Fremdenweg – am Rande des Sandsteins

Der Fremdenweg ist wohl der erste Weg, den Maler und Touristen in und durch die Sächsische Schweiz nahmen, auch die Maler der Romantik gingen von Dresden zunächst bis Pirna, Liebethal und tauchten von da an ein in die Wildnis dieses kleinen Gebirges.
Unser Start erfolgt heute an der Elbfähre in Pirna, von dort laufen wir zunächst durch Stadt und Vororte an der Wesenitz, der Namensgeberin des folgenden Tales, entlang, bis wir unterhalb von Liebethal den Fremdenweg und den Beginn des Liebethaler Grundes erreichen.
Das Gute – wir haben nun Zeit, ausreichend Zeit, um auch einmal stehen zu bleiben und den Blick einfach schweifen zu lassen, um ganz gemächlich die Eindrücke in uns aufzunehmen und zu ergründen, was Maler wie Blechen, Richter, Zingg und Friedrich hier wohl so faszinierend und darstellenswert fanden. Die Antwort darauf fällt nicht schwer. (Randnotiz: unbedingt Carl Blechen näher kennen lernen)
Man kennt die Landschaft vom Durchfahren, meist verlaufen die Straßen über die Höhen, ringsum sind ausgedehnte Felder, wenig Wald, Hügel zu sehen, es sind noch einige Kilometer bis hin zu den ersten dramatischen touristischen Höhepunkten. Und zumindest wir hatten mit unbegreiflicher Hartnäckigkeit bisher einen Ausflug hierher vermieden, hatten also tatsächlich keine Ahnung von diesem wilden Tal, was sich uns nun öffnet.
Bemerkenswert ist, dass Nicolai offenbar gute Kenntnisse vom Ursprung des Sandsteins hatte.


„… denn die ganzen Berge bestehen aus lauter aufeinander gesetzten Flözschichten… Auch ist der innere Gehalt der Steine verschieden. Einige bestehen aus gröberm, andere aus feinerem Sande. Einige haben Kalk-, einige auch auch noch andere Theile in sich.“
„Alles Beweise, daß diese Steinmassen als Schlick des Meeres sich nach und nach aufeinander thürmten. Der Schlick war natürlich weich: aber er konnte es nur bleiben, so lange er mit dem Wasser bedeckt war. Fiel das Wasser weg; so verdunsteten die wässerigen Theile in der freyen Luft, und der darinnen befindliche Mörtel küttete die Sandtheile an einander. Da mussten sie wohl hart werden. So hätten wir nun die Felsen. Aber die tiefen Gründe dazwischen. Wo kommen diese her?“
„Das Wasser konnte aber wohl schwerlich so ruhig abfallen, daß es nicht hin und wieder einige Vertiefungen hätte reissen sollen. In diese drang denn das immer nachfliessende Wasse, und riß diese Rinnen noch tiefer.“

Quelle: Carl Heinrich Nicolai – Wegweiser durch die Sächsische Schweiz (zweite Auflage 1806)

9 Kommentare zu „Fremdenweg – am Rande des Sandsteins

  1. Love the special colors in it.

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  2. Wunderschöne Aufnahmen!

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  3. Sehr schöne Ornamente!

    Horst

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    1. Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich die Farben und Strukturen zwischen den gebrochenen und den erodierten Steinen wirken.
      LG Lutz

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  4. Schöne Formenvielfalt! Ich mag es, wie du die Äste und Zweige mit einbezogen hast. Die betonen das Alte zusätzlich.

    Auf Bild 4 dachte ich: Da schläft doch jemand im Stein? (Pareidolie, nicht echt) Ich sehe sogar zwei Variationen: ein nach links gewandtes männliches Profil oder, bei erneutem Hinsehen ein Tier, zur Hälfte, Kopf und Hufe nach links.

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    1. Bei den „Felsmalereien“ auf dem zweiten Bild war ich schon überrascht. Du schaust sehr genau hin 🙂 und hast Recht. Ich würde sogar noch einen nach rechts gewandten Widderkopf mit Gehörn vermuten. Randnotiz für mich: unbedingt mal Legenden und Sagen aus der Region lesen.

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      1. Stimmt. Wer weiss, ob solche Sichtungen sich nicht in Erzählungen niedergeschlagen haben?

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