Sterne

Nicht Bekanntes und Benanntes suchen, erfassen, dokumentieren, analysieren.
Sitzen, Schauen, Staunen, Verstehen, warum die Menschen dass da oben Milchstraße genannt haben.
Nicht abbilden, was man sieht, sondern abbilden, was man dabei fühlt.
Um dann voller Erstaunen das plötzlich grell-grün aufflackernde sekundenlange Licht und sofort wieder in der Finsternis-Versinken zu registrieren.
Was denn?
War doch nur ne Feuerkugel, hier über dem See…

(das man hier so viel Sterne sehen kann, liegt nicht unbedingt am Wein, sondern an der wirklich sehr tiefen Finsternis – nur so war es auch möglich, endlich einmal ein Panorama der Milchstraße aufzunehmen. – Anklicken und Vergrößern lohnt sich – in der Bildmitte kann man sogar beim genauen Hinschauen den rötlichen Nordamerikanebel und den Stern Deneb erkennen)

Es gibt fast nichts Schöneres,

als in sonnendurchfluteten Buchenurwäldern wie hier am Ufer des Stechlins unterwegs zu sein. (eine kleine Erinnerung an den vergangenen Sommer)

Weißt Du…

Stille, kein Laut, nichts. Keine plätschernden Wellen, kein Rauschen des Windes im Laub.
Es wird immer dunkler und am Himmel glitzern die ersten Sterne. Nur der eigene Atem ist zu hören, kurz meckert ein ungehaltener Schwarzspecht in den Baumkronen, dann wieder Stille.
Man wagt nicht, diese mit den Hantierungen an der Fototechnik zu stören, ganz behutsam und gedämpft bewegt man sich, wie in Zeitlupe, um nur ja diese Stille nicht zu zerreissen.
Dann wechseln wir den Standort am Seeufer. Leer gefegt ist jetzt der Badestrand, kein Mensch (außer uns) ist zu sehen.Selbst hier, in der Nähe des Dorfes, herrscht absolute Stille. Kaum zu fassen…
Lassen wir das Fotografieren doch nun sein und setzen uns auf eine Bank, lassen die Flasche Wein kreisen und betrachten einfach nur den dunklen Nachthimmel über uns, an dem so viele Sterne funkeln, wie man es nur aus menschenfernen Weltgegenden kennt.
Dazu im Kopf die Erinnerung an die wunderbare Szene in einer Buchverfilmung des Schriftstellers, der hier ganz in der Nähe lebte, schrieb und auch begraben wurde.
Kinder, die mandolineklimpernd am Feldrain entlangziehen und singen.
Weißt Du wieviel Sternlein stehen?

Stechlin

„Die Fischer, selbstverständlich, kennen ihn am besten. Hier dürfen sie das Netz ziehen und an seiner Oberfläche bleibt alles klar und heiter, aber zehn Schritte weiter will er es nicht haben, aus bloßem Eigensinn, und sein Antlitz runzelt und verdunkelt sich und ein Murren klingt herauf. Dann ist es Zeit, ihn zu meiden und das Ufer aufzusuchen. Ist aber ein Waghals im Boot, der es ertrotzen will, so gibt es ein Unglück, und der Hahn steigt herauf, rot und zornig, der Hahn, der unten auf dem Grunde des Stechlin sitzt, und schlägt den See mit seinen Flügeln, bis er schäumt und wogt, und greift das Boot an und kreischt und kräht, daß es die ganze Menzer Forst durchhallt von Dagow bis Roofen und bis Alt-Globsow hin.“

aus Fontane Wanderungen durch die Mark Brandenburg / Die Grafschaft Ruppin

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