Abend am See (2)

Etwas weiter stehen Jupiter und Saturn ganz dicht beisammen über den Bäumen gegenüber und spiegeln sich im See.
Wunderschön.
Also bauen wir nochmal auf und konservieren es damit…
Mit den gelungenen Wunsch-Aufnahmen im Gepäck rollt es nun ganz entspannt durch die Dunkelheit wieder zurück nach Hause.

Schön wars.


Große Konjunktion (2)

Die Blaue Stunde hat den Vorteil, dass die Kontraste noch nicht zu groß, die Lichtpünktchen der Planeten noch nicht ausgebrannt sind. So ist es tatsächlich möglich, sogar die Ringe des Saturn zu erkennen.
Als es dann dunkler wird, präsentieren sich zusätzlich noch die vier Galileischen Monde in voller Pracht.

Einfach nur schön.

Damit wünsche ich Euch allen, trotz allen Widrigkeiten in dieser Zeit, ein frohes, ruhiges und enstpanntes Weihnachtsfest.


Große Konjunktion (1)

Zwei astronomische Highlights 2020 werden es sein, an die man noch eine ganze Weile denken wird. Zum Einen war da im Juli der Komet Neowise, die sich die Ehre gab und dann war da im Dezember das (zumindest von der Erde aus so sichtbare) Treffen der großen Planeten angesagt.

Am 21.12.2020 kamen sich dabei Jupiter und Saturn optisch so nahe, dass man sie mit bloßem Auge für einen einzigen hellen Stern halten konnte. Die Spannung in den Tagen, das Mitverfolgen der Annäherung war schon an sich ein Erlebnis. Und dann gab es da die Wetterprognose, welche ausgerechnet für den 21.12. den Durchzug eines Tiefdruckgebietes mit bedecktem Himmel ansagte.
So ging am Nachmittag immer wieder der bange Blick zum Himmel – aber nix, nur Wolken, so weit man sehen konnte. Erst als die Sonne unterging, war plötzlich der Mond durch den Schleier zu erkennen, recht diffus, dann immer schärfer sichtbar werdend. Aber – im Westen lagen da dicke Wolkenbänke, die Planeten stehen in der Dämmerung schon recht tief, einen Versuch aber sollte man schon wagen.
Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Speicherkarte??? Besser noch dreimal kontrollieren – jaaaa, alles an Ort und Stelle, Akku voll, Fernauslöser in der Tasche, das 600er auf der Kamera und dann schnurstracks hinaus auf die Wiesen.

Zwischen den heranziehenden Wolkenbänken tun sich immer mal Löcher auf. Aber dort ein Lichtpunkt, kaum zu erkennen, es ist noch ziemlich hell, aber ja, das ist er, der Große und fast kaum davon zu trennen, rechts darüber der Kleinere, der doppelt so weit Entfernte… Ein paar Meter noch, weg vom Weg, Störungen durch Abendspaziergänger sind jetzt unerwünscht.

Zunächst mit dem 600er ein paar Aufnahmen, dann, um das Ereignis in die Umgebung einzuordnen, noch einmal das 70mm-Objektiv drauf, ehe kurz, bevor die Wolken alles zudecken, noch einmal das 600er zum Einsatz kommt.


Jupiter und Saturn

Das ist vermutlich der letzte klare Blick aus unserer Region auf die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn vor der großen Konjunktion am 21.12.2020. Lt. Wetterprognosen fällt die Sichtung womöglich wegen dichter Wolkendecke aus.
So eine Große Konjunktion (der Höhepunkt wird am 21.12.2020 sein – hoffen wir da auf klaren Himmel) lässt sich ja nun erst in 60 Jahren wieder beobachten, und wenn die Wissenschaft in Hinsicht Verlängerung der Lebensdauer zwischenzeitlich nicht elementare neue Erkenntnisse hat und zum richtigen Zeitpunkt ein gutes Mittel dafür angeboten wird, sollte das nicht mehr ganz zu schaffen sein.
Also nutzen wir diesen Moment, besser wirds nicht mehr, genießen wir es einfach.

(hier noch einmal ein paar Aufnahmen in chronologischer Reihenfolge aus dem Jahr 2020 – auf dem dritten Foto sieht man neben Jupiter und seinen Monden infolge der Ringe die scheinbar elliptische Form des Saturn)


Perlenkette

Hier noch ein Nachtrag, zu einem schönen Erlebnis Ende Oktober:

Kurz vor der Tagesschau geht der Blick noch einmal aus dem Fenster. Uiiiii – das gibts doch gar nicht. Wie an einer Perlenkette stehen da draußen von links nach rechts gesehen Saturn, Jupiter und Mond am dunklen Abendhimmel. Nichts wie hinaus, das kommt so schnell nicht wieder, das muss man festhalten.

Tagesschau? Verdrängen wir heute mal besser die täglichen Fallzahlen…

683.995.000 (und 1.400.881.000)

Nein, keine Sorge, das sind nicht meine Kontoverbindungen oder die neuen Lottozahlen…
Es sind die ungefähren Entfernungen der Riesenplaneten Jupiter und Saturn mit Stand 10.09.2020 um 21 Uhr von der Erde.
Aus astronomischer Sichtweise ist das nur ein Katzensprung, aber Sechshundertdreiundachtzig-millionenneunhundertfünfundneunzigtausend Kilometer weit weg – mit menschlichen Maßstäben ist das schon fast unvorstellbar. Und erst der Saturn, der ist mehr als doppelt so weit von uns entfernt.
Vergleicht man die Entfernungen mit denen vom 08.09.2020, dann stellt man fest, dass sich in nur zwei Tagen diese beiden Planeten über 3.900.000 Kilometer noch weiter weg von uns bewegt haben. Eine kaum fassbare Geschwindigkeit – und wenn man versucht, sich vorzustellen, dass wir auf unserer Erde sicher ähnlich schnell durch die Weiten des Alls unterwegs sind…
Faszinierend…
Trotzdem kann man die Beiden abends ab der Blauen Stunde am Südwesthimmel mit bloßem Auge gut erkennen. Das ist eigentlich noch erstaunlicher, wenn man überlegt, dass Jupiter und Saturn zwar im Vergleich zur Erde riesig sind, aber mit 139.2820 km bzw. 116.460 km Durchmesser nicht wirkliche Übergrößen besitzen. Trotzdem reicht das bisschen Sonnenlicht, welches sie erreicht, immer noch gut aus, um sie uns als hellleuchtende „Sterne“ zu präsentieren.
Mit den normalen „Hausmitteln“ ist es sogar möglich, sie gut erkennbar abzulichten. D.h., mit nur einer 200er Brennweite sind zum Einen diese Beiden und dann sogar noch Weiteres gut zu erkennen.
Vergleicht man unsere recht fortgeschrittene technische Ausstattung mit der von Galileo Galilei vor ca. 450 Jahren, empfindet man den allergrößten Respekt vor diesem Mann, der nicht nur das bisherige Weltbild gründlich verändert, sondern nebenbei auch noch auf die 4 Lichtpunkte neben dem Jupiter aufmerksam wurde und richtig erkannte, dass die täglich ihren Standort veränderten und sich zu allem Überfluss nicht um die Erde drehten, sondern ihre Bahnen offensichtlich um den Jupiter zogen.
Richtig – gemeint sind die Galileischen Monde – erkennbar auf den nachfolgenden (stark gecroppten) Fotos, deren Qualität mir die richtigen Astronomen und Astrofotografen bitte verzeiehn mögen. (vielleicht ist ja mal noch ne bezahlbare Nachführung mit drin)
Eindrucksvoll, welche enormen Entfernungen diese Trabanten ebenfalls in nur wenigen Tagen um ihren Planeten zurücklegen.

In diesem Sinne kann Euch der immer noch staunende uHu wirklich nur empfehlen, einmal (gern auch mehrmals) den Blick abends gelegentlich zum Südhimmel zu richten und sich an diesem recht seltenen Anblick zu erfreuen. Mit einem normalen Feldstecher könnten sogar die Galileischen Monde erkennbar sein.
Freuen wir uns ebenfalls auf die „dunkle“ Jahreszeit, die uns an den langen Abenden noch manches überirdische Schauspiel bieten wird.