Eisregentag

Wandertag – Freund U. hat eine Wanderroute ausgesucht, der uHu lässt sich überraschen. Mit dem Regionalzug geht es von Chemnitz nach Oederan, die freundliche Zugbegleiterin wünscht vor dem Aussteigen noch einen guten Rutsch, nur – wie meint sie das -überlegen wir, als wir uns in Oederan die eisregenglatten Straßen in Millimeter-Rutsch-Schrittchen hinab und wieder hinauf tasten. Neiiiin, das war keine Ironie – vier Tage vor Silvester.

Auf den Feld- und Waldwegen wird es dann etwas besser, nicht wirklich gut, aber besser und gegen Mittag, als wir nach grandiosen Blicken zur Augustusburg, dem Pöhlberg im Erzgebirge südlich und nach Frankenberg im Norden und einem guten Schluck aus der Kräuterflasche etwas sorgloser bergab schusseln, stellen wir schließlich im schönen Zschopautal unten fest, dass es mächtig zu tauen begonnen hat.

Eine schöne Nachweihnachts-Tour im Chemnitzer Umland hat er da mal wieder organisiert – perfekt – gern mal wieder auf ein Neues…

Ruhige See

Die stillen Tage am Stechlin sind vorbei, nun wechseln wir noch auf die lebhafte Insel Usedom und versuchen dort, abseits der Touristenpfade die Schönheiten der Landschaft und Natur zu entdecken.

Elberadweg – wieder einmal

X-mal sind wir hier schon entlang geradelt und auch dieses Mal ging es wieder von Oschatz bis Dresden auf altbekannter Strecke.
Immer wieder ist es einfach schön, ein spontaner Eintags-Kurz-Urlaub, der sofort anbricht, wenn man entspannt die ersten Kilometerchen gen Elbe unter den Rädern hat.

Viele Leute sind heute unterwegs, darunter Viele mit Gepäck, die vermutlich erst in Cuxhaven das Kurbeln einstellen und bis dahin noch eine Menge wunderbarer Landschaften erleben werden.

Wir dagegen rollen entgegen dem Strom, die Höhepunkte, nachdem wir das Chemiewerk Nünchritz hinter uns gelassen haben, steigern sich. Diesbar, die Elbschleife, Meißen mit Albrechtsburg und Dom, die Weinberge und dann der grandiose Einzug durch das Ostragehege, welches schon C.D. Friedrich verewigte, der klassischen Dresdner Kulisse entgegen.
im Kopf werden bereits Pläne gewälzt, man müsste ja auch unbedingt mal wieder die Route flussabwärts vom böhmischen Litomerice oder Roudnice unter die Räder nehmen.
Kommt Zeit, kommt Gelegenheit…

Jetzt wird es japanisch (ein wenig)

Jaaaaa, ich weiß. Ihr habt genug von diesem Winter. Geht mir genau so. Aber wenn er sich von dieser Seite zeigt, ist das noch ein klein wenig auszuhalten.
Bei der Aufnahme, trotz Nebel noch etwas überbelichtet, erinnern die Waldbilder an japanische Tuschemalerei, Sumi-e (japanisch 墨絵) oder Suibokuga (japanisch 水墨画) (auf Wikipedia geoogelt) https://de.wikipedia.org/wiki/Sumi-e genannt.
Und so wird die Wanderung im feuchtkalten Schneenebelwald zu einer Art „Kunst“-Genuss, an manchen Stellen gibt es unzählig viele Motive.

Was ist das?

Unsere Vorfahren, so weit ich aus Erzählungen kenne, stammen aus Thüringen, Pommern, Niederschlesien… Sind es also die Gene, die niederschlesischen, die da durchdringen? Das Riesengebirge war schließlich einmal Teil der schlesischen Grenze.
Oder ist es unbewusst die Erinnerung an den ersten Zelturlaub 1982, den wir Jugendlichen in dieser Gegend verbrachten? Dieses Gefühl von unbeschreiblicher Freiheit, Ungebundenheit, des Plötzlich-Alles-Tun-Könnens. Und ist es ganz einfach nur der Drang, hierher zurück zu kehren, um diese Eindrücke wieder zu finden, das noch einmal zu erleben…
Warum fühlt man sich so, als ob man nach Hause kommt, wenn man hier in diese Landschaft eintaucht, man an den schönen Umgebindehäusern vorbei läuft und die Blicke über die Höhen hinüber nach Südosten zum Iser- und Riesengebirge schweifen und die hektische Hyperaktivität der alltäglichen Umgebung mit einem Male abfällt.
Die Antwort wird sich nicht finden lassen – also belassen wir es bei der Feststellung, dass es so ist. Und das ist nicht unangenehm.
„Oak ne jechn“ – Immer mit der Ruhe

Sterne über der Lausche

Die von unten angestrahlte Rauchwolke des polnischen Kohlekraftwerks bei Hirschfelde ähnelt einer gewaltigen Explosion – unheimlich.
Aber irgendwann lenken die allmählich aufglimmenden Sterne von diesem Spektakel ab. Noch nicht ganz dunkel, im Westen ist noch das letzte Tageslicht zu sehen, kann man nun schon ganz deutlich den Großen Wagen, den Orion, den Sirius oder die Kassiopeia erspähen.
(ganz ehrlich – ohne den mitgebrachten Glühwein in der Thermoskanne ist es kaum auszuhalten hier oben – doch zu viel vom wärmenden Getränk geht auch nicht – schließelich müssen wir den steilen Weg im Dunkeln wieder heil herunter kommen)
Ein klein wenig genießen (und zittern) müssen wir aber noch.
PS: und mit den guten hellen Stirnlampen kommen wir schließlich auch wieder wohlbehalten unten im Wanderhotel an.