Gewitter am Stechlin

Angesichts der Weltlage, des Rückfalls in finsterste Zeiten, ist man entsetzt, wie gelähmt. Und etwas im Innern wirkt dagegen, einfach weiter Heile-Welt-Bilder zu posten.

Aber vielleicht soll man es gerade, soll man gerade zeigen, die Welt kann auch anders sein, schön sein, darf man die Hoffnung nicht aufgeben, dass der Mensch eines Tages einfach Mensch sein wird.

Also greife ich heute wenigstens in die Archivkiste….

Sonnige Tage liegen hinter uns, warme Tage. Heute aber ist es schwül, drückend.
Am Nachmittag entlädt sich die Spannung in der Luft in einem (südlich vorbeiziehenden) Gewitter.

Uns trifft nur ein Regenschauer, welcher eine völlig neue Stimmung an diesem wunderbaren See erzeugt.

Unweit lebten die Strittmatters, und Erwin Strittmatter hat solch ein Erlebnis in Worte fassen können

„Wir saßen den Sonntag lang unter Tannen, sahn in den Regen und hörten den See mit dem Himmel reden.“

aus Erwin Strittmatter, Regentag – Schulzenhofer Kramkalender

Sterne

Nicht Bekanntes und Benanntes suchen, erfassen, dokumentieren, analysieren.
Sitzen, Schauen, Staunen, Verstehen, warum die Menschen dass da oben Milchstraße genannt haben.
Nicht abbilden, was man sieht, sondern abbilden, was man dabei fühlt.
Um dann voller Erstaunen das plötzlich grell-grün aufflackernde sekundenlange Licht und sofort wieder in der Finsternis-Versinken zu registrieren.
Was denn?
War doch nur ne Feuerkugel, hier über dem See…

(das man hier so viel Sterne sehen kann, liegt nicht unbedingt am Wein, sondern an der wirklich sehr tiefen Finsternis – nur so war es auch möglich, endlich einmal ein Panorama der Milchstraße aufzunehmen. – Anklicken und Vergrößern lohnt sich – in der Bildmitte kann man sogar beim genauen Hinschauen den rötlichen Nordamerikanebel und den Stern Deneb erkennen)