Elberadweg – Sturmfahrt nach Dresden (3)

Abschnitt Bad Schandau / Krippen – Dresden

Den Regentag inkl. der am Abend sehr bedrohlich über uns hinwegrasenden Sturmfront haben wir mit einer kleinen Wanderung um Bad Schandau und das Schrammsteingebiet gut verbracht.

Der heutige Tag verspricht besseres, trockeneres Wetter, allerdings auch stürmischen Wind von Nordwest.

Als wir wieder auf den Rädern sitzen und an der Elbe weiter durch das Gebirge rollen, ist davon zum Glück noch nicht allzuviel davon zu spüren. So lässt sich der Ausblick auf Lilienstein, Königstein und die Basteifelsen noch wunderbar genießen. Zwischen Bad Schandau und Königstein wurde vor Kurzem die letzte Lücke des Radweges geschlossen, nun kann man auch durchgehend linkselbisch radeln, ohne die Fähre in Königstein benutzen zu müssen. Ob der Weg allerdings das nächste Hochwasser übersteht?

Rathen, Wehlen, dann weitet sich das Tal allmählich, der Wind drückt nun immer stärker genau von vorn, so dass wir nach 25 Kilometern im schön restaurierten Altstädtchen von Pirna in einem Bäcker erst einmal Mittagspause machen. Lecker Kaffee und belegte Brötchen, dazu ein ausgiebiger Plausch mit dem Chef vom „Geheimrad“, einem leidenschaftlichen ehemaligen und immer noch aktiven Rennradsportler, dessen großer Wunsch es ist, Trondheim-Oslo noch einmal zu fahren. Drücken wir ihm die Daumen. Unsererseits hat sich das Thema Langstreckenradeln wohl doch eher erledigt. Aber was solls, so ist nun ausreichend Zeit und Muße solch fantastischen Flussradwege zu erleben.

Von Pirna bis Dresden bleibt an diesem Tag nur der Kampf teilweise im Schritttempo gegen den sehr heftige Wind – oder besser Sturm in Erinnerung. Aber der Anblick vom malerischen Schloss Pillnitz, den lieblichen Elbauen und grünen Anhöhen um Dresden – Laubegast, der idyllischen Villen-Vororte und schließlich der traumhaften, aus dieser Richtung etwas ungewohnten Silhouette des barocken Dresdens entschädigen in jedem Fall.

Terrassenufer, Menschen- und Autogetümmel, die Dampfer der „Weißen Flotte“, Lärm, Chaos, die Zivilisation hat uns wieder.

Schön war es und ein wenig wehmütig denkt man jetzt schon zurück an die stillen Kilometer besonders im böhmischen Elbtal.

(bei wenig Wind sind die knapp 50 Kilometer ein noch größerer landschaftlicher und kultureller Hochgenuss)

6 Kommentare

  1. Ewald Sindt sagt:

    Bei deiner Erzählung spürt man förmlich den Gegenwind. Bad Schandau, Bastei und Königstein haben uns damals auch sehr gefallen. Allerdings ohne Rad und im Winter.
    Lieben Gruß, Ewald

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    1. Das war schon ne Schinderei. Aber in der Erinnerung in Kombination mit der Kulisse verklärt sich das schnell. 😉 Im Winter hat die Gegend auch einen ganz besonderen Reiz. Und wenn dann noch Schnee liegt….
      LG Lutz

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  2. Tolle Fotos vom Elberadweg
    LG Andrea

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    1. Danke Dir Andrea. Die Gegend kann ich nur empfehlen 😊

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  3. natuurfreak sagt:

    Prachtige wolkenmassa legtr een dramatiek goedijn over het landschap

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    1. De storm en de wolken op die dag waren echt indrukwekkend

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