Werra-Weser 2021 (08)

Donnerstag, 24.06.2021

Schon der letzte Tourtag. Wieder einmal… Aber noch liegt die „Königsetappe“ vor uns. 80 Kilometer durch flaches Land am Deich stur nach Norden gegen den Wind.
Frühstück ok, das hält nicht ganz dem Vergleich mit den Anderen stand.
Auschecken, Räder holen, Abfahrt. Und auch hier, wie gestern das gute Erlebnis, dass man auf Radwegen entlang der großen Straßen völlig entspannt aus der Stadt hinaus und bei Vegesack wieder an den Fluss kommt. Der ist hier schon ganz schön groß und mächtig, die Hügeleinlagen in der Gegend – geschenkt.
Nach 30 Kilometern fahren wir am U-Boot-Bunker Valentin vorbei, einem überdimensionalen Monstrum aus Beton. Die U-Boote, die hier gebaut werden sollten, sollten dann gleich über die Weser ins Meer einlaufen. Es kam nie so weit. Der Bunker steht dagegen immer noch.
Weiter am Deich, Baustelle, die durchqueren wir, mit dem Rad kommt man (fast) überall durch. Nordwärts, gegen den Wind. Trübe ist es, kühl ist es… Weit und breit keine Pausenstation in Sicht. Also fahrn, fahrn, fahrn…
Endlich – das Dörfchen Wersabe – und ein Schild – Hofcafé An’n Diek…
Klein unscheinbar ein Lädchen mit Garten, man solle klingeln. Also klingeln und eine sehr freundliche ältere Dame kommt sofort und öffnet. Was wir wollen – Kaffee? Klar doch, Kuchen, Torte, das, was wir im Kühlschrank sehen, macht die Entscheidung schwierig. Wir begnügen uns mit drei Stück Torte. Und Kaffee, warum zwei Tassen, wenn man eine ganze Kanne bekommt?
Die später Kommenden sind ebenso begeistert. Das ist doch mal wieder ein wunderbares Ferienerlebnis. Da bleibt man sehr gern hängen. Warum noch weiter fahren. Hier ist es auch schön…
Aber es nützt nichts, es muss weiter gehen.
Der Fluss wird breit, riesig, die vorbei fahrenden Schiffe immer größer, dann der Wesertunnel, danach ein Imbiss am Strom, wo es lecker Fischbrötchen gibt.
Und dann irgendwann die Einfahrt nach Bremerhaven. Die Skyline beeindruckend, das sieht nach etwas aus, drüben die Kranbrücken des Überseehafens.
Nur der Radweg ist plötzlich zu Ende, nun heißt es, vorsichtiges Fahren inmitten der zahlreichen Autos. Durch die Stadt, nach Bremerhaven Lehe, wird es nun einigermaßen anders, kulturell und ethnisch bunt, die Häuser ein Gemisch aus bröckelnden und gut restaurierten Fassaden, das Hotel dann am nördlichen Rand in einer ruhigeren Wohngegend.
„Columbus“ – benannt nicht nach Christoph, sondern nach dem Superdampfer Columbus, der 1924 vom Stapel lief. Das Schiff verkehrte auf der Nordamerika-Route. 1939, nach Ausbruch des 2. Weltkrieges sollte auf der letzten Nordamerika-Rückfahrt verhindert werden, dass es den Engländern in die Hände fiel und wurde deswegen im Atlantik versenkt. Ein amerikanisches Schiff nahm die Schiffbrüchigen auf, der Obersteward blieb bis nach dem Krieg in Tokio und gründete, zurück in Deutschland, 1950 das Hotel.
Viele Stücke, Gemälde, Fotos erinnern an die Seefahrt und verleihen dem Ganzen einen angenehmen, gediegenen Eindruck.
Abendessen gibt es heute beim Italiener ein wenig die Straße abwärts, den massiven Polizeieinsatz beim Penny gegenüber können wir gratis miterleben.

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