Blase

Boah, noch zwei oder gar drei Kilo mehr auf dem Buckel…
Irgendwie hatte man sich mit dem Gedanken, eine Trinkblase anzuschaffen, nie so ganz ernsthaft beschäftigt.
Nun also doch – der Plan, ein Comeback (im möglichen Rahmen) zu versuchen, steht – bleibt nun die Frage, wie sorgt man dafür, dass dabei die körperlichen Befindlichkeiten nicht aus der Balance geraten.

Erster Schritt – (behutsam) Ballast in Form von überflüssigen Pfunden abwerfen – jedes Kilogramm, welches weniger transportiert werden muss, macht das Kurbeln leichter.
Zweiter Schritt – (besser als früher) Dehydration vermeiden, nicht wie ein Kamel stunden- und tagelang in der Wüste ohne Nachschub von den Reserven zehren.
Handicap dabei – die Fummelei mit den Trinkflaschen am Rahmen, das ist nervig, das erhöht die Unfallgefahr beim Fahren, schreckt ab, hält vom ausreichenden Trinken ab.

Also doch – eine Blase muss her – gesagt getan, online bestellt ist die wenige Tage später schon da. Nun gibt es eigentlich keinen Hinderungsgrund am Fahren mehr – außer dem unwesentlichen Schnee da draußen.
Erster Test – eine 50-km-Runde – mit Blase (im Rucksack)- 2 Liter Wasser, die während des Fahrens wunderbar die Flüssigkeitsverluste ausgleichen. Abgesehen von den etwas schweren Beinchen danach, ja, obwohl der Memory-Effekt einsetzt und diese Belastung irgendwie bekannt vorkommt – auch die Erschöpfung danach – ist tatsächlich alles gut, der Körper bedankt sich für die Wasserzufuhr unterwegs in Form einer sehr schnellen Regeneration.
Also – nix wie aufs Rad…

Schnell werden wir nicht mehr – waren wir noch nie, muss auch nicht sein – aber ausdauernd.

Vorfrühlings-Rundfahrt

Eisig weht immer noch der Nordwind, angesagt waren heute schon mehr als 10C, im Wind sind es gefühlt 5°C. Aber als wir dann auf holprigem Feldweg gen Osten rumpeln, die Wolken sich auflockern und sich sehenswert auf den grünenden Saaten Sonnenlichter zeigen, ist es doch ganz angenehm und auszuhalten, weil der Wind nun von der Seite weht und das Rumpeln leichter macht. Nördlich unserer Wohngegend gibt es außer Bundesstraßen leider keine gut ausgebaute Fahrradinfrastruktur, nur weite, fast baumlose, Felder und Feldwege, die zudem (nach drei Dürrejahren endlich einmal wieder) schlammig sind.
Erst bei Lübschütz, als wir beschließen, uns nun an der Mulde entlang vom Wind treiben zu lassen, werden die Bodenbeläge radelfreundlicher.
Bei Grubnitz durchqueren wir die schöne und weite Auenlandschaft am Fluss, den wir dann auf der kleinen Brücke (2002, nach der großen Flut rollte hier der gesamte Fernverkehr hinüber, weil bei der großen Brücke etwas südlicher plötzlich – und erst nach Tagen festgestellt – ein Mittelpfeiler fehlte) überqueren.
Trotz kahler Bäume, es ist schön hier und der Fluss führt endlich wieder einmal ausreichend Wasser.
Ringelnatzstadt Wurzen – spontaner Abstecher zum Bäcker in der kleinen feinen Altstadt -es ist Mittagszeit, den leckeren Kuchen und die herzhaften Käsebrötchen lassen wir uns eine halbe Stunde später auf einer Anhöhe über der sonnigen Muldeaue mit Blick auf die nähere und fernere Umgebung munden.
In der Sonne ist es nun gut auszuhalten, ein Hauch von Frühling liegt in der Luft.


Neben uns kann man noch die Reste der Fundamentmauern der ehemaligen Kirche, dem letzten Rest des Dörfchens Sellnitz erkennen, welches vermutlich 1429/30 durch die Hussiten zerstört wurde.
Frühling, nach den langen kalten und oftmals trüben Wochen ist das wie Balsam auf der Seele.
Genussvoll rollen wir dann bis Trebsen, überqueren hier die Mulde wieder westwärts und pirschen uns am Schloss vorbei durch den Park möglichst windgeschützt bis hinauf zum großen Wald, der uns dann schließlich das Gegenwind-Kurbeln wesentlich erleichtern soll.
Aber, um die Hügel heimwärts zu umgehen, wählen wir den etwas längeren Weg, der dann auch nicht allererste Wahl ist. Rumpeln nur unwesentlich schneller als im Schritttempo durch Schlamm und Pfützen ist angesagt.
Kurz vor Altenhain liegt der sogenannte Schwarze Bruch in wunderbar idyllischer Umgebung mitten im Wald. Nur intensiv nach Benzin stinkt es und auf dem dunklen Wasser treibt ein Ölfilm. Und das ist nicht zum ersten Mal so, es wird spekuliert, dass es sich hier um entsorgte Altlasten der sowjetischen Truppen handelt. Der Name des ehemaligen Steinbruchs stammt aus den letzten Kriegstagen. Man vermutet, dass 1945 amerikanische Soldaten vor der Übernahme des Geländes durch die Russen Handgranaten in den mit Rückständen aus der Treibstoffversorgung gefüllten Steinbruch warfen und so eine gewaltige Explosion und ein tagelanges Feuer verursachten, in dessen Folge die Felswände schwarz wurden.
Wenig später rollen wir am Gelände (mittlerweile seit der Wende vom Wald überwuchert) des ehemaligen Munitionslagers, der Muna vorbei. Ich kann mich aus Kinderzeiten noch an die streng bewachte drahtzaunbewehrte Anlage mit ihren Scheinwerfern erinnern.
Von Altenhain bis Ammelshain rollt es nun auf Asphalt wieder hervorragend, noch die Autobahnbrücke über die A14, dann zum See.
Knirsch – bei der lieben Reisegefährtin hat es laut geknirscht.
Wieder ein Deja Vu, denn auf ähnliche Weise hatte sich vor fast einem Jahr mein altes Fahrrad aus dem Dienstbetrieb verabschiedet. Das Schaltauge ist gebrochen. Ausbauen und kette kürzen – da fehlt jetzt der Elan – das heißt, dass der Radelnde Uhu nun die letzten 10 Kilometer im Eiltempo durch den Wald nach Hause rast, um das Auto zu holen.
Nun ja, positiv gesehen – ein guter Trainingseffekt, schade trotzdem, dass eine schöne Radtour so ein Ende finden musste.

PS: ein neues Schaltauge ist bereits bestellt, in Kürze kann es hoffentlich wieder auf Tour gehen.

Wie schön ist das denn?

Seit Jahren kennen wir uns, begegnen uns früh am Morgen, er fährt von der Stadt hinaus aufs Dorf, ich vom Dorf in die Stadt, des Nachmittags anders herum, mal mit mal ohne Maske, je nach Temperatur…
Ein freundliches Grinsen und Grüßen, ein Stück Normalität im Alltag.
Dann kam Corona, doch auch da mussten wir lange nicht auf dieses Stück Normalität verzichten, bis er dann wochenlang wegblieb…
Am Anfang nahm man das so gar nicht bewusst zu Kenntnis, doch mit der Zeit, begann man, sich Gedanken zu machen.
War mein Gegenüber krank, umgezogen, gab es nun für ihn einen anderen Arbeitsweg? Man grübelt dann doch so vor sich hin.

Bis er in diesen Tagen im Dunkel des frühen Morgens – irgendwie erkennt man sich sogar schon am Licht und der Einstellung des Fahrradscheinwerfers – plötzlich wieder entgegen kam.
Ein freundliches „Guten Morgen“, ein Handheben als Gruß.. Rückkehr in die Normalität.

Und dann, am Freitagnachmittag schallte unverhofft ein zufriedenes „Schönes Wochenende“ entgegen.
Ja, vielen Dank – das kommt von Herzen – schönes Wochenende, es wird wieder – wie schön ist das denn.

Und vielleicht findet sich mal ein Tag, an dem genug Zeit zum Anhalten und für eine Unterhaltung bleibt und man sogar mal über ne gemeinsame Radrunde redet…

Ein Deja Vu

Ein Deja Vu, das gab es doch schon mal, vor 10 oder 15 Jahren…
Und nun wieder.
Auf 50 oder 60 Tageskilometer rollt es schon recht gut…
Erfahrungsgemäß, ja das war zu erwarten, hat man im Augenblick dabei (noch) nicht die Zeit und Geduld, Fotos zu machen – man will erst einmal wieder rollen…
Und das möglichst entspannt.

Nun beginnt die Suche nach dem in den letzten Jahren verloren gegangenen Selbstbewusstsein, auch längere Strecken fahren zu können, den Radius zu erweitern – das Mal-Sehen-Wo-Schluss-Ist-Gefühl wieder zu bekommen. Ohne Stress und Zeitdruck die Hundert oder auch sogar mal Zweihundert fahren, dann abends müde und zufrieden noch einen Blick auf den Fahrradcomputer zu tun und sich an dieser Zahl erfreuen – ja, das macht Spaß – kaum zu glauben 😉
Es wird dauern, lange dauern, vielleicht wird es, vielleicht auch nicht – langsames, geduldiges Herantasten ist gefragt.
Körper und Kopf behutsam daran gewöhnen. Das Entscheidende spielt sich dabei im Kopf ab – Kopfsache.
Kilometer für Kilometer für etwas Grundlagenausdauer abspulen, nicht schnell, egal ob es kalt, nass, stürmisch, trocken oder warm ist, ganz früh aufstehen, zum (überüberüberüber-) nächsten Bäcker zu fahren, weil das ein paar Kilometerchen bringt und wunderschön ist, durch den morgendlichen Wald zu radeln – einfach nur geduldig und kontinuierlich kurbeln, den Flow wiederfinden…
Den inneren Schweinehund überwinden, den Punkt zu erreichen, an dem man ein schlechtes Gewissen hat, wenn man die tägliche Einheit einmal ausließ.
So kann es wieder gelingen.

Wichtig dabei bleibt immer, zu lernen, beim hoffentlich entspannten Dahinrollen auch die Augen für die Landschaften und deren Geschichten und Geschichtchen, die man durchquert, offen halten zu können.

Sonnenuntergänge

Sonnenuntergänge finden bekanntlicherweise jeden Tag statt.
Trotzdem sind sie immer wieder von Neuem faszinierend.

Das stille Wasser des Sees, tiefziehende Wolken, die vom letzten Sonnenlicht angestrahlt werden, stille und klare kalte Luft…
Mit der einsetzenden Dämmerung verflüchtigt sich die letzte Wärme.
Die Füße in den Radschuhen werden unangenehm kalt.
Bisher ist es mir leider noch nie gelungen, den Farbenzauber und die besondere Stimmung dieser Minuten mit dem Fotoapparat einzufangen und auf einem Bild nachfühlbar zu machen.

Also werde ich wohl morgen um fast die gleiche Zeit wieder hier entlang fahren und diese Momente erneut in mich aufnehmen.
Der Tag soll noch einmal sonnig werden.

Kalte Füße? 
Die sind der Preis und gehören in dieser Jahreszeit dazu.

Wie soll es hier nun weitergehen?

Wenn sich die Themen, die Serien, die Bilder zu wiederholen beginnen, dann ist es Zeit, neue, andere Wege zu finden.

Über fünf Jahre hat es gedauert seit diesem Einschnitt, ab dem das, was man glaubte, ein Leben lang tun zu können, nämlich das Radfahren auf langen Strecken, plötzlich nur noch eingeschränkt möglich war.
Die Angst fuhr (und fährt immer noch) bei jeder Tour mit, dass sich das wiederholen könne. Jedes Kribbeln im Kopf, jeder Liter Schweiß, der ohne Ausgleich zu viel vergossen wird, sorgen für Unruhe und Befürchtungen…
Deshalb neue, alternative Wege finden – das war das Motto der letzten Jahre, Fotografieren als ein sehr willkommenes und wunderschönes „Hintertürchen“, Erfüllung zu finden, die Augen zu öffnen für die großen und kleinen und noch kleineren Dinge. Sich-Wundern- und Sich-freuen-Lernen über das Alltägliche….
Tja und nun ist es doch wieder einmal so weit.
Es lässt den Radelnden uHu nicht los, die Erinnerungen, die gerade in der dunklen Jahreszeit Hochkonjunktur haben, kommen immer wieder hoch, es gibt Vorbilder, die es nach gesundheitlichen Einbrüchen auch wieder geschafft haben, auf die Beine, bzw. Räder zu kommen.
Warum also nicht einen neuen Versuch wagen, zurück aufs Rad, behutsam, bewusst anfangen und den Weg zurück finden, sofern es möglich ist.
Nicht zu schnell, nicht zu hektisch und ehrgeizig, sondern langsam, langsam, immer weiter und noch weiter…
Erforschen, wo die Grenze liegt, Grenzen (wieder) verschieben…
Der 15-km-Radius, der uns zu Zeit noch auferlegt ist, erlaubt trotz allem ausreichend lange Gelegenheiten zum Trainieren und Genießen, die Ernährungs-Problematik und die Kilos zuviel sollten doch zu lösen sein – Ziele als Motivationshilfe gibt es genug. Und die letzten Vorfrühlingstage mitten im Februar waren ein guter Zeitpunkt, um das Vorhaben praktisch zu starten und die ersten Runden zu fahren.
Klar, dieser Blog wird in erster Linie ein Bilderblog bleiben, es gibt zu viele Dinge, die es links und rechts des Weges oder vor der Haustür zu entdecken und zu zeigen gibt.
Aber parallel dazu wird der Blog (vielleicht) mit dem Schildern von Fortschritten (und ja – auch ganz ehrlich von Rückschlägen) etwas Rad-lastiger.
Betrachtungen, Gedanken zum Fahren, Berichte zu Touren, aber keine technischen Fachsimpeleien, soll es künftig hier ebenfalls geben.
Es wird zu zeigen sein, dass sich Radsport UND Fotografieren keinesfalls ausschließen, es gilt, einen Kompromiss zu finden, der beiden Hobbies gerecht wird.

Wer weiß, wo es endet – das ist sehr spannend.
Ist schon im Frühjahr damit wieder Schluss – weil es eben doch nicht geht und der Körper sein Veto einlegt – oder bleibt alles völlig offen und gut, weil die Dinge, die dazu gehören, sich alle zum Besten fügen.

Auf jeden Fall soll es ein Mutmacher oder Ansporn werden für alle, die mit ähnlichen Problemen aus welchen Gründen auch immer, zu kämpfen hatten und haben, die Flinte (oder in meinem Fall das Rad) nicht ins Korn zu werfen, sondern es einfach immer und immer wieder zu versuchen, weitermachen, weiter, weiter…

Es geht immer weiter.

Bilder, Berichte, Betrachtungen findet Ihr also künftig im Blog und/oder im Menü unter „Radeln…“ .

PS:

kleine Randbemerkung -ich möchte eigene Erlebnisse hier nicht selbstdarstellerisch in der Öffentlichkeit breit tragen, sondern ähnlich Betroffenen zeigen, es gibt immer mindestens einen Weg aus scheinbar unlösbaren Situationen- sofern man den Willen hat, diesen von sich aus zu finden und offen für (auch völlig andere) Alternativen ist.

Hier zeigen möchte ich also nur (m)einen Weg.

Zweitens wünsche ich nicht, dass dieser Blog als Diskussionsplattform genutzt wird, es gibt auch in dieser Hinsicht so viele Meinungen, wie es Menschen gibt, die natürlich auch sehr konträr sein können – aber für Diskussionen und Auseinandersetzungen – die leider nur zu leicht gerade auf diesem Medium eskalieren, nicht mehr zu beherrschen und einzufangen sind – gibt es wesentlich besser geeignete Plattformen – bitte habt Verständnis, dass ich zu diesem Thema also hier keine Kommentare freigeben oder beantworten werde)

Werratal-Radweg 2020 – Von der Quelle bis Eisenach

Da ist es wieder – das klassische Dilemma – (etwas intensiver) Radfahren UND dazu noch die Augen aufhalten, um Motive zu erspähen, ist eigentlich unmöglich.
Also entscheiden wir uns fürs (etwas intensiver) Radfahren, denn wir müssen ja irgendwie noch das Quartier erreichen und erfreuen uns also am Blick in die wunderschöne Landschaft und dem Surren der Reifen auf dem glatten Asphalt.
Die Bahnfahrt verläuft entspannt in einem dieser kleinen Regionalzüge, die an jeder Milchkanne halten. Aber gerade das macht Eisenbahnfahren aus – nicht in Überschallgeschwindigkeit durch die Lande zu rasen, sondern schon auf der Anreise die Möglichkeit zu haben, sich in Ruhe auf die kommende Tour einzustellen.
Von Rudolstadt aus erreichen wir auf den Rädern schnell das Schwarzatal…..

Wie es uns erging, erfahrt Ihr hier

Radtour durch die Dahlener Heide

Sei klug und stell Dich dumm…

So ähnlich muss es bei den Schildbürgern gewesen sein.

Nach einer schönen, wunderbar vom Westwind unterstützten Fahrt auf bislang uns unbekannten neuen Radwegen von Wurzen nach Hohburg, die einige Hügel elegant umgingen, nur um dann doch noch die vermissten Anstiege am Kleinen Berg wieder herein zu holen und weiter über die Höhe nach Thammenhain und nach schönem Blick in die nördlichen Ebenen hinüber zu den Wäldern der Dübener Heide, stehen wir hier in Schildau, früher Schilda, der Stadt der Schildbürger.

Und die hatten es wirklich drauf. Auf der Tafel am sehenswerten Brunnen, der von einem regionalen Künstler entworfen wurde, erfahren wir, dass die Schildbürger ursprünglich wegen ihrer überragenden Klugheit von den Herrschenden permanent um Rat gefragt wurden, bis… Ja – bis ihnen das irgendwann – auf gut deutsch gesagt – auf den Keks ging, weil keine Zeit mehr für die heimische Wirtschaft übrig blieb.
Die zündende Idee – einfach dumm stellen, mit irrwitzigen Taten beweisen, dass man nicht alle Latten am Zaun hätte.
Offensichtlich half das, man wurde fortan nicht mehr gefragt. Mit dem kleinen (verschmerzenswerten) Nachteil, dass nun die ganze Welt über Einen lachte – aber man hatte wenigstens seine Ruhe.

Ja, und noch jemanden gibt es, dem Schildau eine gewisse Bekanntheit verdankt. Ernst schaut er auf uns herab von seinem Sockel, der berühmte Sohn der Stadt, vor allem bekannt aus den Kriegen gegen Napoleon – August Neidhardt von Gneisenau.

Nun aber rollt es entspannt in die Wälder der Dahlener Heide, einem ausgedehnten hügeligen Waldgebiet. Schön ist es hier, hügelig ist es hier, so hügelig, dass wir dann doch recht froh über die Mittagsrast an der „Waldschänke“ inmitten der Wälder sind. Dank der Wiedereröffnung der Gastronomie bekommen wir im Biergarten am Teich ein gutes Essen, so dass wir dann gestärkt die nächsten Hügel unter die Räder nehmen können.

Am südlichen Waldrand reicht der Blick weit über das Umland bis nach Oschatz und zum Collmberg. Allerdings machen uns das Geländeprofil und der nun nicht sehr angenehme Gegenwind die Weiterfahrt nicht ganz einfach. Aber in moderaten nicht zu großen Gängen kann man sich einigermaßen darauf einstellen, so dass wir am späteren Nachmittag nach fast 70 km den Markt in Wurzens Altstadt wieder erreichen, wo es zur (Zwischen)-Belohnung ein großes Eis gibt.

Da sind die letzten 17 Kmchen bis nach Hause nur noch ein Klacks.

Und wo fahren wir das nächste Mal hin?

Pfingstfahrt 2020

Hmmm, eigentlich ist die Pfingstfahrt Kult und eigentlich war es bis eben auch schön und auf dem Bulls, dem „Neuen“ rollt es ganz wunderbar.

Doch nun drängt sich der Magen rüde in den Vordergrund und vermiest das Berg-Auf-Kurbeln ganz rapide. Im Hinterkopf blinkern sofort wieder warnend die Phrasen „Nix mehr gewöhnt.“, „Keine Zwanzig mehr.“ (ähem)
Ist ja gut, vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die Erbeertorte von eben mit der gebeugten Haltung des Fahrers überm Lenker nicht ganz einverstanden ist.

Dann jedoch stehen wir oberhalb eines Dörfchens und schauen hinüber auf die Berge des Erzgebirges.
Wieder einmal, mittlerweile zum 5ten Mal sind wir vom Rand Leipzigs hierher auf die Höhe geradelt, um vor allem auch solche Momente wie diesen zu erleben. Dabei war in den letzten Jahren die Luft selten so klar wie heute.
Wunderschön ist das hier, die Linien, Formen, Farben der sanft geschwungenen Vorberge, der Frühlingslandschaft und am Horizont die bläulich schimmernde Kammlinie mit Fichtel- und Keilberg. Davor präsentieren sich die Tafelberge des Bärensteins und des Pöhlbergs und auch Jeleni Hora drüben im Böhmischen gibt sich die Ehre.
Es ist schon später Nachmittag und der Tag war bisher richtig gut. Das Wetter tat ein Übriges, die Tour (auf der Vorjahres-Route) noch einmal mit viel Spaß fahren zu können.
Nach dem Staunen und Freuen über das wunderbare Panorama geht es steil abwärts ins Zschopau-Tal und relativ entspannt bis zum Ziel, und nun wird auch der Rest der Fahrt zur schönen Kür.
Beim anschließenden Versuch, mal noch schnell die Bilder des Tages auf der kleinen Knipse zu sichten, wird allerdings ganz schnell klar, dass ohne SD-Karte da nicht viel zu sehen ist.
Die liegt im Rucksack, sicher verpackt neben den anderen Karten.
Möglich, dass die Knipse verzweifelt immer wieder darauf hingewiesen hat, dass der Fotograf (vielleicht) etwas vergessen haben könnte, aber beim Sonnenlicht auf dem Display war das kaum zu erkennen.
Fazit: es geht natürlich auch ohne Fotos, die Erinnerung ist das beste Fotoalbum – und – nun gibt es mindestens einen triftigen Grund mehr (abgesehen von der Erdbeertorten-Pause nach km 85), die Fahrt nächstes Jahr zu wiederholen – ein Vorhaben, das entsprechend mit einem Bierchen hoch oben überm Tal bekräftigt und besiegelt wird.

Na wenigstens das Bild ist sicher gespeichert – falls mal die Erinnerung nachlassen sollte. 132 kmchen und ne Menge Höhenmeter gab es auch…
Schön war es wieder.