An der Altmühl (Prolog)

Manche Vorhaben schiebt man auf – bis zur Rente vielleicht… Zum Beispiel den Altmühl-Radweg, der stand nun gar nicht auf dem Plan.
Warum? Zum Einen wegen seiner relativen Kürze, deswegen gleich eine ganze Woche auf Reisen zu gehen, würde sich schon gar nicht lohnen – oder wegen des vermutlich harmlosen Rentner- oder kindergeeigneten Charakters, das meint man den Veröffentlichungen über diese Tour zu entnehmen – oder wegen der an sich nicht ausgesprochen außergewöhnlichen Landschaft an diesem Flüsschen, welches ja nicht einmal ins Meer sondern via Main-Donau-Kanal lediglich in die Donau mündet.

Unsere Gedanken gingen da eher in etwas spektakulärere Richtungen, demzufolge blieben wir im zeitigen Frühjahr an der Idee, den Inn-Radweg zu fahren, hängen. Dank Corona und anderer Unwägbarkeiten zum Beispiel bei der Deutschen Bahn oder Flixbus gab es zudem wenige Möglichkeiten, das Ausgangsziel inkl. Radmitnahme zu erreichen bzw. das Ziel heimwärts zu verlassen.

Zum Glück eröffnete Flixbus wieder die Nachtbus-Verbindung von Leipzig nach Innsbruck, was die Situation rettete. Nun konnten wir getrost die Quartiere buchen und uns auf die Suche nach dem Rücktransport machen. Bahn – Fehlanzeige – keiner der ICEs hatte Fahrradstellplätze so wie in den letzten Jahren verfügbar. Vertrackt, auch hier blieb nur wieder Flixbus, die eine 9 (!!!) -stündige Rückfahrt samt Rädern von Passau nach Leipzig anboten.

Nun war also alles in Sack und Tüten – sollte man meinen – sogar der Tourenplan, der in diesem Jahr erheblich verkürzt war, stand. Perfekt!

Bis dann eines Tages Flixbus lapidar per Mail verkündete, dass die Nachtbus-Verbindung nach Innsbruck aus betrieblichen Gründen eingestellt war und man vorsorglich unsere Tickets auf die Taglinie umbuchte – allerdings wären wir da erst 23 Uhr in Innsbruck, würden also den gesamten Tag im Bus verbringen und den ersten Urlaubstag somit verlieren. Das konnte und durfte nicht sein, also hieß es, alles kündigen, was bis dahin gebucht war, den Fahrpreis erstattete man uns abzugsfrei zurück, lediglich für die Rückfahrt behielt man wenige Euros ein.

Und nun?

Unsere Regierung hatte auf Grund der enormen Preissteigerungen überall dem Volke ein Geschenk präsentiert und ein monatliches 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr für Juni, Juli und August eingeführt. Das bedeutete nach den ersten eintreffenden Nachrichten völlig überfüllte Nahverkehrszüge, ICE fiel von vornherein aus. Der Frust war groß – was tun???

Bis wir im Wikinger-Katalog auf Rad-Individualreisen stießen. Man konnte dort (inkl. Leihrädern) ausgewählte Flussradwegtouren (und Andere) buchen. Der nächste Weg führte uns nun also im Mai ins Wikinger-Reisebüro in Leipzig und mit zwei Rad-Individualreisen-Buchungen im Gepäck verließen wir den Laden schließlich wieder.

Eine individuelle Tour auf dem Altmühl-Radweg (Standpunkte sind schließlich dazu da, um geändert zu werden) sollte nun in der Juni-Urlaubswoche der “Testballon” vor einer etwas längeren und herausfordernderen Fahrt im September werden.

Das Ganze hat nun den Charme, dass wir lediglich mit Reisetaschen, ohne eigene Räder anreisen, das 9-Euro-Ticket dabei nutzen konnten und man unser Gepäck bei den Tagesetappen vom Start zum Ziel befördern wurde. Zu den Leihrädern würde es Gepäcktaschen für das Tages-Gepäck geben. Die Unterkünfte wären durchgebucht, inkl. Frühstück natürlich – der blanke Luxus – für uns…

Pünktlich trafen die Reiseunterlagen ein, bezahlt war auch alles, zugegeben, der Luxus kostete uns etwa das Doppelte, als wenn wir völlig privat gefahren wären. Aber angesichts der katastrophalen Weltsituation – was soll’s – lasst uns einfach das Leben genießen.

18 Gedanken zu „An der Altmühl (Prolog)

    1. Hallo Susanne, dann lass Dich mal überraschen. 😀 Aber für Kenner der Region dürfte da vielleicht nicht soooo viel Neues dabei sein. Unser Fazit aber insgesamt ist, es war wieder eine richtig schöne Tour durch eine wunderbare Gegend.

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  1. Freue mich auf Deine Eindrücke aus dem Nahraum (und Anregungen). Bin gerade aus Borneo zurück (noch am Frankfurter Flughafen), per Fahrrad am Mount Kinabalu, das wärs (ich bin aber jenseits diesen Alters:-) Eine schöne Tour für Euch/Dich.

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    1. Die leckeren fränkischen Bratwürste waren schon einmal ein bleibender Eindruck 😉 Und insgesamt fiel uns vor allem auch vielerorts die offene Freundlichkeit der Franken auf… Das kennt man nicht von überall her.

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    1. Hallo Rudi, da hast Du Recht, Man muss das Geld nicht zum Fenster heraus werfen. Aber die Mehrausgaben haben sich bei dieser Tour wirklich gelohnt und wir hoffen, dass es bei der nächsten Tour auch so sein wird.

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