Wellen

Weitere Bilder findet Ihr in dieser Galerie

Zeit haben wir, unsere Urlaubstage sind nicht davon bestimmt, das Eine oder Andere, jedes kulturelle oder landschaftliche Highlight „abarbeiten“ zu müssen.
Treiben lassen, langsam, die Augen und Sinne offen halten, für das, was zu sehen, zu hören und zu riechen ist. Das Rauschen der Wellen zum Beispiel.
Nimmt man sich die Zeit, Wellen zu beobachten, dann fällt heute auf, dass sich das Wasser zu langgezogenen Bergen bei diesen Windverhältnissen auftürmt. Sie wachsen, wachsen, dann ist plötzlich der kritische Punkt erreicht, an dem an einer Stelle die Welle bricht. Und wie eine Kette von fallenden Dominosteinen setzt sich das Brechen der Welle längs des ganzen Wellenberges fort, bis die Wasser auf den Strand prallen und scheinbar von der nächstfolgenden Welle zurück ins Meer aufgesogen werden.
Das menschliche Auge kann dem kaum folgen, aber die Kamera fängt es ein und je nach Belichtungszeit gelingt es, die Bewegung sichtbar zu machen, diese Linien, diese Farben des Wassers, dieses Auftürmen und Brechen.
Oder andere Betrachtungsweise, das Erfassen des 1000stel-Sekunden langen Moments, dieses Einfrieren der Woge zu einem Bild geschmolzenen Glases.

Zugegeben…

Es ist eine Möwe und keine Schneeammer, die hier gegen die Elemente kämpft. Und wir befinden uns auf Usedom und nicht auf der Snaefells-Halbinsel am Gletscher.
Aber der Gedanke an Laxness lag in diesem Moment recht nahe.

„Oft scheint mir, mit der Allmacht verhält es sich so wie mit einer Schneeammer, gegen die sich alle Wetter verschworen haben. So ein Vogel wiegt nicht mehr als eine Briefmarke. Dennoch wird er nicht hinweggefegt, wenn er bei schwerem Sturm auf freiem Felde steht. Haben Sie jemals den Kopf einer Schneeammer gesehen? Sie hält diesen zarten Kopf dem Unwetter entgegen, den Schnabel zur Erde, legt die Flügel fest an die Seiten, der Schwanz zeigt nach oben. Der Sturm kann den Vogel nicht packen, sondern er muß sich spalten. Selbst in den schlimmsten Böen schwankt der Vogel nicht. Wo er steht, ist Windstille. Nicht einmal eine Feder an seinem Körper bewegt sich.“

aus: Halldor Laxness: Am Gletscher (1968)

Segelboot und Wolke

Seltsam, dass man manchmal lesen kann, dass Andere fast gleichzeitig ähnliche Phasen durchleben wie man selbst. Zum Beispiel dieser plötzliche Überdruss an knallig bunten Bildern von Weltgegenden, die millionenfach immer wieder abgelichtet wurden und die als Massenware in den Social Media breit gestreut werden.
Man denkt darüber nach, ertappt sich dabei, dass man ebenso zu den Menschen gehört, die das Netz mit Bildern fluten, nimmt sich vor, das künftig ganz anders zu machen – wie auch immer und spürt, dass es trotz der guten Vorsätze viel zu viel gibt, was man doch gern zeigen möchte, weil die Welt eben so bunt und erstaunlich ist.
Innere Ruhe und Balance zu finden, erfordert auch, dem Auge zeitweise etwas Erholung zu gönnen, Bilder zu machen, deren Inhalt auf ein Minimum reduziert ein Gefühl von Stille vermittelt.

Und auf einmal ist dann die Gelegenheit da, das abzubilden, ein Moment, in dem alles zusammenpasst und stimmt.

Wenn es Euch interessiert, findet Ihr auf dieser Seite einige unbewusste oder bewusste Bild-Versuche mit einer Reduktion aufs nötige Minimum. (wird immer mal ergänzt)

Ruhige See

Die stillen Tage am Stechlin sind vorbei, nun wechseln wir noch auf die lebhafte Insel Usedom und versuchen dort, abseits der Touristenpfade die Schönheiten der Landschaft und Natur zu entdecken.

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