Da kommt was…

Eben hat man noch auf der Terrasse gesessen, sorglos, entspannt den Sommer genossen. Nur die Mücken – in diesem Jahr sehr zahlreich – spielen reinweg verrückt.
Plötzlich ist wieder Stille – diese wohlbekannte und immer wieder unverhofft einsetzende gläserne Stille.

Ohne es zu bemerken, türmen sich mittlerweile ringsum bedrohliche Wolken, als der Radelnde uHu auf sein Rad springt, um die nötigen (unnötigen) Aufnahmen noch schnell in die Kiste zu bekommen, gerät – ebenso unverhofft – diese starr sich aufbauende Spannung in Bewegung.

Da, im Süden, sehr fotogen – diese Gewitterzelle, die bewegt sich genau auf uns zu. Oh, dort im Westen ist noch eine Wolkenfront zu sehen, auch die kommt auf uns zu und das Gewitter, welches eben noch im Westen vorbeizog – scheint stehen zu bleiben…

Jetzt wird es dem Radelnden uHu doch etwas schwummrig, da baut sich etwas auf, etwas ziemlich Großes, viel Zeit bleibt nicht, um festzustellen, dass sich die Süd- und Westzelle eben miteinander vereinigen. Das Phänomen gab es in den letzten Jahren schon zweimal, dass sich auf diese Art ein heftiges Gewitter entwickelte, welches stundenlang nicht weiterzog und ergiebig abregnete, ehe es schließlich in sich zusammenfiel…

Das Ende sei hier nun verraten – dieses Phänomen wiederholt sich nun zum dritten Mal, wobei sich – glücklicherweise – Blitz und Donner dezent zurückhalten. Doch es regnet, und regnet und regnet – bis tief in die Nacht hinein.

Gläsern

Es ist ganz still, selbst die Vögel haben ihren Gesang eingestellt.
Gläsern wirkt die Luft, stickig feuchtheiß – kleine Schweißperlen bilden sich auf der Haut – nur vom Dastehen und Beobachten der Situtation.

Die Spannung, die unsichtbar über allem liegt, überträgt sich auf mich.

Gläsern, starr wirkt alles, nur das Brummen des vorbeifahrenden Autos unterbricht unangenehm diese drückende Atmosphäre.

Und am Himmel türmen sich die Wolken explosionsartig höher und immer höher, irgendwann ist da oben Schluss, dann entlädt sich dieser Druck.

Aber wann?

Kein Wind, die Wolken stehen und fahren nicht wie gewöhnlich dahin…

Sauna-Rad-Runde

Die Wetterprognosen sind unsicher, es ist sehr schwül und ab Nachmittag sind schwere Gewitter angesagt. Also verzichten wir auf eine Tour, zu der wir erst ein ganzes Stück mit dem Zug anreisen müssten und planen eine ausgedehnte Runde in unserer Gegend, bei der es etliche Möglichkeiten für einen plötzlichen Rückzug gibt.
So rollen wir bei zunehmender Hitze – das Schöne am Radeln ist, dass man diese beim leichten Fahrt- oder Gegenwind nicht so extrem empfindet (nur stehenbleiben darf man nicht) – gen Osten, an die Mulde. Diese Landschaft ist immer wieder erlebenswert, der wilde, jetzt relativ wenig Wasser führende Fluss, die Wald und Wiesenhänge zu beiden Seiten, die Dörfchen, die alte Klosterruine Nimbschen und das schöne Städtchen Grimma.
Ein gutes Mittagessen gibt es an der Klosterruine in der „Klosterschänke“, nach der ausgiebigen Pause fahren wir flussabwärts weiter in Richtung Wurzen.
Auch den Wechsel der Landschaft vom Hügelland zur flachen Ebene bei Trebsen, den Blick auf das sich in der Ferne verlierende glitzernde Band des Flusses, empfinden wir, so oft wir hier auch schon waren, immer wieder als traumhaft.
Die Gewitterzellen bilden sich mittlerweile überall, in unserem Rücken donnert es bereits, die Sonne zaubert hinter schwarzen Wolken noch fantastische Lichter auf die Muldenaue, von Osten her drängt eine Bilderbuchunwetterwolke herein, die könnte uns erwischen.
Also machen wir auf dem guten Radweg ein wenig mehr Tempo.
Die Wolken ziehen sehr langsam, die Zelle hinter uns fällt mit einigen Regenschleiern allmählich schon wieder in sich zusammen. Dennoch brechen wir die Runde nun bei Wurzen quasi ab und nehmen den kürzesten Weg zurück.
Reichlich 70 kmchen bei dieser Sauna-Atmosphäre genügen auch.

Dieses geheimnisvolle Leuchten

Macht Euch die Mühe, seht und beachtet jedes „Blümchen“ von allen Seiten, schaut es Euch genau an, selbst wenn Ihr meint, dass es doch ganz normal, bekannt und alltäglich ist – überall wird man geheime Schönheit und wunderbares Leuchten entdecken.