Das Uttewalder Felsentor hat sich seit dem Entstehen von Friedrichs Gemälde wohl kaum verändert, diese sackgassenartige finstere Felsenkluft und der unerwartete Durchgang versetzen unsereinen immer wieder in Erstaunen.
1800 war Friedrich hier unterwegs und zeichnete das Felsentor.
Kaffeezeit im „Waldidyll“. Gerade eine Minute vor Ladenschluss treffen wir ein, aber der Chef ist wirklich so extrem freundlich, dass er uns trotzdem sogar noch mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Dazu der Blick aus dem gemütlich-urigen Gastraum hinaus in die Schneekälte der Schlucht, was kann es Besseres geben. Wir fühlen uns einfach wohl hier. Leider sieht es so aus, aus welchen Gründen auch immer, dass das Gasthaus geschlossen wird, wenn es nicht möglich ist, einen neuen Betreiber zu finden.
Die Errichtung einer ersten Lokalität an dieser Stelle wird schon um 1835 herum vermutet, es wäre schade, wenn sie aufgegeben und verfallen würde.
Der Weg hinunter durch die Schlüchte bis Wehlen ist die Kür, auch hier sind noch einige Felsblöcke zu finden, welche in C.D. Friedrichs Skizzenbüchern auftauchen und nachfolgend Eingang in seine Gemälde fanden.
Nicolai meint,
„Der Ort ist klein und unansehnlich.“
Das wollen wir keinesfalls so stehen lassen, im Gegenteil, Wehlen ist ist ein sehr hübscher, besuchenswerter Ort.
„Wir gehen gerade durch, hin zur Elbe. Hier denkt man wieder in der ordentlichen Welt zu seyn. O! welch einen Eindruck macht die freye Aussicht an der Elbe hin.“
Zugegeben, der Blick ist schön, aber ein wenig Bedauern, die tiefen und märchenhaften Felsgründe nun hinter sich zu haben, ist beim Umschauen zu spüren.
Wir sind zurück in der „ordentlichen Welt“, in der Realität, der Welt von Social Media, Schlagzeilen, Hektik, Unruhe, Unfrieden…
Erinnern wir uns deshalb an Nicolais Bemerkung zum Effekt, der am Wehr der Lochmühle zu spüren war.
Fähre, Bahnhof, 3 Minuten später fährt die S-Bahn nach Pirna. Punktlandung.
Der Fremdenweg bietet die gute Möglichkeit, sich auf die Spuren unserer Vorgänger zu begeben. Es ist sehr verlockend, diesen nun weiter zu zu verfolgen. Auch wenn alles wohlbekannt ist, weshalb sollten wir nicht genauso bewusst und aufmerksam wie heute Nicolais Wegweiser weiter durch die Sächsische Schweiz folgen, über Rathen durch den Amselgrund nach Rathewalde gehen, den Hockstein mitnehmen und nach einer Übernachtung im schönen Städtchen Hohnstein den Weg durchs Polenztal über den Brand bis Bad Schandau fortsetzen und dabei dem Reiz, der auch auf unsere Vorfahren wirkte, nachzuspüren.
Carl Blechen und Adrian Zingg sind nach dieser Wanderung weitere „Entdeckungen“, denen sich ausführlicher zu widmen unbedingt lohnt.
Damit möchte ich diesen ersten Abschnitt des Fremdenwegs abschließen.
Quellen:
Frank Richter: Caspar David Friedrich, Spurensuche im Dresdener Umland und in der Sächsischen Schweiz, Verlag der Kunst Dresden Ingwer Paulsen jr. Husum 2009
Carl Heinrich Nicolai – Wegweiser durch die Sächsische Schweiz (zweite Auflage 1806)
Hartmut Goldhahn – http://www.hm-noroc.de/






So spannend und einzigartig der Fremdenweg, ich bin ganz beeindruckt
Liebe Grüße Andrea
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Ich denke, Dir würde die Route gefallen 🙂
Liebe Grüße
Lutz
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Schöne Naturbilder
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Danke 🙂
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Ein überaus spannender und abwechslungsreicher Weg!
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Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen Weg weiter zu gehen. 🙂
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