Nebelabend

„Ich musste gerade ganz vorsichtig fahren“ sagt sie.
„Da draußen ist dickster Nebel“ sagt sie.
Uiiii – das klingt vielversprechend.

Nach einem regnerischen Tag waren schon vorhin die Wolken aufgerissen. Und dazu gibt es jetzt noch Nebel, das könnte etwas werden. Ohne Umstände reißt sich der Radelnde Uhu von der Doku über die Astrofotografen los – macht nix, ist eh aus der Konserve, das schauen wir uns zur Motivation demnächst noch einmal an.
Der Fotorucksack, das „kleine Nachtgepäck“ – Stativ, Kamera + lichtstarkes Weitwinkel, Fernauslöser und Wechselakkus – ist schnell gepackt, das Rad wartet im Stall, öhhm Schuppen, nix wie hinaus in den dunklen Abend.
Die Straßen sind pitschnass, etwas glitschig, im Dorf spürt man den Nebel noch nicht, aber am Ortsausgang wird es gespenstisch, im Scheinwerferlicht wehen die weißlichen Schwaden tief über dem Asphalt… Und die Temperatur dieses recht milden Wintertages sackt spürbar ab. Also Vorsicht, die Nässe könnte gefrieren.
Außer Sichtweite des Dorfes wird an der bevorzugten Lokäijschen mit einigen einzeln stehenden Bäumen und einer schön gewundenen Straße Halt gemacht. Ungünstig ist der Schlamm, früher war das mal Wiese, jetzt klebt die Pampe schnell am Rad und den Schuhen. Na ja…
Dafür ist das, was nun folgt, schon allein vom Betrachten her wieder ein wunderbares kleines Abenteuer. Bis zu einer Höhe von wenigen Metern stehen die Bäume eingehüllt im Nebel, der sich immer mal wieder lichtet und den Blick auf die weitere Umgebung frei gibt. Darüber spannt sich ein klarer, wolkenloser Sternenhimmel – Mööönsch, ist das wieder einmal schön.

Der Zauber eines Nebelabends – schwer zu übertreffen.

Merkwürdige Leuchterscheinung

Bei der Durchsicht von Fotos aus dem September 2019 fielen mir einige Bilder mit einer merkwürdigen Leuchterscheinung auf. Obwohl es in der Böhmischen Schweiz noch finstere Nacht war, ließ sich (abgesehen von der Lichtverschmutzung durch die umliegenden Städte und Dörfer) am Südosthorizont einige Zeit vor der Morgendämmerung eine merkwürdige Leuchterscheinung zu beobachten.

Vom Zodiakallicht hatte ich mittlerweile schon ab und zu gelesen… Aber sollte das da unbeabsichtigt und zufällig aufs Foto gelangt sein???

Das Sonnenlicht muss, bevor es uns erreicht, einen sie umgebenden Ring aus interplanetaren Staubteilchen durchqueren. Die Reflektion an diesen Teilchen verursacht längs der Ekliptik, also der Bahn der Sonne, einen schwachen kegelförmigen Lichtschein, der theoretisch permanent zu sehen ist. Allerdings wird dieser während und nach der Dämmerung sowie durch Lichtverschmutzung überstrahlt. Am Besten zu beobachten ist das Phänomen in unseren Breiten im Frühling nach der Abenddämmerung und im Herbst vor der Morgendämmerung.
Passt also…

Der Reiher von nebenan

Seit Tagen hat sich dieser Graureiher seinen Platz auf dem Schornstein des Nachbarhauses ausgewählt. Neben der „Morgenwäsche“ beobachtet er aufmerksam die Umgebung.
Fische wird er bei uns weniger finden – Mäuse dagegen – da gibt es keinen Mangel in diesem Jahr…

Wanderung im Böhmischen (4) – das Wunder der 15 Minuten

Schon der Aufstieg zur ehemaligen Burg Schaunstein (Saunstejn) ist über steile Treppen, Leitern und durch enge Schluchten ein Erlebnis. Diese Burg wurde im 14. Jh. zum Schutze der Handelsstraße Böhmen – Lausitz in den Sandstein gehauen. Im 15. Jh. diente sie Raubrittern als Stützpunkt.
Als wir oben ankommen, bietet sich uns ein unvergessliches Schauspiel- die Landschaft im Licht der untergehenden Sonne – einfach nur märchenhaft – und es stellt sich die ernste Frage – Knipsen oder Schauen und ganz tief aufnehmen – am Besten Beides…
C.D. Friedrich hätte seine Freude daran.
Das Wunder der 15 Minuten – zur richtigen Zeit am richtigen Ort – und über Glück haben wir ja schon mal philosophiert – hier stellt es sich sofort ein.

Wanderung im Böhmischen (3) – bei Vysoka Lipa

Es ist zu schön, nach gemütlicher Einkehr zum Essen, jaaa – auch die Cesnecka, die Knoblauchsuppe muss sein und böhmischen Bierchen geht es zur Felsenburg Saunstejn (Schaunstein). Dabei öffnen sich immer wieder Ausblicke hinüber zu den Bergen, wo wir Ende September schon das Wunder des Nebels in den Gebirgstälern bestaunen konnten.
So schließt sich wieder ein Kreis – und irgendwie ist jede Wanderung hier wie ein Nach-Hause-Kommen.

Wanderung im Böhmischen (1) – Kamnitzklamm

Wieder einmal führte uns eine schöne Wanderung mit zahlreichen Highlights ins Böhmische.
Zunächst ging es in die wilde Kamnitzklamm …