Vorbemerkungen

Vorbemerkungen:

„Der alte Knochen macht jetzt bei den Randonnöhren mit.“
„Ist das so was wie Inschenjör oder was Unanständiges?“
„Nein, die sind harmlos, die fahren nur immer Rad und übernachten manchmal in Tankstellen…“


So oder ähnlich könnte ein Verständnisproblem zum Charakter des Randonnierens mit wenigen Worten prinzipiell geklärt werden.



Tausende von begeisterten Langstreckenradfahrern aus aller Welt, gastfreundliche, hilfsbereite Franzosen entlang der ganzen Strecke…
Eine Atmosphäre, die den Radler auf den 1200 Kilometern von Paris zur Atlantikküste und zurück quasi beflügelt.
Wer möchte das nicht einmal live erleben?


Thomas‘ und Lutz‘ „Projekt“: Paris-Brest-Paris 2015


Unter diesem Motto stand also auch unsere Radsaison 2015.
Paris-Brest-Paris, manchmal als „Olympiade“ der Langstreckenradfahrer bezeichnet, findet aller vier Jahre statt.

die offizielle Seite zu Paris-Brest-Paris


Paris-Brest-Paris ist als Radrennen älter als die Tour de France, wurde zunächst von Profis ausgetragen, wird nun aber seit vielen Jahren ausschließlich für Amateure veranstaltet.
Viele interessante Informationen zu PBP, der Historie usw. kann man hier nachlesen.

http://www.audax-randonneure.de/


Für eine Teilnahme sind durch die Veranstalter konkrete Bedingungen  gesetzt.
So muss der Willige (oder Bekloppte – je nach Sicht des außenstehenden Betrachters*) im Jahr, in dem PBP stattfindet, zunächst vier „Prüfungen“ (Brevets) von 200, 300 , 400  und 600 Kilometern Länge in einem vorgegebenen Zeitrahmen absolvieren. Diese Prüfungen werden international und  auch in allen möglichen Regionen Deutschlands durch ambitionierte Leute ohne jegliches kommerzielles Interesse geplant und organisiert.
Faszinierend am Randonnieren ist, dass etliche alte „Knochen“ bis jenseits der 70 oder gar 80 immer noch erfolgreich diese Art von Langstrecken-Radfahren betreiben. Das Durchschnittsalter in der Randonneurs-Szene ist im Vergleich zum Profisport tatsächlich sehr hoch.
Und deren Streckenlängen fangen da an, wo die Profis aufhören. Und die Randonneure bewältigen das ganz ohne Doping.


Brevets werden NICHT als Rennen GEGENEINANDER, SONDERN als „Radwanderung“ MITEINANDER verstanden und zum überwiegenden Teil auch so gefahren. Auch wenn es viele ganz sportlich sehen – die gefahrene Zeit oder Platzierung spielt  im Ziel keine Rolle.
„Jeder, der ins Ziel kommt, ist ein Sieger“ – so haben es die Berliner Organisatoren sehr treffend auf ihrer Webseite formuliert.


Was ist ein Brevet? Wie findet das statt?
Kann man auch in der Wikipedia erfahren.
Zum Beweis, dass man diese „Dinger“ auch tatsächlich gefahren ist und nicht irgendwo abgekürzt oder das Auto bzw. den Bus genommen hat (aber wer betrügt sich schon selbst um solche Abenteuer?!), muss man auf der persönlichen Brevet-Karte die erforderlichen Kontrollstellen (meist Tankstellen) anfahren und sich das mit Stempel und Zeiteintrag beglaubigen zu lassen.


Um auf Grund des wachsenden Interesses und der zunehmenden Nachfrage einen Platz in der auf 6.300 Teilnehmer (2015) begrenzten Starterliste zu bekommen, wird empfohlen, bereits im Vorjahr an den Brevets teilzunehmen. Je nach der Länge des längsten gefahrenen Brevets ist es möglich, sich dann schon im Vorfeld von PBP zeitiger anzumelden.


* sehr treffende Formulierung in einem Bericht zum Nordbayern-600er.