Werratal-Radweg 2020 – Von der Quelle bis Eisenach

Da ist es wieder – das klassische Dilemma – (etwas intensiver) Radfahren UND dazu noch die Augen aufhalten, um Motive zu erspähen, ist eigentlich unmöglich.
Also entscheiden wir uns fürs (etwas intensiver) Radfahren, denn wir müssen ja irgendwie noch das Quartier erreichen und erfreuen uns also am Blick in die wunderschöne Landschaft und dem Surren der Reifen auf dem glatten Asphalt.
Die Bahnfahrt verläuft entspannt in einem dieser kleinen Regionalzüge, die an jeder Milchkanne halten. Aber gerade das macht Eisenbahnfahren aus – nicht in Überschallgeschwindigkeit durch die Lande zu rasen, sondern schon auf der Anreise die Möglichkeit zu haben, sich in Ruhe auf die kommende Tour einzustellen.
Von Rudolstadt aus erreichen wir auf den Rädern schnell das Schwarzatal…..

Wie es uns erging, erfahrt Ihr hier

Radtour durch die Dahlener Heide

Sei klug und stell Dich dumm…

So ähnlich muss es bei den Schildbürgern gewesen sein.

Nach einer schönen, wunderbar vom Westwind unterstützten Fahrt auf bislang uns unbekannten neuen Radwegen von Wurzen nach Hohburg, die einige Hügel elegant umgingen, nur um dann doch noch die vermissten Anstiege am Kleinen Berg wieder herein zu holen und weiter über die Höhe nach Thammenhain und nach schönem Blick in die nördlichen Ebenen hinüber zu den Wäldern der Dübener Heide, stehen wir hier in Schildau, früher Schilda, der Stadt der Schildbürger.

Und die hatten es wirklich drauf. Auf der Tafel am sehenswerten Brunnen, der von einem regionalen Künstler entworfen wurde, erfahren wir, dass die Schildbürger ursprünglich wegen ihrer überragenden Klugheit von den Herrschenden permanent um Rat gefragt wurden, bis… Ja – bis ihnen das irgendwann – auf gut deutsch gesagt – auf den Keks ging, weil keine Zeit mehr für die heimische Wirtschaft übrig blieb.
Die zündende Idee – einfach dumm stellen, mit irrwitzigen Taten beweisen, dass man nicht alle Latten am Zaun hätte.
Offensichtlich half das, man wurde fortan nicht mehr gefragt. Mit dem kleinen (verschmerzenswerten) Nachteil, dass nun die ganze Welt über Einen lachte – aber man hatte wenigstens seine Ruhe.

Ja, und noch jemanden gibt es, dem Schildau eine gewisse Bekanntheit verdankt. Ernst schaut er auf uns herab von seinem Sockel, der berühmte Sohn der Stadt, vor allem bekannt aus den Kriegen gegen Napoleon – August Neidhardt von Gneisenau.

Nun aber rollt es entspannt in die Wälder der Dahlener Heide, einem ausgedehnten hügeligen Waldgebiet. Schön ist es hier, hügelig ist es hier, so hügelig, dass wir dann doch recht froh über die Mittagsrast an der „Waldschänke“ inmitten der Wälder sind. Dank der Wiedereröffnung der Gastronomie bekommen wir im Biergarten am Teich ein gutes Essen, so dass wir dann gestärkt die nächsten Hügel unter die Räder nehmen können.

Am südlichen Waldrand reicht der Blick weit über das Umland bis nach Oschatz und zum Collmberg. Allerdings machen uns das Geländeprofil und der nun nicht sehr angenehme Gegenwind die Weiterfahrt nicht ganz einfach. Aber in moderaten nicht zu großen Gängen kann man sich einigermaßen darauf einstellen, so dass wir am späteren Nachmittag nach fast 70 km den Markt in Wurzens Altstadt wieder erreichen, wo es zur (Zwischen)-Belohnung ein großes Eis gibt.

Da sind die letzten 17 Kmchen bis nach Hause nur noch ein Klacks.

Und wo fahren wir das nächste Mal hin?

Pfingstfahrt 2020

Hmmm, eigentlich ist die Pfingstfahrt Kult und eigentlich war es bis eben auch schön und auf dem Bulls, dem „Neuen“ rollt es ganz wunderbar.

Doch nun drängt sich der Magen rüde in den Vordergrund und vermiest das Berg-Auf-Kurbeln ganz rapide. Im Hinterkopf blinkern sofort wieder warnend die Phrasen „Nix mehr gewöhnt.“, „Keine Zwanzig mehr.“ (ähem)
Ist ja gut, vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die Erbeertorte von eben mit der gebeugten Haltung des Fahrers überm Lenker nicht ganz einverstanden ist.

Dann jedoch stehen wir oberhalb eines Dörfchens und schauen hinüber auf die Berge des Erzgebirges.
Wieder einmal, mittlerweile zum 5ten Mal sind wir vom Rand Leipzigs hierher auf die Höhe geradelt, um vor allem auch solche Momente wie diesen zu erleben. Dabei war in den letzten Jahren die Luft selten so klar wie heute.
Wunderschön ist das hier, die Linien, Formen, Farben der sanft geschwungenen Vorberge, der Frühlingslandschaft und am Horizont die bläulich schimmernde Kammlinie mit Fichtel- und Keilberg. Davor präsentieren sich die Tafelberge des Bärensteins und des Pöhlbergs und auch Jeleni Hora drüben im Böhmischen gibt sich die Ehre.
Es ist schon später Nachmittag und der Tag war bisher richtig gut. Das Wetter tat ein Übriges, die Tour (auf der Vorjahres-Route) noch einmal mit viel Spaß fahren zu können.
Nach dem Staunen und Freuen über das wunderbare Panorama geht es steil abwärts ins Zschopau-Tal und relativ entspannt bis zum Ziel, und nun wird auch der Rest der Fahrt zur schönen Kür.
Beim anschließenden Versuch, mal noch schnell die Bilder des Tages auf der kleinen Knipse zu sichten, wird allerdings ganz schnell klar, dass ohne SD-Karte da nicht viel zu sehen ist.
Die liegt im Rucksack, sicher verpackt neben den anderen Karten.
Möglich, dass die Knipse verzweifelt immer wieder darauf hingewiesen hat, dass der Fotograf (vielleicht) etwas vergessen haben könnte, aber beim Sonnenlicht auf dem Display war das kaum zu erkennen.
Fazit: es geht natürlich auch ohne Fotos, die Erinnerung ist das beste Fotoalbum – und – nun gibt es mindestens einen triftigen Grund mehr (abgesehen von der Erdbeertorten-Pause nach km 85), die Fahrt nächstes Jahr zu wiederholen – ein Vorhaben, das entsprechend mit einem Bierchen hoch oben überm Tal bekräftigt und besiegelt wird.

Na wenigstens das Bild ist sicher gespeichert – falls mal die Erinnerung nachlassen sollte. 132 kmchen und ne Menge Höhenmeter gab es auch…
Schön war es wieder.

Radeln, radeln

Nachdem der Radelnde uHu nach über 62.000 km gemeinsam durch Dick und Dünn traurig von seinem „kleinen Schwarzen“ Abschied nehmen musste (Totalschaden – leider wurde es aus den angepeilten 100.000 nix mehr), traf vor Kurzem das Neue ein. Schauen wir mal, wie es sich so macht und ob es ein würdiger Nachfolger ist. Auf jeden Fall sind die ersten paar Hundert kmchen auf der „Randonneuse“ purer Fahrgenuss – hoffen wir also auf viiiiiele schöne Kilometer – und der wunderbare Brooks-„Ledersofa“-Sattel ist noch immer unverwüstlich dabei. 😉

Und nun geht es wieder auf und ab, durch Wiesen, Wälder und rund um die Seen der Umgebung – und auf die eine oder andere Radreise. Bei (fast) jedem Wetter.

Pfingstfahrt 2019

Schwer, hart wie ein Brett…  Der Radelnde uHu liebt seinen Brooks-Sattel trotzdem. Nach zigtausend Kilometern ist der bequem wie ein Sofa, man hat sich darauf noch nie einen „Wolf“ gefahren…
Da fällt der Verzicht auf all die hochgelobten Ergo-, Gesundheits-sonstwas-Gelsättel nicht schwer. Aber auch das ist Ansichts- oder besser Hintern-Sache.
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Spreewaldmarathon 2019

Alle Jahre wieder…
So oder ähnlich geht es durch den Kopf, als wir in der Morgenstille locker an der Spree entlang gen Lübbenau rollen.
Das elfte Mal ist es heute, eigentlich gab es nur ein Jahr, 2017, in dem der Radelnde Uhu aussetzen musste.
Das frühlingshaft warme, aber für diese Jahreszeit viel zu trockene Wetter ist mit einem deftigen Gewitter heute Nacht umgeschlagen.

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Elberadweg – Sturmfahrt nach Dresden (3)

Abschnitt Bad Schandau / Krippen – Dresden

Den Regentag inkl. der am Abend sehr bedrohlich über uns hinwegrasenden Sturmfront haben wir mit einer kleinen Wanderung um Bad Schandau und das Schrammsteingebiet gut verbracht.

Der heutige Tag verspricht besseres, trockeneres Wetter, allerdings auch stürmischen Wind von Nordwest.

Als wir wieder auf den Rädern sitzen und an der Elbe weiter durch das Gebirge rollen, ist davon zum Glück noch nicht allzuviel davon zu spüren. So lässt sich der Ausblick auf Lilienstein, Königstein und die Basteifelsen noch wunderbar genießen. Zwischen Bad Schandau und Königstein wurde vor Kurzem die letzte Lücke des Radweges geschlossen, nun kann man auch durchgehend linkselbisch radeln, ohne die Fähre in Königstein benutzen zu müssen. Ob der Weg allerdings das nächste Hochwasser übersteht?

Rathen, Wehlen, dann weitet sich das Tal allmählich, der Wind drückt nun immer stärker genau von vorn, so dass wir nach 25 Kilometern im schön restaurierten Altstädtchen von Pirna in einem Bäcker erst einmal Mittagspause machen. Lecker Kaffee und belegte Brötchen, dazu ein ausgiebiger Plausch mit dem Chef vom „Geheimrad“, einem leidenschaftlichen ehemaligen und immer noch aktiven Rennradsportler, dessen großer Wunsch es ist, Trondheim-Oslo noch einmal zu fahren. Drücken wir ihm die Daumen. Unsererseits hat sich das Thema Langstreckenradeln wohl doch eher erledigt. Aber was solls, so ist nun ausreichend Zeit und Muße solch fantastischen Flussradwege zu erleben.

Von Pirna bis Dresden bleibt an diesem Tag nur der Kampf teilweise im Schritttempo gegen den sehr heftige Wind – oder besser Sturm in Erinnerung. Aber der Anblick vom malerischen Schloss Pillnitz, den lieblichen Elbauen und grünen Anhöhen um Dresden – Laubegast, der idyllischen Villen-Vororte und schließlich der traumhaften, aus dieser Richtung etwas ungewohnten Silhouette des barocken Dresdens entschädigen in jedem Fall.

Terrassenufer, Menschen- und Autogetümmel, die Dampfer der „Weißen Flotte“, Lärm, Chaos, die Zivilisation hat uns wieder.

Schön war es und ein wenig wehmütig denkt man jetzt schon zurück an die stillen Kilometer besonders im böhmischen Elbtal.

(bei wenig Wind sind die knapp 50 Kilometer ein noch größerer landschaftlicher und kultureller Hochgenuss)

Nachtausflug in Krippen