Mulde-Elbe-Runde 2011

Freitag 01.04.2011

Recht entspannt starte ich gegen 6.45 Uhr. Wetter bewölkt, Wind von W, der im Tagesverlauf
unangenehm auffrischt, trocken.
Naunhof, Großsteinberg, ab und zu teste ich die Helmkamera. Grethen, Großbardau, Großbothen.
Muldetal, dort im Tal der Freiberger Mulde aufwärts durch Leisnig bis Klosterbuch.
Es rollt gut, bislang zumindest.
Hinter Klosterbuch geht es dann aus dem Tal hinauf auf die Hügel.
In einem kleinen Dorf in der Nähe der A14 mache ich dann 9.05 Uhr, nach 56,51 Kilometern (2:10:10) die erste Rast.
Die Umleitungsschilder irritieren mich danach nur kurz, aber zum Glück sind die Straßenbaustellen schon fast abgeschlossen, so dass ich gut bergab rollend durch Zschaitz durchkomme. Im NW sehe ich von den Hügeln noch einige Zeit den Collm. Nur einmal verfahre ich mich, aber die Route auf „Armin“ war schlecht bei dem Licht zu erkennen, 50 Höhenmeter mehr, aber na ja… Alles Training.
Noch ein paar Anstiege, noch ein paar Abfahrten, kleine nette Bachtäler, Kaisitz, 8% hinauf, Niederjahna und dann ein schöner Blick auf den Dom von Meißen unter mir im Elbtal. Wetter ist schön, sonnig und bewölkt, angenehm warm.
Meißen erreiche ich nun nach einer schönen Schussfahrt bergab nach ca. 91 Kilometern gegen 10.45 Uhr. Fotos von Dom und Albrechtsburg, als ich die Elbbrücke überquere, dann rolle ich in nordwestliche Richtung auf dem Elberadweg flussabwärts.
Und nun macht sich der Wind arg bemerkbar. Schlagartig wird aus dem entspannten Rollen ein mühevolles Kurbeln, ich freue mich über die Abschnitte, auf denen es mal noch Norden oder Nordosten geht, da kurbelt es sich viel leichter.
So macht mir auch die Gegend keine besonders große Freude. Dazu kommt, dass aus unerfindlichen Gründen die Elbradweg-Bauer den Asphalt mit Pflasterstücken unterbrochen haben. Irgendein Architekt fand wahrscheinlich auch das „Wildpflaster“ besonders schick. Aber für die Radfahrer und besonders Rennradler ist das unzumutbar. Schade…
Neben mir lassen sich ein paar Paddler den Strom abwärts treiben…
Diesbar, von 2005 habe ich das noch in schöner Erinnerung, heute möchte ich eigentlich nur weiter,
dem Wind die nächsten Kilometer abtrotzen.
Zweite Pause bei Seußlitz (105,34 km, 11.10 Uhr, 4:05:45), ich liege voll im Zeitplan. Aber ein wenig spüre ich die Schinderei schon.
Bald kann ich Nünchritz, eindrucksvoll die Großbaustelle des neuen Werkes und Riesa sehen, doch die letzten drei Kilometer am Fluss entlang bis zur Elbebrücke in Riesa geben mir einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Frontaler Gegenwind, der mich auf 18 km/h abbremst.
Ab Riesa fahre ich dann aber doch besser auf der Straße gen Mühlberg. Der Belag des Radweges am Fluss ist nervend.
Nun durch recht öde flache Landschaft mit vielen großen Feldern bis Mühlberg, Kampf gegen den Wind, nicht viel fürs Auge… Mühlberg im Zipfel Brandenburgs… Weiter, keine Pause.
In Kossdorf überlege ich kurz, ob ich nun die ausgeschilderte Straße nach Torgau nehme, aber das sind noch über 20 Kilometer. Wenn ich dagegen, wie ursprünglich beabsichtigt, via Arzberg fahre, dann wird das laut Armin“ kürzer. Also hinüber nach Westen nach Stehla, Gegenwind, langsam…
Und Kopfsteinpflaster!!! Prima…
Die Straße wird immer schlechter, das Pflaster grober, Asphaltflicken, furchtbar!
Irgendwann bin ich so frustriert, dass ich fast abbrechen und hinüber nach Belgern will. Aber wer weiß, ob heute die Fähre fährt. Und auch dorthin drohen mir ein paar Kilometer übelster Pflasterstrecke. Also Zähne zusammen beißen, (mühsam) lächelnd den Mountain Biker, der mit hochrotem Gesicht ebenfalls gegen den Wind kämpft, überholen und dann 13.40 hinter Arzberg die dritte Pause machen. (157,21 km, 6:21:00)
Bis Torgau ist es dann (gegen den Wind) nicht mehr sehr weit, aber anstrengend. Spaß macht das so nicht unbedingt…
Schloss Hartenfels, ein Foto ist das wert. Autochaos in Torgau auf den engen Straßen, nichts wie hier weg. Aus Torgau hinaus nun südwärts, die Bundesstraße ist ebenfalls mit dem Verkehr nervig, doch in Richtung Schildau wird es ruhiger. Nun durch die Heidelandschaft, bis Wurzen noch 38 Kilometer. An sich ist das nicht viel, aber auch hier schafft mich der Wind, besonders schnell bin ich und kann ich nicht mehr.
Hinter Schildau geht es kurz ein Stück aufwärts, dann mache ich im Wald, wo ich auf meinen früheren Freitagabend-Schildau-Touren schon immer hielt, noch eine Rast, der rechte Fuß schmerzt. Irgendwie drückt der Schuh. Also Einlegesohle raus, dann geht es. War sowieso längst fällig. (15.05, 185,25 km, 7:36:15)
Falkenhain, dann Richtung Körlitz, leicht ansteigend aber auf stillen Straßen, langsam, aber die Beine sind schon noch ok.
Roitzsch, ich pirsche mich durch eine Baustelle, dann Wurzen, nächste Baustelle, Schieben, aber ich komme durch.
Und dann stehen die ersten „200“ in 2011 auf dem Kilometerzähler.
Wurzen, endlich die Muldebrücke, Bennewitz, gemächlich, kraftsparend gen Altenbach, kurze Pause in Zeititz, noch etwas trinken, auch an Getränken habe ich zu wenig mit. Der Wind sorgt ebenfalls für ein Austrocknen des Körpers. Eine Flasche Cola hätte zwischendurch auch gut getan.
Na ja.
Kurz vor 17 Uhr…
Ich bin wieder zu Hause. Pünktlich – wie besprochen 🙂

16:58, 219,74 km, 9:09:40

Die Route auf gpsies.com