Abend am Teich

Ganz schön was los hier…
Der Tag war mild und sonnig. An der Eisdiele wird man mit den zahlreichen Gästen der Kureinrichtung den ersten großen Umsatz des Jahres gemacht haben. Und selbst auf dem schlammigen Trampelpfad um den Teich herum ist es heute nicht einsam.
Aber dann, nur wenige Meter entfernt im vom Wild aufgewühlten Schilfgürtel, ist es doch plötzlich ganz still. Milder Sonnenschein, aufgeregt schnatternde Graugänse, die zu den Schlafplätzen aufbrechen, Enten, die vom Tagwerk geschafft, den Kopf nicht mehr halten können und den Spiegelungen im Wasser…
Das Leben ist schön.

Der Mond ist aufgegangen

Zu diesem Bild (auch wenn hier fast Vollmond ist) möchte ich gern Erwin Strittmatter (aus Schulzenhofer Kramkalender – Deshalb) zitieren:
„… Der Sichelmond und der Himmel in Rot, der Entenkeil über Tannen und Tau – vier DESHALBS, die ich entgegen setze, wenn sich das Leben mir widrig zeigt, wenn die WOZUS und WARUMS mich plagen.“

Mondgeschichte

Fast wolkenloser Himmel, schöne Abendfarben, als die Sonne untergeht, trocken (eigentlich schon wieder zu trocken) ist es auch und noch nicht gaaanz so kalt, so dass man eine Weile draußen aushalten kann.
Ja, eigentlich ist es egal, mit welchen Bildern man am Ende vom nächstgelegenen See (der mit der kürzesten Radanfahrt) zurück kommt, es geht vor allem ums Draußensein, um das Spüren der eigenartigen Atmosphäre, wenn der Tag zur Nacht wird, die Gänse rauschend auf dem Wasser des Sees zum Schlafen landen, um das Spüren des Windes, der den ganzen Tag recht ruppig von Südost wehte und nun ebenfalls zur Ruhe kommt.
Die Sinne schärfen sich mit zunehmender Dunkelheit, nehmen jedes Geräusch sehr aufmerksam auf. Die Augen gewöhnen sich an die Schwärze ringsum, im Westen erinnert nur noch ein kleiner Lichtschimmer an den Tag, dieser wird nachher auf den Bildern, die die Kamera aufzeichnet, wesentlich heller und farbig intensiver erscheinen.
Die Sterne, die immer klarer am Himmel sichtbar werden, formen sich zu den bekannten Mustern, Großer Wagen, Kassiopeia, Plejaden.
Es reicht (im Prinzip), einfach nur hier zu sein, zu schauen und das mit allen Sinnen aufzusaugen. Das, was geschieht, ohne dass wir einen Einfluss darauf hätten. Eigentlich tröstlich – egal, was wir tun, wie viel Dreck wir in die Atmosphäre blasen oder in den Flüssen und Meeren versenken, wie viel Wälder wir abbrennen, Tierarten ausrotten – die elementaren Dinge in der Natur werden uns Menschen mit absoluter Sicherheit überleben. Das heißt allerdings nicht, mit dieser Sicherheit im Hinterkopf, darauf zu verzichten, seinen, wenn auch nur unbedeutenden Teil beizutragen, das, was um uns herum ist und unser Leben erst ermöglicht, nach besten Kräften zu schützen und zu erhalten.
Ein hellerer Schein hinter den Bäumen am Nordost-Horizont – ist das schon der Mond? Nun könnte man ja schon einmal das große Rohr an die Kamera montieren.
Etwas höher am Ufer hinauf – oh – das da drüben ist keine Lampe, das ist schon der rote Mond, Noch-Fast-Vollmond, allerdings an einer anderen Stelle als vermutet.
Mit Zoom-Funktion 600 mm manuell scharf zu stellen ist im Dunklen recht schwierig, das wackelt und wackelt, die Luft flimmert. Na irgendwie geht es doch…
Im Höhersteigen entfaltet der liebe alte Mond allmählich seine Leuchtkraft und gibt der Landschaft unterm Sternenhimmel wieder einen ganz eigenen Reiz.
Schön ist das – Draußensein und das hier sehen und erleben – das ist es, was (auch) zählt.

Sterne über der Großstadt

Eine Bildidee
Sterne über der Großstadt – gibt es das?
Na klar gibt es die, keine Frage – aber gemeint ist in diesem Fall, ob es gelingt, diese über einer Großstadt auch sichtbar zu machen.
Die Bedingungen sind wieder ideal, (noch) fast wolkenloser Himmel, zeitiger Sonnenuntergang, trockene Straßen, so dass der Radelnde Uhu auch ohne Risiko auf dem Rad die Anfahrt zum geplanten Standort machen kann.
In der Dämmerung ist er dann am Berg. D.h. der Kohlenberg, eine lediglich 179 m hohe Granitporphyr-Erhebung südlich des Städtchens Brandis im Leipziger Umland. Am Berg selbst gibt es zwei ehemalige Steinbrüche, der trockene Ostbruch, in dem sich seit Jahren der Klettergarten des DAV Leipzig befindet und der Westbruch, der mit Wasser gefüllt, ein bekanntes Taucherrevier ist.
Das Rad ist sicher angeschlossen, nun geht es in wenigen Minuten auf steinigem Weg hinauf auf den Gipfel. Es sind noch Leute unterwegs und einige von ihnen genießen ebenfalls gerade noch den Blick über den Westbruch hinüber zur Skyline von Leipzig unter einem herbstlich intensiven Abendhimmel.
Stativ und Kamera sind schnell aufgebaut. Nun heißt es warten – und Schauen, Genießen der Szenerie, die immer dunkler wird. Viele viele Lichter sind ringsum zu sehen, Leipzig, die Randgemeinden, die Gewerbegebiete, die Autostraßen… Das hat auch einen großen Reiz.
Hier oben wird es indessen langsam stockfinster und still. Nur ein paar Gänse schnattern sich irgendwo im Wald noch in den Schlaf.
Über Leipzig im Westen sind lange die Lichter der untergegangenen Sonne zu sehen, eine Wolkenbank schiebt sich allmählich heran, diese fängt das Licht der Stadt ab, so dass der Himmel darüber etwas dunkler wirkt. Der Mond ist auch noch nicht augegangen – perfekt.
Und tatsächlich, ganz langsam flimmern sie auf – Sterne über der Großstadt.
Es gibt sie doch…
Zeit für Fotos

Sonntagabend am See (2)

Die Sterne leuchten auf, die Wolken stören nur wenig, ist das nicht herrlich, wie der Mond da durch die Bäume scheint, Schatten hinterlassend wie eine etwas zu dunkel geratene Sonne – ups, das war eben schlammig, da ist man doch fast ins Wasser geraten.
Noch ein paar Bilder vom See mit Sternenhimmel, den Lichtern und Wolken im Westen – das ist ein (fast skandinavischer) Traum.
Mehr braucht man eigentlich nicht zum Glücklichsein – oder 😉
Den geisterhaft auf dem Wasser heranschwebenden Schwan hätte man fast übersehen, kleiner Schreck, aber das Tier war offensichtlich nur daran interessiert, was die große dunkle Gestalt denn da so treibt. Als diese die Gerätschaften im Rucksack zusammenpackt, entschwindet er ebenso geisterhaft leise wieder.
Tschüss – schön war es – bis bald.

Sonntagabend am See (1)

Das Wetter ist gar zu schön – ja, zugegeben, kalt ist es. Aber das ist ja schließlich kein Grund, es gibt ja warme Kleidung.
Und was gibt es Schöneres, als an einem fast wolkenlosen Herbstabend zur Goldenen Stunde an den allernächsten See zu stellen, etwas abseits, so dass man auch ungestört ein paar Fotos machen kann, und darauf zu warten, dass es dunkel wird.
Es geht dann immer schneller, als man denkt, kaum ist die Sonne verschwunden, wird die Landschaft blau, dunkelblau, schwarz…
Das Wasser ist ganz still und lässt wunderbare Spiegelungen zu, dann geht im Südosten der Mond auf. Fast Vollmond, was für ein Erlebnis. Ein sich im See spiegelnder Fast-Vollmond.
Die letzten Spaziergänger sitzen längst im warmen Wohnzimmer, schauen vermutlich schon in die Ferne, als der Radelnde Uhu in den Bildern dieser Momente schwelgend mit Stativ und Kamera bemüht ist, diese einzufangen – und ebenfalls in die Ferne schaut.
Und die ist noch etwas ferner als fern.

Die Sache mit den Alpha-Monocerotiden

Alpha was?
Alpha-Monocerotiden. Schon einmal gehört?
Eher nicht…
Hierbei handelt es sich nicht um urzeitliche Tiere und auch nicht um einen besonderern Virenstamm, sondern um Meteoriten.
Vor einigen Tagen gab es in einer Online-Zeitung einen Artikel über Meteoritenschauer im November, die Leoniden (Radiant – also der Himmelsbereich, aus dem die Meteoriten scheinbar kommen – im Sternbild Löwe) und – die Alpha-Monocerotiden (Radiant in der Nähe des Sternbilds Einhorn – Monoceros). (u.a. auch hier https://www.wetteronline.de/wetterticker/regnet-s-freitag-frueh-sternschnuppen-201911217450272)
Nun wäre das gar nicht mal so interessant gewesen, aber während die Leoniden recht schwach ausfielen, bestünde bei den Alpha-Monocerotiden die Möglichkeit, dass diese kurzzeitig eine Art Ausbruch, eine Art Meteorsturm von bis zu 1000 Meteoriten je Stunde bringen würden. Möglichkeit – denn niemand kann exakt voraussagen, ob die Erde dieses schmale Staubband zum ersten Mal seit 1995 wieder so vollkommen durchfliegen würde.
Aber – warum soll man nach der MoFi im Januar und den Leuchtenden Nachtwolken im Juni nicht noch einmal ein wenig Glück haben.
Eine gewisse Aufregung, Spannung ist schon spürbar, so dass der Blick erst 3.19 Uhr und dann 4.25 Uhr wieder zum Wecker wandert. Ein Zusatzblick aus dem Fenster – der Nebel von gestern hat sich verzogen, der Himmel ist sternenklar. Da könnte man jetzt eigentlich auch aufstehen.
Kamera, Stativ, Fernauslöser, alles vorbereitet, noch schnell einen Capuccino, mit leerem Magen ist das nicht so toll, und hinaus. Die Temperatur ist knapp über 0°C, aber die nassen Sträßchen sind glücklicherweise nicht glatt. Auf dem Weg zu den Wiesen ist es stockfinster. Dazu geistern Nebelschwaden vor dem Fahrradlicht. Hoffentlich – hoffentlich sieht man trotzdem die Sterne.
Und wie…
Die Nebelbänke sind bodennah, darüber die dunklen Baumsilhouetten,und darüber ein unendlicher Himmel mit vielen vielen Sternen. Ist das wieder einmal schön. Das Licht der Mondsichel stört kaum. Im Nordwesten Cassiopeia, fast im Zenit der Große Wagen, dort der Orion, daneben Sirius, darüber das Einhorn und der Stern Prokyon. Daher müssten die Besucher aus dem All scheinbar erscheinen.
Besucher aus dem All – seltsam war es, hier vor Tagen zu lesen, dass ein Teil unseres Erbguts aus dem All stammt.
Demzufolge sind wir, wenigstens zum Teil, Außerirdische. Ein weiterer Gedanke an Akte X – die Wahrheit ist da draußen – ist sofort da 😉
Wer auch in Kürze da sein wird, ist diese Wolkenschicht im Westen, die zum Teil schon den Orion verdeckt. Und die ist schneller hier als gewollt, rasch verschwinden Sirius und Einhorn hinter den Wolken. Schneller als gewollt ist der Spaß zu Ende.
Schade… Ausgerechnet jetzt. Denn der Meteorsturm, sofern er geschehen sollte, würde nur wenige Minuten dauern, das Maximum soll gegen 5.50 Uhr sein, damit wird es jetzt nichts mehr.
Na ja – schade ist es trotzdem nicht, denn die Wolken tragen nun ihren wesentlichen Teil zu dieser unwirklichen Szenerie bei. Auch ohne Meteorsturm hat man wieder einen Moment außerhalb von Zeit und Raum erlebt.
Der wird in Erinnerung bleiben.
Und das ist selbst das frühe Aufstehen und Müdigkeit wert.
Kleiner Nachtrag:
https://www.wetteronline.de/wetterticker/sternschnuppenregen-wohl-ausgefallen-201911225633105

Also dann, auf ein nächstes Mal.
Schön wars trotzdem.