Vom stehenden (hängenden) und fließenden Wasser

Infolge der Regenfälle der letzten Wochen führt u.a. auch der Grünbach im wilden Amselgrund bei Rathen einiges an Wasser. Was dabei bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu beobachten war, seht Ihr hier.

Sächsische Schweiz in Blau

Details waren wegen der Mittagssonne kaum zu erkennen. Also entstand angesichts des Lichts die Idee zu dieser „Blauen Serie“. Das Überraschende hier ist, dass trotz des Dunstes bei 600 mm Brennweite einige Kleinigkeiten zu erkennen sind. Und irgendwie erinnern (zumindest mich) diese Silhouetten an Scherenschnitte. Viel Spaß beim Betrachten, Suchen und Finden von kleinen Details.

Winterwanderung (2)

In Rathewalde gibt es nun auch Gaststätten, in denen man nun einkehren könnte.
Aber auf dem Abstieg in Richtung Amselgrund ist zu sehen, dass der „Lindengarten“ wegen Renovierung geschlossen hat und die „Rathewalder Mühle“ am oberen Einstieg in den Felsengrund auch zu ist – d.h. nur zwischen April und Oktober geöffnet hat. Ja – das ist berechtigt, wieso soll man den Betrieb hier mühsam aufrecht erhalten, wenn sich im Winter kaum ein Gast hier hoch verirrt. Schade trotzdem…
So geht es durch den wilden Amselgrund nun wieder bergab. Auch hier führt der Grünbach, der sich rauschend tief unten seinen Weg bahnt, einiges Wasser. Und wieder versteht der (fast einsame) Wanderer, weshalb sich hier z.B. Herr Friedrich und Herr Carus so wohl fühlten.
Der Amselfall (wie lange ist der letzte Besuch hier her? – 30, 40, ?? Jahre?) ist als Tourifalle in Erinnerung geblieben. Das Wasser des Grünbaches wurde oberhalb der Amselbaude aufgestaut und ab und zu wurde die Stauanlage geöffnet, so dass sich ein attraktiver Wasserschwall vor den staunenden Augen der Besucher ergoß. Heute aber, garniert von Schnee und Eis kommt da auch ohne Hilfe ziemlich viel Wasser herunter. Sehenswert – einfach nur schön.
Bis zum Amselsee (den man wohl über den Winter leer gelassen hat) und Rathen ist es nun nicht mehr weit.
Fazit der heutigen Tour: Von Wehlen bis zum Hohburkersdorfer Rundblick 2 Menschen und zwei Autos + grandiose Landschaftseindrücke, vom Hohburkersdorfer Rundblick bis Rathen ein paar Menschen mehr und kein Auto und ebenso grandiose Landschaftseindrücke – Prädikat: äußerst empfehlenswert)

Winterwanderung (1)

Die Wanderung beginnt wieder einmal im kleinen schönen Wehlen an der Elbe. Schon nach wenigen Minuten gelangt man in den Wehlener Grund und ist (offensichtlich noch vor dem großen Samstagsbesucheransturm) plötzlich völlig allein auf weiter Flur – oder in diesem Felsental.
Einige Kilometer weiter zweigt der Uttewalder Grund in nördliche Richtung ab. Lang ist es her, dass der Radelnde Uhu (zu Fuß) hier gewandert ist. Ein wenig Schnee, die immer enger zusammenrückenden Felswände, der kleine Bach, der nach den ergiebigen Niederschlägen der letzten Wochen Wasser führt und das eben aus einem lieben Weihnachtsgeschenk (Caspar David Friedrich: Spurensuche im Dresdner Umland und in der Sächsischen Schweiz von Frank Richter) erworbene Wissen, dass die Maler der Romantik hier ein ergiebiges Betätigungsfeld fanden, erhöhen zunehmend den Reiz dieser Tour. Da zum Beispiel, dieser schräg liegende riesige Felsblock – hat den nicht C.D. Friedrich als Element zur Komposition seiner Gemälde verwendet?
Das Uttewalder Tor, die Hauptattraktion des Tales, welches man ein Stück nach der idyllisch gelegenen Baude „Waldidyll“ erreicht, hat es schwer gegen die Konkurrenz der immer wilder werdenden Schlucht. Als ob ein Riese hier sein Bauwerk aus Bauklötzen eingerissen und einfach so liegen gelassen hätte, stapeln sich hier unter den Wänden eindrucksvoll bemooste und weiß gepuderte Felsblöcke kreuz und quer.
Am Ende des Grundes geht es dann etwas steiler aufwärts durch das Kehlloch auf die Höhe. Fast schlagartig wechselt der Charakter der Landschaft.
Der Wald bleibt zurück, unweit entfernt liegt das Dorf Rathewalde und nördlich davon erhebt sich der Hohburkersdorfer Rundblick, das Ziel der heutigen Tour.
Die Sonne strahlt nach langen grauen Wochen, als ob sie Einiges aufzuholen hätte. Aber – leider ist es jetzt, am späten Vormittag doch recht dunstig geworden. Durch Rathmannsdorf zum Hohburkersdorfer Rundblick, den man wegen seines Kriegerdenkmals gut sehen kann und der (ja, natürlich war auch Napoleon schon hier) Napoleon-Linde sind noch einmal ca. 90 Höhenmeter zu bewältigen.
Aber mit jedem Höhenmeter wird der Aaaah- und Ooooh-Effekt größer. Nach allen Richtungen weitet sich der Blick, schließlich ist man hier, am Rande der Sächsischen Schweiz auf fast 400 Metern höher als mancher Felsgipfel. Und der Blick schweift nun weit von den Höhen des Osterzgebirges um den Kahleberg, Pirna, hinüber zu den Tafelbergen Königstein, Lilienstein, Gohrisch usw., denen man von hier aus sozusagen aufs Haupt spucken kann, zum Böhmischen Schneeberg, dem Winterberg, auch der böhmische Rosenberg ist zu erspähen und weiter nach Osten zum Tanzplan und Unger. Die Bildideen stehen auch fest, für Details ist es einfach zu dunstig, aber die Silhouetten in der bläulichen Luft geben ungemein interessante Fotomotive ab.
Im Norden grüßt Stolpen mit seiner Burg herüber und die riesigen Dampfwolken der Kraftwerke in der Lausitz.
Kalt ist es, aber das merkt man kaum, zu sehr ist der radelnde Uhu damit beschäftigt, sich mit seiner langen Brennweite und den zahllosen Motiven auszutoben.

Elberadweg – Sturmfahrt nach Dresden (3)

Abschnitt Bad Schandau / Krippen – Dresden

Den Regentag inkl. der am Abend sehr bedrohlich über uns hinwegrasenden Sturmfront haben wir mit einer kleinen Wanderung um Bad Schandau und das Schrammsteingebiet gut verbracht.

Der heutige Tag verspricht besseres, trockeneres Wetter, allerdings auch stürmischen Wind von Nordwest.

Als wir wieder auf den Rädern sitzen und an der Elbe weiter durch das Gebirge rollen, ist davon zum Glück noch nicht allzuviel davon zu spüren. So lässt sich der Ausblick auf Lilienstein, Königstein und die Basteifelsen noch wunderbar genießen. Zwischen Bad Schandau und Königstein wurde vor Kurzem die letzte Lücke des Radweges geschlossen, nun kann man auch durchgehend linkselbisch radeln, ohne die Fähre in Königstein benutzen zu müssen. Ob der Weg allerdings das nächste Hochwasser übersteht?

Rathen, Wehlen, dann weitet sich das Tal allmählich, der Wind drückt nun immer stärker genau von vorn, so dass wir nach 25 Kilometern im schön restaurierten Altstädtchen von Pirna in einem Bäcker erst einmal Mittagspause machen. Lecker Kaffee und belegte Brötchen, dazu ein ausgiebiger Plausch mit dem Chef vom „Geheimrad“, einem leidenschaftlichen ehemaligen und immer noch aktiven Rennradsportler, dessen großer Wunsch es ist, Trondheim-Oslo noch einmal zu fahren. Drücken wir ihm die Daumen. Unsererseits hat sich das Thema Langstreckenradeln wohl doch eher erledigt. Aber was solls, so ist nun ausreichend Zeit und Muße solch fantastischen Flussradwege zu erleben.

Von Pirna bis Dresden bleibt an diesem Tag nur der Kampf teilweise im Schritttempo gegen den sehr heftige Wind – oder besser Sturm in Erinnerung. Aber der Anblick vom malerischen Schloss Pillnitz, den lieblichen Elbauen und grünen Anhöhen um Dresden – Laubegast, der idyllischen Villen-Vororte und schließlich der traumhaften, aus dieser Richtung etwas ungewohnten Silhouette des barocken Dresdens entschädigen in jedem Fall.

Terrassenufer, Menschen- und Autogetümmel, die Dampfer der „Weißen Flotte“, Lärm, Chaos, die Zivilisation hat uns wieder.

Schön war es und ein wenig wehmütig denkt man jetzt schon zurück an die stillen Kilometer besonders im böhmischen Elbtal.

(bei wenig Wind sind die knapp 50 Kilometer ein noch größerer landschaftlicher und kultureller Hochgenuss)

Nachtausflug in Krippen

 

Elberadweg – Eindrücke aus Litomerice

weitere Fotos zum Böhmischen Mittelgebirge sind auf dieser Seite zu finden

 

Elberadweg – Besuch bei unseren Nachbarn (2)

Abschnitt Litomerice – Bad Schandau / Krippen

Dieses Mal, Ende September, ist die Route flussabwärts geplant.

Wieder einmal zieht es uns ins Böhmische, in unser schönes Nachbarland. Problemlos und entspannt erreicht man mit dem Regionalzug Dresden, steigt dort in den (nur saisonweise und wohl auch nur am Wochenende fahrenden) Zug nach Litomerice (Leitmeritz) ein, der uns ohne zusätzlichen Umstieg in knapp zwei Stunden bis nach Nordböhmen bringt.

Leitmeritz und seine sehenswerte Altstadt am Fuße des Radobyl, eines markanten ehemaligen Vulkankegels, das ist seit Rennrad-Zeiten immer wieder eine Art Traumziel. Wie gern kommt man dort an und streift über den Markt und die Gassen hinunter zur Elbe.

Radobyl, Vulkankegel – da war doch etwas. Ja, genau, Litomerice liegt am südlichen Ausläufer des Böhmischen Mittelgebirges.

Wir verlassen die Stadt, fahren flussabwärts und nach wenigen Kilometern lässt sich inmitten balkanartiger Vegetation mit weiten Maisfeldern und Weinbergen ein schönes Panorama des Böhmischen Mittelgebirges von der Hazmburk bis zum Lovos jenseits des Flusses und des dahinter hervorlugenden Milleschauer bewundern. Auch der Kletecna, der zweite Berg auf C.D. Friedrichs Gemälde ist von hier aus gut zu erkennen.

Dann durchbricht die Elbe in der „Böhmischen Pforte“ das Gebirge. Sehr eindrucksvoll (und ab und zu mit der Loreley verglichen) ist hier der Felsriegel zwischen Lovos und dem Kalvarienberg auf unserer Flussseite zu erkennen, durch den sich die Elbe (bzw. tschechisch Labe) ihren Weg erzwungen hat.

Kurvenreich radelt man nun durch das enge Gebirgstal, in dem sich der Fluss still und glatt (auf Grund einer großen Staustufe) ausbreitet bis Usti nad Labem (Aussig) und wird von der dunkel auf einem Felssporn drohenden Burg Schreckenstein (Strekov) empfangen. (siehe auch Ludwig Richter „Überfahrt am Schreckenstein“)

Die Brücke, auf der 1945 Schlimmes geschah (siehe wikipedia) existiert ebenfalls noch. Keine Wirkung ohne Ursache… Hoffen wir, dass die Menschen doch mit der Zeit dazu gelernt haben.

Übrigens, die Strecke ist auch hier von früheren Rennradtouren durch Nordböhmen her bekannt, lässt sich feststellen, wie viel man im bequemen Flussradler-Tempo so sehen kann. Man kann es sich leisten, den Blick von der Straße auf die Umgebung zu lenken und entdeckt dadurch viele Dinge, die damals einfach übersehen wurden.

Kurz vor Decin weitet sich das Tal, hinter kleineren Bergkuppen erhebt sich der Decinsky Sneznik, der höchste Berg der Sächsischen Schweiz und canyonartig sieht das grüne enge Elbtal hinter der Stadt aus.

Eine Rast in einem Café bei Palatschinken und Aussicht auf die Elbe ist nun gerade Recht. Auf der einen Seite das mächtige Schloss von Decin, auf der anderen Flussseite hoch oben dem kleinen Pseudo-Schlösschen auf dem Schäferberg. Dahinter der sich allmählich grau bedeckende Himmel und eine fahle Sonne. Fast unheimlich wirkt das.

Nach ausgiebiger Pause rollen wir nun entspannt weiter flussabwärts in die Böhmisch-Sächsische Schweiz hinein. Am Ostufer die mächtigen Sandsteinfelsen des Rosenkammes, irgendwann vor uns der Große Winterberg aus ungewohnter Perspektive.

Als der Grenzort Hrensko auf der ostelbischen Seite sichtbar wird, ist unser nur ein paar Stunden langer Böhmen-Ausflug schon vorbei. Ein Foto am Grenzschild, dann sind es bis Krippen, wo wir für zwei Nächte ein Quartier gefunden haben, nur noch wenige Kilometer.

(die knapp 75 Kilometer lassen sich, weil es fast keine Anstiege gibt, sehr geruhsam und abwechslungsreich genießen)

weitere Fotos zum Böhmischen Mittelgebirge sind auf dieser Seite zu finden

 

 

Elberadweg – mal wieder (1)

In diesem Jahr war der Elberadweg auch einmal wieder unser Ziel.

Abschnitt (Oschatz – ) Riesa – Dresden (ca. 80 km)

Die erste Etappe Ende Mai, sollte uns von Riesa nach Dresden führen.

Konkrete Wegbeschreibungen und Beschreibungen der dort vorzufindenden baulichen und Naturschönheiten findet man auf zahllosen Webseiten, deswegen soll darauf an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden.

Warum aber fuhren wir gegen den Strom elbaufwärts? Normalerweise ist es ja üblich, einen Flußradweg flussabwärts zu befahren, gerade weil es so reizvoll ist, einen Fluss oder Strom beim Anwachsen und immer Größer- und Mächtiger-Werden zu begleiten, bis er schließlich ins Meer mündet. Für diesen Abschnitt jedoch ist es auch umgekehrt empfehlenswert, weil sich die Höhepunkte entlang des Wegs sozusagen steigern und übertreffen, bis man dann die klassische Kulisse Dresdens vor sich sieht.

Nach Oschatz fahren wir mit dem Regionalzug, das erspart die Kosten für die Fahrradkarten, die 10 Kilometer bis Riesa schaffen wir auch entspannt per Rad. In Riesa „fädeln“ wir uns schließlich auf dem Elbradweg ein. Durch mohnbestandene Blumenwiesen geht es an diesem immer heißer werdenden Maitag bis zur unheimlichen Skyline des Chemiewerkes bei Nünchritz. Danach aber wird es richtig schön. Die recht eintönige Ebene verengt sich allmählich zum Flusstal. Bald ist Diesbar mit seinen Weinbergen und seinem Schlösschen erreicht – der erste Höhepunkt des heutigen Tages.

Immer schön entlang des Flusses, mal auf asphaltierten, mal auf grob gepflasterten Wegstücken rollen oder schieben wir nun bis Meißen, deren mächtige Albrechtsburg und der Dom schon von weitem herüber grüßen. Kleine Mittagsrast in einem der zahlreichen am Weg liegenden Biergärten, dann geht es weiter nach Südwesten. Durchs winzige Spaargebirge bei Meißen fahren wir an der Elbe entlang hindurch, Coswig und Radebeul streift man nur, ehe man am Nachmittag Dresden erreicht. Es geht durch endlose Vororte, bis man plötzlich und ganz unvermutet vor dem Sächsischen Landtagsgebäude steht und einen schönen Fast-Canaletto-Blick auf Dresdens Altstadt genießen kann.

Schade, das war es für heute schon, fast 80 Kilometer, aber die wurden bei der abwechslungsreichen Route gar nicht mal so richtig lang.