Sternenkinder

„Jeder dieser Sterne produziert das Ausgangsmaterial für alles, was im Weltall existiert – uns eingeschlossen.
Wir sind Sternenstaub, ohne Supernovae existierten wir nicht. Wenn wir also nachts am Himmel die Sterne sehen und wir uns irgendwie als Teil von ihnen fühlen, ist das, weil wir es wirklich sind, sie sind unsere Eltern.
Viele fragen sich, was Sternenstaub ist – wir Menschen sind Sternenstaub, weil jedes Atom in unserem Körper im feurigen Innern eines Sterns erzeugt wurde – wir sind alle im wahrsten Sinne des Wortes Sternenkinder.“

Prof. Lawrence M. Krauss (theoretischer Physiker – Kosmologie)

Aus der Fernsehserie „Universum – eine Reise durch Raum und Zeit“

Milchstraße über der Ostseeküste

Sternenkinder

„Die Leute meinen der Weltraum sei etwas Entlegenes, Entferntes, Lichtjahre von uns weg, das ist völlig falsch.
Supernovae sind hier, genau hier, wir sind ihre Kinder, sie haben uns buchstäblich erschaffen.“

Dr. Michelle Thaller (Astrophysikerin USA)

Aus der Fernsehserie „Universum – eine Reise durch Raum und Zeit“

Steilküste an der Ostsee mit dem nördlichen Teil der Milchstraße, der Capella (heller Stern links der Bikdmitte) und dem Sternbild Kassiopeia (rechts am Bildrand ist unsere Nachbargalaxie Andromeda zu erkennen)

Spektakel am Nachthimmel – C/2020 F3 (Neowise) und NLC (5)

Einen Kometen mit NLC habe ich noch. Aber nun ist Schluss..

Spektakel am Nachthimmel – C/2020 F3 (Neowise) und NLC (4)

Ein Pano habe ich noch – schönes Wochenende 🙂

Spektakel am Nachthimmel – C/2020 F3 (Neowise) und NLC (3)

Tja und dann? Dann werden Träume wahr.

Schon seit Minuten beobachtet der Radelnde uHu am Nordhorizont ein Wolkenband, welches ausgesprochen hell erscheint. Die Sonne ist längst weg, könnte eine Rauchfahne eines Feuers sein…

Nee, dafür scheint die zu starr, zu hoch, zu silbern. Zu silbern, bläulich?
Möönsch, das gibts doch gar nicht!!!
Das Kühlungsborn-Radar hatte heute und vorhin keine Echos gezeigt. Aber trotzdem, da sind sie!!!
Das sind NLCs, Noctilucent Clouds, Leuchtende Nachtwolken!!!
Und ein Komet gratis dazu.
Dann lasst uns das Spektakel mal genießen…

Die Zeit vergeht solchermaßen sehr schnell. Und irgendwann verblassen die Wolken, nur der Komet steht nun deutlich sichtbar am Nachthimmel. Und im Süden grüßen Jupiter (heute mit zwei sichtbaren Galileischen Monden) und Saturn herüber.

Gegen Mitternacht wird allmählich zusammengepackt.
Welch ein Erlebnis war das heute.

Und wenn bis dahin kein neuer Komet in unsere Reich- bzw. Sichtweite kommt, können wir nun entspannt die 5000 Jahre warten.

Gefunden – C/2020 F3 (Neowise) (2)

Mit dem 24er ist das ja nun recht einfach, dieses unscheinbare – ist das nicht doch etwas ernüchternd? – Fleckchen da oben einzufangen. Die erste Herausforderung fängt nun damit an, in der Finsternis das 24er-Objektiv abzuschrauben, gegen das 105er Makro zu wechseln und dabei darauf acht zu geben, keinen Dreck auf den Sensor zu bekommen und nebenbei mit Kamera und zwei Objektiven nebst Deckeln zwischen den Zähnen zu hantieren, dass keines der Teile unsanfte Bodenberührung erhält. Ok, hat geklappt, manuell fokussieren und ausrichten, nach ein paar Testaufnahmen sitzt Neowise schön in der Mitte und macht schon einen ganz anderen Eindruck.

Nun noch das 200er – vor Aufregung verwechselt der Radelnde uHu Brennweiten- und Fokusringe, so dass das zwar scharf gestellt, aber nicht voll ausgefahren ist. Noch besser 🙂 Das lohnt sich doch – und allmählich kommt ein wenig Euphorie auf – dabei sein ist alles, so schnell wird man das mit eigenen Augen nicht mehr erleben, mittlerweile ist es so dunkel geworden, dass man tatsächlich auch diesen diffusen Fleck mit einem geahnten Schleier mit bloßem Auge erkennen kann.
In früheren Zeiten galten Kometen als Unglückszeichen – auf die Gegenwart bezogen – na ja, könnte zutreffen, es geschehen derzeit viele üble Dinge in der Welt. Aber ob das an Neowise liegt, wagt man doch zu bezweifeln.

Tja und dann…

Auf der Suche nach C/2020 F3 (Neowise) (1)

(Fast) alle Welt spricht davon, seit Tagen gibt es in den Social Media eine Flut von schönen und noch schöneren Bildern dieses Himmelsereignisses. Die Rede ist vom kürzlich entdeckten und in „greifbarer“ Erdnähe vorbei ziehenden Kometen C/2020 F3, auch Neowise genannt. Auf seiner Bahn durch das Sonnensystem erreichte er vor wenigen Tagen den sonnennächsten Punkt, was dazu führte, dass sich seine eisigen Bestandteile infolge der Hitze in einen wunderschönen Bilderbuchschweif auflösen und dieser nun sogar mit bloßem Auge zu sehen sein soll.

Der Radelnde uHu hat in einer gewissen Ignoranz die ersten guten Sichtungsgelegenheiten quasi verschlafen und schaut sich seit Tagen bewundernd Fotos an, welche Andere geschossen haben. Und traurigerweise (auch wenn etwas Regen und Wolken gut tun) liegt seit Tagen eine wechselhafte Wetterlage, angeführt vom Tief Yvonne über unserer Gegend, so dass die Chancen auf eine Sichtung des zum Monatsende wieder in den Tiefen des Alls (zumindest im Kuipergürtel am Rande unseres Sonnensystems) verschwindenden Neowise von Tag zu Tag sinken. Nun könnte man ja sagen, Geduld, Geduld, so ein Komet kommt ja auf seiner Bahn irgendwann wieder, aber 5000 Jahre warten – na ja, Ansichtssache – die Geduld fehlt leider…

Also heißt es Warten und Fiebern auf die nächste Gelegenheit.

Nach einem sonnigen Freitag mit bedecktem Nachthimmel – es ist zum Jammern – und täglich gibt es neue Bilder – lösen sich die Quellwolken am Samstagabend tatsächlich auf und bescheren einen wolkenlosen Himmel. Ein Beobachtungsstandort mit freier Sicht nach Norden wird bereits im Tagesverlauf ausgekundschaftet…

Und endlich endlich dämmert es und es wird quälend langsam dunkel. Ist an alles gedacht? Stativ, Kamera, Objektive, Lampe, Ersatzakkus – ja, alles da, es kann losgehen.Mit dem Rad ist der Standort rasch erreicht, die Blaue Stunde geht ihrem Ende entgegen…
Noch ein wenig hell ist es ja, wie sucht man jetzt am Besten den viel zu großen Himmelsbereich ab? Nordwest, etwas unterhalb vom Sternbild des Großen Wagen… Nix zu sehen, immer noch zu hell. Im Süden stehen Jupiter und Saturn – auch schön, das hilft beim Warten und lenkt ab.

Wieder ein Blick nach Norden, nix zu sehen, aber vielleicht kann die Kamera mehr erkennen. Ja, doch, genau, etwas blass und unscheinbar erscheint auf der Aufnahme ein verwaschener Fleck.
Dis isser!!!! Kein Zweifel, genau dort, wo die Prognosen es angesagt haben.
Na denn mal los, mal schauen, was sich da so machen und beobachten lässt…

Sternennebel

Nun ja, mit etwas Glück (wolkenloser Himmel) und Geduld ist es möglich, quasi schon mit den vorhandenen Hausmitteln (also hier einem 200 mm Objektiv, welches allerdings (wegen nicht vorhandener Nachführung) nur kurze Belichtungszeiten zulässt) und ein wenig Nachbearbeitung, also dem Stacken von zig Einzelaufnahmen (dazu gibt es z.B. Sequator als Freeware), einen Sternennebel abzulichten. Dieser Nebel befindet sich unterhalb der Gürtelsterne des Orions im Schwert, nennt sich M42, Orionnebel und ist sogar als diffuses Sternchen mit bloßem Auge sichtbar.
Leider ist meine Aufnahme ziemlich verrauscht, Spezialisten mit entsprechender technischer Ausstattung mögen mir das bitte verzeihen – (zum Vergleich kann man z.B. hier einmal schauen (Wikipedia)), lässt aber vielleicht ein wenig ahnen, was sich in ca 1300 Lichtjahren Entfernung so abspielt.
Ab und zu fällt manchmal der Satz – in den Sternenhimmel zu schauen, ist wie eine Zeitmaschine – in diesem Fall kann man sich gut und gern einmal vorstellen, dass es in der Zeit, in der das Licht dieses Sternennebels entstand, noch ein wenig anders auf der Welt aussah – schaut mal hier in der Wikipedia nach…
Übrigens befinden sich in unmittelbarer Nähe der Gürtelsterne weitere interessante astronomische Objekte wie der Nordamerika- und der Pferdekopf-Nebel. In Ansätzen ist diese Himmelsregion als diffuser Fleck links oben der Bildmitte neben dem hellen Gürtelstern zu erkennen.

Mond-Details

In kalter klarer Luft war die Sicht auf den Mond besonders gut. Bei Vollmond gehen viele Details verloren, deswegen habe ich noch ein paar Abende davor mit etwas seitlicher Beleuchtung mal versucht, möglichst viele Mond-Details einzufangen.

Dank sehr informativer Web-Seiten, wie zum Beispiel dieser hier ->
https://www.abenteuer-sterne.de/pano/mondpanorama-hochaufgeloest/ war es auch möglich, diese Details (hoffentlich richtig) zu beschriften.
Das Mondbild entstand aus ca. 50 mit Sequator gestackten Einzelaufnahmen, daher konnte auch mit 600 mm-Tele ein relativ scharfes Bild entstehen.
(ich stelle das Foto unkomprimiert ein, dann kann man es auch ein ganzes Stück größer zoomen)