dem Licht entgegen

In einem Blog, dem der uHu seit Jahren folgt, weil er dessen Bilder und auch die Standpunkte des Autors nachvollziehen kann und mag, gab es letztens eine Äußerung zur Blümchen- und Bienchen-Fotografie, die wieder einmal zum Nachdenken anregte.
Warum fotografiert der uHu eigentlich unter Anderem immer noch Blümchen und Bienchen (und Schmetterlinge)?
Pauschal gesagt – er möchte generell mit seinen Fotos Anderen das wieder- und weitergeben, was er in einer Situation erlebt bzw. gefühlt hat.

Nun kann man sich dem auf verschiedene Weise annähern – ob man es schließlich erreicht, ist immer ungewiss, denn den BetrachterInnen des Bildes in vollem Umfang das Erlebnis des Fotografen im Bild zu übermitteln scheitert schon daran, dass jeder Mensch einzigartig, wie er ist, nie 100%ig dasselbe wie der Mitmensch empfinden wird.

Dokumentiert man nun mit überwältigenden Landschafts-, Menschen- oder Tieraufnahmen, knipst man spontan aus der Hand, zeigt damit die Flüchtigkeit des Erlebten, wählt man eine Langzeitaufnahme, um das Verrinnen der Zeit zu zeigen oder versucht man auch zum Beispiel anhand eines „weichen“ Pastell-Blümchens, einer windverwehten Blumenwiese, eines winzigen zarten Schmetterlings im lichten Grün oder eines sonnig schattigen Gewölbes unter alten Bäumen das Erlebnis nicht nur optisch zu verdeutlichen, sondern auch zu vermitteln, das dass, was wir täglich mit unseren Sinnen in uns aufnehmen, die Summe aus all diesen kleinen Teilchen ist, zu erkennen, dass es so, wie es ist, immer noch vollkommen ist und wir jedes dieser Teilchen schützen und bewahren müssen.

Man kann folglich auch verschiedene Absichten hinter dem Blümchen- und Tierchen-Knipsen vermuten. Zum Einen – seht genau her, die Natur schafft Kunstwerke, die nie um der Schönheit Willen entstanden sind, die wir Menschen mit Formeln von Schönheit und Ästhetik zu definieren versuchen, aber menschliche Künstler nie erreichen werden – und und zum Anderen – Leute schaut es Euch an, das werden wir verlieren, wenn wir nicht aufpassen und weiter so den Planeten herunter wirtschaften….

Richtig schön wäre es natürlich (das schaffen Turner, van Gogh oder Monet z.B. beim uHu heute noch), selbst Licht, Wärme, Geruch auf einem Bild fühlbar, also die Situation mit fast allen Sinnen erlebbar zu machen.

Genug Gedanken gemacht – der uHu muss mal wieder raus – Blümchen knipsen 😉

12 Kommentare zu „dem Licht entgegen“

  1. Deine Blümchen sind nicht nur „Blümchen“, sondern vermitteln immer mehr (Gefühl, Verträumtheit, Weichheit), mir gefallen sie immer sehr gut. Ach dass mit dem Beschreiben fällt mir schwer oder anders gesagt: immer wunderschön.

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  2. Oh, ich hatte erst nur den 1. Absatz gelesen und übernahm es gleich auf meinen Blog, damit es noch mehr Menschen sehen und lesen können. Dann las ich erst weiter und zuende. Und bin nun total erstaunt und überrascht, wie haargenau er jetzt zu dem paßr, was ich gerade schrieb!👀

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