Erscheinung(en)

Und dann verfehlt auf dem Rückweg auch auf unsereinen die im Nebel wie eine Erscheinung auftauchende Kirche ihre Wirkung nicht.

Mystisch

Man könnte jetzt chronologisch über den Ablauf dieses Fotoausflugs schreiben,
der uHu ging in die Wiesen, der Nebel verdichtete sich, er machte seine Aufnahmen und ging zurück…

Oder – man könnte auch etwas weiter ausholen und den Versuch unternehmen, das subjektive Empfinden dieser besonderen kleinen Tour nicht nur in Bilder sondern auch in Worte zu fassen.
Also so z.B.

Kinderstimmen… Kinderstimmen? Wo kommen die hier, abseits der Siedlung im immer dichter werdenden Nebel her?
Ein Knacken im nahen Schilf, ein Tier…
Kinderstimmen hier in der immer undurchdringlicheren Finsternis?
Man muss nicht gerade ein Angsthase sein, um jetzt ein merkwürdig leicht angespanntes Gefühl zu spüren.
Ach – Unsinn – Kinderstimmen – drüben, dort wo die Lampen im Dorf leuchten, da werden die Eltern sich und ihren Kindern nach dem langen Corona-Lockdown-Tag wenigstens auf kurze Zeit mal ein wenig Auslauf im Freien gönnen, der Nebel verwischt alles, Licht, Geräusche, Entfernungen…
Dunkel stehen die Silhouetten der Baumgruppen, der Restschnee, der nicht nur langsam unbemerkt verdunstet, sondern verdampft und diese Waschküche entstehen lässt, glänzt fahl auf den Wiesen. Morgen wird er verschwunden sein.
Nass und schwer ist die Luft, drückt hernieder, doch die eigene Stimmung ist eher entspannt und locker – jetzt nachdem das Rätsel der Kinderstimmen solch eine natürliche Erklärung fand – froh, dass sich ein trister Arbeitstag so eindrucksvoll schön wieder einmal in den Nebelwiesen beenden lässt.
Fotografieren ist doch ein wunderbares Hobby, um diese Momente aufzuspüren, einzufangen, zu bewahren und weiter zu geben.

Abend am See (3)

Den ersten Versuch eines zweizeiligen Panoramas möchte ich nicht vorenthalten. Lange mangels entsprechend schneller Technik und der nötigen Software nicht möglich, lassen sich nun die ersten Gehversuche auf diesem Terrain unternehmen. Mehrzeilige Panoramen haben den Charme, einen wesentlich größeren Bildausschnitt zu erfassen – vielleicht ist das Wissen später mal ganz günstig für Aufnahmen der Milchstraße.

Dieses Pano entstand aus 2 x 6 Hochformataufnahmen mit jeweils einer Brennweite von 24 mm. Vorbereitet wurden die Bilder mit Lightroom, zusammengefügt schließlich mit der Freeware Hugin, ehe dann in Lightroom der Feinschliff erfolgte.

Abend am See (2)

Etwas weiter stehen Jupiter und Saturn ganz dicht beisammen über den Bäumen gegenüber und spiegeln sich im See.
Wunderschön.
Also bauen wir nochmal auf und konservieren es damit…
Mit den gelungenen Wunsch-Aufnahmen im Gepäck rollt es nun ganz entspannt durch die Dunkelheit wieder zurück nach Hause.

Schön wars.


Abend am See (1)

Nach der „Pleite“ von letztens lauerte der Radelnde uHu natürlich auf die nächste Chance.
Und die ergab sich doch tatsächlich nach einem gar nicht mal so wolkenlosen Tag eine reichliche Woche später. Hin und her, fahren oder nicht fahren, kühl ist es, dunkel wirds auch, nach dem Arbeitstag hält sich die Lust auf einen neuerlichen Ausflug ins Ungemütliche angesichts der Vorweihnachtsstimmung im Haus doch sehr in Grenzen – aber endlich siegte dann doch die Einsicht in die Notwendigkeit 😉 (um an dieser Stelle mal noch ein Zitat vom Herrn Friedrich Engels in anderem Zusammenhang zu bemühen) – kurz gesagt, nach x-maligem Prüfen des Fotozubehörs im Rucksack (sicher ist sicher) geht es wieder auf Tour zum See. Noch ist es nicht ganz dunkel, im Westen strahlen noch die schönen Dämmerungsfarben der untergegangenen Sonne, die schmale Mondsichel und in unmittelbarer Nähe Jupiter und Saturn um die Wette. Ein Platz am Ufer wurde schon vor Tagen ausgeguckt, zum Glück ist es noch ausreichend hell, mit dem Rad am Ufer entlang zu krabbeln, ohne ins Wasser zu fallen und Stativ nebst Kamera aufzubauen. Nicht zu vergessen, den Weichzeichner-Steckfilter, der für die Farbechtheit und Verdeutlichung der helleren Sterne dienen soll und den Anschluss des neuen Funkfernauslösers. Und dann kann es losgehen. Ein wunderbares Bild, das stille Wasser, die Bäume und das Ende der Blauen Stunde, die allmählich erkennbaren Sterne da oben, der Mars ganz hell, im Osten Fuhrmann mit Capella, die Edelsteine der Plejaden und die Hyaden mit dem Aldebaran. Einfach schön…
Stille herrscht, nur unterbrochen vom Verkehrsrauschen der nahen Autobahn und dem Klicken des Auslösers.
Ziel der heutigen Übung soll aber auch mal wieder die Panorama-Fotografie sein, als kleiner Knüller gestaltet sich der Versuch, ein zweireihiges Panorama anzufertigen, um einen größeren Ausschnitt zu erfassen. Ein Experiment, man will sich ja schließlich weiter entwickeln 😉
Die Spannung ist groß, ob das am Ende mit Hilfe der passenden Software am Rechner auch funktioniert.
Nachdem alles im Kasten und die Ausrüstung wieder sicher im Rucksack verstaut ist, radelt der zufriedene uHu noch ein Stück weiter.
Aaah, welch ein Motiv…

Große Konjunktion (2)

Die Blaue Stunde hat den Vorteil, dass die Kontraste noch nicht zu groß, die Lichtpünktchen der Planeten noch nicht ausgebrannt sind. So ist es tatsächlich möglich, sogar die Ringe des Saturn zu erkennen.
Als es dann dunkler wird, präsentieren sich zusätzlich noch die vier Galileischen Monde in voller Pracht.

Einfach nur schön.

Damit wünsche ich Euch allen, trotz allen Widrigkeiten in dieser Zeit, ein frohes, ruhiges und enstpanntes Weihnachtsfest.


Große Konjunktion (1)

Zwei astronomische Highlights 2020 werden es sein, an die man noch eine ganze Weile denken wird. Zum Einen war da im Juli der Komet Neowise, die sich die Ehre gab und dann war da im Dezember das (zumindest von der Erde aus so sichtbare) Treffen der großen Planeten angesagt.

Am 21.12.2020 kamen sich dabei Jupiter und Saturn optisch so nahe, dass man sie mit bloßem Auge für einen einzigen hellen Stern halten konnte. Die Spannung in den Tagen, das Mitverfolgen der Annäherung war schon an sich ein Erlebnis. Und dann gab es da die Wetterprognose, welche ausgerechnet für den 21.12. den Durchzug eines Tiefdruckgebietes mit bedecktem Himmel ansagte.
So ging am Nachmittag immer wieder der bange Blick zum Himmel – aber nix, nur Wolken, so weit man sehen konnte. Erst als die Sonne unterging, war plötzlich der Mond durch den Schleier zu erkennen, recht diffus, dann immer schärfer sichtbar werdend. Aber – im Westen lagen da dicke Wolkenbänke, die Planeten stehen in der Dämmerung schon recht tief, einen Versuch aber sollte man schon wagen.
Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Speicherkarte??? Besser noch dreimal kontrollieren – jaaaa, alles an Ort und Stelle, Akku voll, Fernauslöser in der Tasche, das 600er auf der Kamera und dann schnurstracks hinaus auf die Wiesen.

Zwischen den heranziehenden Wolkenbänken tun sich immer mal Löcher auf. Aber dort ein Lichtpunkt, kaum zu erkennen, es ist noch ziemlich hell, aber ja, das ist er, der Große und fast kaum davon zu trennen, rechts darüber der Kleinere, der doppelt so weit Entfernte… Ein paar Meter noch, weg vom Weg, Störungen durch Abendspaziergänger sind jetzt unerwünscht.

Zunächst mit dem 600er ein paar Aufnahmen, dann, um das Ereignis in die Umgebung einzuordnen, noch einmal das 70mm-Objektiv drauf, ehe kurz, bevor die Wolken alles zudecken, noch einmal das 600er zum Einsatz kommt.