte kann man den Nordamerikanebel in der Nähe des Sterns Deneb erkennen.


Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Sigma 24 m Art, f 2.2, Belichtungszeit: 10x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp