Vulcano

Schon, als wir das Fährschiff verlassen, empfing uns ein intensiver Schwefelgeruch. Entgegen unseren Erwartungen ist auch hier die Schar der Toursisten sehr überschaubar, möglicherweise liegt es auch an der beginnenden Nachsaison. Aber das lässt hoffen, dass in der braunen Brühe im Schwefelbad drüben nachher für uns auch noch ein Plätzchen frei ist.

Am Aufstieg zum Krater eine rote Ampel – den Italienern zufolge ist das jedoch kein Verbot, den Aufstieg zum Kraterrand zu machen, sondern eher ein Hinweis, es in der Zeit der größten Tageshitze nur auf „own risc“ zu machen. Vernünftige Einheimische würden es jetzt wohl auch eher nicht tun, wir Touris aber… Nun ja. Aber was soll man tun, die Fähre zurück fährt 20.40, also den späteren Nachmittag abzuwarten brächte ein zeitliches Problem.
Gehen wir also auf „own risc“. Und (ehrlich gesagt) auch wenn die Sonne satt vom Himmel brennt, so schlimm, wie unsere schattenlose Hammerwanderung auf Lipari ist es tatsächlich nicht, zumal man den Kraterrand recht schnell erreicht.

Was uns oben erwartet, kennen wir nur von Bildern. Die Wirklichkeit aber übertrifft alles bisher Vorgestellte um Längen.
So muss es auf der Erde vor Millionen Jahren ausgesehen haben. Endlose Geröllwüsten, Schwefelfelder, dampfende Fumarolen, Lavabomben, ein Krater, dessen Innendruck unter dem erkalteten Lavapropfen noch vor Kurzem bei den Geologen für Unruhe und einer Sperrung des Kraters sorgte. Der Druck ließ nach, Glück für uns, dass wir das hier erleben dürfen.
Überall Warnschilder, die auf giftige Dämpfe und vulkanische Gefahren hinweisen, Messgeräte, man beobachtet diesen ruhenden Vulkan ganz genau. Und man möchte sich nicht vorstellen, was geschieht, wenn dieser wieder unruhig wird, man die Menschen von der Insel bringen muss.

Der Lohn für die staubige Hitze-Wanderung ist dann am Ende nicht nur ein wunderbares Granite Limone, sondern auch ein Bad in der heißen müffelnden Schwefelschlammbrühe unten im Ort.

Sehr beeindruckend sind hier auch die Fumarolen im Meer, denen man sich nähern kann.

Da ist etwas im Untergrund, was man nicht sehen, aber sehr wohl fühlen kann…

6 Kommentare zu „Vulcano

  1. Hallo Lutz,
    als wir dort waren gab es noch keine Ampel. Wenn man schon dort ist, muss man natürlich zum Krater hoch. keine Frage!
    Liebe Grüße, Horst

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    1. Wir waren da sehr überrascht, dass es so etwas gab, Einige sind umgekehrt, ein paar sind einfach weiter gegangen, auf „own risc“ und haben das lediglich als Warnung gesehen.
      Aber Umkehren wäre auch sehr schade gewesen. Habe aber später mal bzgl. des Stromboli gelesen, dass dort die Polizisten solchen „Sündern“ direkt hinterher steigen und willkürlich deftige Summen kassieren…
      Liebe Grüße
      Lutz

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      1. Beim Stromboli ist das eine andere Nummer. Da geht es ja um das Übernachten in Kraternähe. Dabei soll es schon zu Unfällen durch ausgeworfene Steine/Magma gekommen sein. Unterm Strich geht es aber auch um das Absichern von Geschäftsmodellen.

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        1. Das stimmt, vermutlich gibt es die Ampel am Gran Cratere erst seit Kurzem, als man dort wegen erhöhter Aktivitäten auch etwas tun musste.

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  2. Wunderschöne Bilder dieser italienischen Vulkaninsel. Schönes Wochenende und liebe Grüße.

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    1. Danke Dir Rudi :-) Gleichfalls ein schönes Wochenende und viele Grüße zurück.

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Kommentare sind geschlossen.

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