Auf der Jagd nach NLCs (12.06.2021)

Das NLC-Fieber steigt, auf dem Radar sind kräftige Echos zu sehen.
Leider nur werden sie gegen Abend schwächer, aber man soll die Hoffnung ja nicht. usw. usf…
Gespannt wie ein Flitzbogen ist der Radelnde uHu am Abend nun nicht mal mehr in der Lage, dem Fernsehfilm aktiv zu folgen…
Die Wolken der Kaltfront lockern auf, auf den Webcams mit Blick nach Norden ist klarer Himmel zu sehen, der Wind lässt ebenfalls nach. Fototasche ist gepackt, das Weitwinkel, das 70-200er Zoom, Fernauslöser, Stativ… Karte steckt in der Kamera – jaaaa.
Gegen 22 Uhr geht es also wieder aufs Rad und aus dem Dorf hinaus zum Beobachtungsplatz. Hinter dem Betonhäuschen ist man gegen neugierige Blicke der zum Samstagabend sehr zahlreichen Autofahrer, die ungebremst durch die S-Kurve rasen, weitgehend geschützt.
Nun also heißt es Warten, Schauen, Warten, Fotografieren der schönen Farben nach dem Sonnenuntergang, der Wolken, tiefziehender Kaltfront-Haufenwolken.
Warten, es wird allmählich dunkler und dann sind gaaaanz weit oben plötzlich erst undeutlich, dann immer klarer Wolkenstrukturen zu erkennen, die vielleicht…
Diese Fasern, diese Wellenformen, das könnte doch. Die Höhe lässt sich schlecht abschätzen, aber sie ziehen sehr sehr hoch dahin.
Nur, es fehlt dieses blausilbrige fremdartige Schimmern. Sind es nun NLC oder nicht…
Aber sie ziehen recht schnell, zu schnell, dann – auf den Aufnahmen ist es zu erkennen, sinken sie ab, nehmen die rosigen Farben der untergegangenen Sonne an.
Falls die Fachfrau Claudia Hinz von Fichtelbergwetter diesen Blogbeitrag liest – welche Art von Wolken sind das? Sie scheinen (zumindest vor dem Absinken auf den ersten Aufnahmen mit den Wellenstrukturen) wesentlich höher als „normale“ Zirruswolken zu ziehen.
Aber NLCs sind es höchstwahrscheinlich nicht.
Als es fast dunkel ist, wird schließlich zusammengepackt und die Rückfahrt angetreten.
Als der Radelnde uHu schon fast das Dorf erreicht hat, sind plötzlich in Richtung NNO feine bläuliche Strukturen relativ niedrig über dem Horizont zu erkennen…

https://lutz-brauer.com/2020/07/24/spektakel-am-nachthimmel-c-2020-f3-neowise-und-nlc-4/
https://lutz-brauer.com/2019/06/27/leuchtende-nachtwolken-die-zweite/
https://lutz-brauer.com/2019/06/24/leuchtende-schleier-am-nachthimmel/

6 Kommentare zu „Auf der Jagd nach NLCs (12.06.2021)“

  1. Hi Uhu, diese sehr hohen Cirren, die im Sommer noch bis in 10km Höhe auftreten können haben mich neulich auch zum Narren gehalten. Ich orientieren mich immer an Capella, dem Zirkumpolarstern der ja nie untergeht und im Sommer so ziemlich im Norden steht, in unseren Breiten so ca. 10 Grad, also bei ausgestrecktem Arm ne Handbreit überm Horizont. Meist sind die NLC´s nicht höher zu erwarten, diese sehr hohen Cirren sind da zu hoch. Wünsch Dir weiterhin viel Durchhaltevermögen, sie werden schon noch zu Dir kommen.
    Gruss von Astrolady

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    1. Danke Dir für Deinen lieben Kommentar. Ich war wirklich erst im Zweifel, weil mir die Wolken gar zu hoch schienen. 2019 hatte ich schon einmal NLCs beobachten können, die waren wesentlich höher als 10°. Aber es gab dann doch noch ne Sichtung – siehe nächster Beitrag 😉
      Liebe Grüße Lutz

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      1. Stimmt, letztes Jahr war auch ein exorbitantes Jahr, dieser Outburst an NLC´s war ja ein Jahrhundertereignis, bei mir waren sie bis in den Zenit am flimmern, dann der Komet und die Staubstürme auf Mars, die man schon mit normalen Teleskopen beobachten konnte….war schon irre. Wenn ich mir so aktuell die Meldungen von NLC´s bundesweit anschaue, sind sie meist kaum höher als 10 Grad.
        LG von Astrolady

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