Nordamerika-Nebel

Ein weiteres gut geeignetes Objekt für Astrofotografie-Anfänger ist der Nordamerika-Nebel (NGC 7000). Dieser befindet sich unweit des Sterns Deneb, dem hellen Stern am Schwanzende des Sternbilds Schwan und wurde 1786 von William Herschel entdeckt.
Die Form dieses 2 – 3000 Lichtjahre entfernten Gasnebels erinnert an die Umrisse von Nordamerika, daher die Bezeichnung.

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 3200, f 4.0, Belichtungszeit: 90 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Rund um die Kassiopeia

das Himmels-W, ist allerhand los. Auch hier findet man zahlreiche Sternhaufen und mit ausreichend langer Belichtungszeit und klarem Himmel auch Nebel wie z.B. den Herz- und Seelen-, sowie den Pacman-Nebel. Schräg links unterhalb der Kassiopeia zu sehen ist das auffällige Sternhaufen-Paar h und chi Persei.

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 70 mm, ISO: 6400, f 4.0, Belichtungszeit: 40 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Andromeda

Unsere Nachbargalaxie soll (bei ganz dunklem klaren Himmel) sogar mit dem bloßen Auge zu sehen sein. Die Andromeda-Galaxie (M31) ist 2,5 Mio. Lichtjahre entfernt. Das schwarze Loch in ihrem Zentrum soll eine Masse von von 100 Mio. Sonnenmassen haben. Unvorstellbar, das Licht, welches wir jetzt sehen, ist 2,5 Mio. Jahre alt. Auf einer Weitwinkelaufnahme ist nur ein diffuser weißer Fleck zu erkennen, mit 200 mm Brennweite und einer genügend langen Belichtungszeit ist es möglich, sogar Details, wie ihre Spiralarme sichtbar zu machen.

Zugegeben, die Sterne sind noch nicht schön punktförmig, aber wir lernen ja noch 😉

Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Canon 70 -200 mm, Brennweite: 200 mm, ISO: 8000, f 4.0, Belichtungszeit: 40 x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Draußen vor der Tür

Es ist da, wirklich…
Es ist groß, unwahrscheinlich groß, unvorstellbar groß, hell, und sehr weit entfernt. Nur deshalb sehen wir es mit bloßem Auge nicht.
Wie oft hat man nachts schon im Freien Zeit verbracht und diese kalt glitzernden Punkte am dunklen Himmel betrachtet. Selbst in großen Städten, wo die Lichtverschmutzung die Sicht extrem beeinträchtigt, kann man ahnen, dass es da oben noch mehr als die paar Leuchtreklamen und Lampen ringsum gibt.
Und steht man an einem ganz dunklen Ort, der weit entfernt von künstlichen Lichtquellen ist und kann den Schimmer der Milchstraße erkennen, weiß man, dass da noch mehr ist, als nur dieses Sternengewimmel.
Auch wenn es nur Anfangsversuche sind und man das Gefühl hat, wieder einmal Laufen zu lernen und auch wenn es natürlich viiiiel bessere Fotos davon im Netz gibt, ist die Freude über diese ersten Aufnahmen groß.
Das sichtbar zu machen, was uns gewöhnlicherweise verborgen bleibt, hat einen großen Reiz – und das, was man hier sieht, ist das, was ich selbst mit den Augen meiner Kamera „gesehen“ habe.
Und es regt wieder einmal ganz besondere Gedankengänge an – auch wenn das, was man hier schön bunt sehen kann, mit Sicherheit, glühend heiß, eiskalt, stickig oder luftleer, also nach unseren Maßstäben absolut lebensfeindlich ist – und das wahrscheinlich weit über 90% des Universums betrifft – schon dass es auch einige wenige Prozente Möglichkeit geben könnte, dass da draußen Leben existiert, in welcher Form auch immer, ist extrem spannend.
Die Freude jetzt ist vielleicht größer als später, wenn es gelingt, diese Fotos besser, perfekter zu machen…

Dank einer kleinen technischen Neuanschaffung, einer genialen mechanischen Nachführung, welche die Erdrotation ausgleicht, kann man nun auch einmal einen Blick in tiefere Regionen des Alls wagen.

Die Milchstraße im Bereich des Sternbilds Schwan ungefähr in der Bildmitte kann man den Nordamerikanebel in der Nähe des Sterns Deneb erkennen.


Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: Sigma 24 m Art, f 2.2, Belichtungszeit: 10x 45s
Endbearbeitung: DeepSkyStacker, Lightroom, Gimp

Sternenkinder

„Jeder dieser Sterne produziert das Ausgangsmaterial für alles, was im Weltall existiert – uns eingeschlossen.
Wir sind Sternenstaub, ohne Supernovae existierten wir nicht. Wenn wir also nachts am Himmel die Sterne sehen und wir uns irgendwie als Teil von ihnen fühlen, ist das, weil wir es wirklich sind, sie sind unsere Eltern.
Viele fragen sich, was Sternenstaub ist – wir Menschen sind Sternenstaub, weil jedes Atom in unserem Körper im feurigen Innern eines Sterns erzeugt wurde – wir sind alle im wahrsten Sinne des Wortes Sternenkinder.“

Prof. Lawrence M. Krauss (theoretischer Physiker – Kosmologie)

Aus der Fernsehserie „Universum – eine Reise durch Raum und Zeit“

Milchstraße über der Ostseeküste

Ewigkeiten

Der Dolmen, ein Großsteingrab, welches hier schon seit 5000 Jahren, also seit menschlich gefühlten Ewigkeiten steht.
Da läuft einem glatt ein Schauer über den Rücken.
Es ist ein magischer Ort – das spürt man in diesem Moment und das klingt auch nicht zu pathetisch – was ist hier noch außer uns, was hat sich hier seit 5000 Jahren gesammelt, was geht hier um?
Und darüber der Sternenhimmel, die Milchstraße, MIllionen, Milliarden, Billionen glitzernder Gestirne, die unvorstellbar viel älter als dieses menschengemachte Bauwerk sind.
Man kann diese Ewigkeiten fast fühlen…

Dolmen (2)

Making-of
Als wir mit den Familien im Restaurant am Hafen essen, wird es rasch dunkel. Die Rucksäcke mit der Fotoausrüstung haben wir bereits mit, so dass wir im Anschluss keine Zeit verlieren und von dort sofort mit den Fahrrädern aufbrechen können.
Nach zehn Minuten ist am südöstlichen Ortsrand das Ziel erreicht.
Noch ist es nicht ganz dunkel, der zunehmende Mond steht noch tief im Südwesten und erhellt die eigenartige Szenerie.
Und passend dazu entsteht das erste Bild.
Mann in Betrachtung des Mondes – frei nach C.D.Friedrich.
Das Licht, welches die Kamera sammelt, ist dafür einfach fantastisch.

Als der Mond hinter dem Horizont verschwunden ist, wird der Blick auf den Sternenhimmel klarer und nun kann man in der Dunkelheit auch mit bloßem Auge an diesem wunderbaren Ort die Milchstraße erkennen.
Ganz ungestört verläuft die nächste Stunde jedoch nicht, von der Straße her erhellen immer wieder die Autoscheinwerfer die Szenerie, meist ungewollt, Mist, auch dieses Bild, die letzten 20 Sekunden sind wieder für den Papierkorb. Und als dann noch jemand mit flackernder Stirnlampe samt Hund über den Acker stiefelt, entfährt Freund U. ein etwas unwirsch laut geäußertes „Licht aus!!!“, dem sofort Folge geleistet wird.
Wie sich herausstellt, handelt es sich um eine nette Fotografin aus dem Rheinland, die just dieselbe Bildidee umsetzen möchte. Ehemann und Hund werden zurückgeschickt und nun kann es wieder ans Werk gehen.
Saturn und Jupiter über Dolmen, auch ganz nett…
Wenn man im Dunklen steht, bemerkt man kaum, dass es immer noch dunkler werden kann, aber auf den Aufnahmen wird es deutlich, wie sich immer besser die Milchstraße heraus kristallisiert.
Und dann ist es endlich im Kasten – das Bild – die Idee, ist damit wohl am anschaulichsten umgesetzt.