Leuchtende Nachtwolken – die Zweite

Wie schon hier beschrieben, machen solche Erlebnisse süchtig, so dass man nun fast abendlich auf DIE erneute Gelegenheit lauert. SOoo lang ist die Saison ja nicht. Und schon wenige Tage später am 21.06.2019 war es so weit.

Als ich auf dem Feldweg stehe oder hocke, um die beste Fotoposition zu finden, rollt vom Wäldchen hinten langsam ein Auto heran.
Scheibe runter, Verhörton, „Was machen Sie hier?“.
Das sei Privatgelände, was angesichts des offen zugänglichen Weges bezweifelt werden darf und er sei Jäger, hätte das alles gepachtet und sowieso ist alles nicht so toll, die Leute, die immer überall hin könnten, mit Hunden, mit Pferden das Wild und vor allem auch Jungtiere aufschrecken würden – dem der Fotograf ohne Weiteres zustimmen muss.
Und das Rad, was da mehrere Getreidehalme gebeugt (nicht geknickt) hat, als es aus dem Fahrweg geräumt wurde, das sei Sachbeschädigung, aber andererseits würde ja das Auto nicht vorbei passen… Und wenn er geschossen hätte, na dann erst, aber wieso sollte er in Richtung Straße schießen?
Streiten, bis sich die Stimmung allmählich entspannt, immer noch gegenseitiges Unverständnis, wie kann man Wolken fotografieren oder auf Tiere schießen, aber auch von zunehmendem Interesse geprägter Schwatz…
Soviele Würste aus einem Wildschwein, so viele Waschbären, die Lage sei kaum noch in den Griff zu bekommen, ja, die Wolken sind da oben zwar auch schön, und tatsächlich am Rande des Weltalls, kaum vorstellbar, dass das noch weit über der Stratosphäre sei (aha – man kennt sich aus), aber so richtige Gewitterwolken sind eben doch spannender…
Und die Fotografien in den Büchern muss ja auch irgendjemand machen. Nun ja.
Am Ende, als ein Zweiter dazukommt und der Meinung ist, man sollte doch den Fotgrafen einfach nur fotografieren lassen, wo denn da das Problem sei und die Wolken da oben am Rande der Welt wirklich gut aussehen, so dass er sein Smartphone schnell für ein Foto zückt, löst sich alles in Wohlgefallen auf und es bleibt noch genug Zeit für ein paar Aufnahmen.
Beim nächsten Mal weiß man Bescheid, der Jäger wird den Fotografen in seiner grünen Jacke vielleicht nicht mehr unbedingt für Wild halten und der Fotograf weiß Bescheid, dass er hier Gefahr laufen könnte, vielleicht über den Haufen geschossen zu werden…
Und für die nächsten NLC-Beobachtungen und Fotografien wäre ein interessanterer Vordergrund sowieso nicht schlecht, der neue Standort ist schon ermittelt.

18 Antworten auf “Leuchtende Nachtwolken – die Zweite”

    1. Das war es wirklich. Abends ab 22 Uhr mal in Richtung Norden schauen, wenn der Himmel frei ist, könnte bis Ende Juli dem Auge da noch Manches bieten. Auch in Euren Breiten sollen die gut zu sehen sein.

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  1. Da hat sich aber einer in sein Thema, wer alles wo nichts zu suchen habe, ganz schön hineingesteigert. Schon seltsam, wie die jagdliche Tätigkeit die Weltsicht verengt – vielleicht hat die Begegnung mit dir wenigstens einen Moment lang den allzu zielfernrohrkleinen Horizont erweitert.

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    1. Ich glaube, das mit der verengten Weltsicht ist ein leider in manchen Gruppen verbreitetes Verhalten. Allerdings hat andererseits auch die Rücksichtslosigkeit von Vielen, partout auf ihr Recht zu wbestehen, sich überall uneingeschränkt zu bewegen, selbst wenn z.B. die Natur dabei Schaden nimmt ( und in dem Punkt hatte der Jäger Recht mit der Beunruhigung des Jungwildes) extrm zugenommen. Warum es wirklich nicht mal wieder mit Respekt gegenüber anderen Dingen versuchen und sich selbst nicht ganz so wichtig zu nehmen.

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      1. Das zugleich gedankenlose und anspruchsvoll-egozentrische Freizeitverhalten ist tatsächlich ein sich ausbreitendes Phänomen und gerade ein aktuelles Thema hier im Landkreis, aus Anlass der gerade zuende gegangenen „Kulturellen Landpartie“, einer ansich aus der ökologischen Bewegung hervorgegangene Veranstaltung von Kultur- und Kunst- bzw. Kunsthandwerkschaffenden, die immer mehr unangenehm entgleitet durch eine Art Freizeitpark-Erwartung vieler Besucher, die alles beanspruchen und die Grenzen der Einheimischen nicht respektieren, weder beim ungefragten Parken und Campieren auf Wiesen und sogar in nicht mit einem versperrten Tor abgeriegelten Höfen noch per Fahrrad in Mehrfachreihe im Strassenverkehr, wo dann die Autofahrer, die ihrem Alltag und Beruf nachgehen müssen, nicht nur behindert, sondern auch noch beschimpft werden, wegen der Störung des Vergnügens.
        Abgesehen davon dass viele nur noch gucken, die Hutspende bei Veranstaltungen ignorieren und dafür aber auch noch gepampert werden wollen mit Auskünften und Nachsicht, als wären sie wirklich rundum geladene Gäste.

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        1. Wohlstands-Auswüchse. Die Natur als „Mega-Event“ Natürlich ordentlich abgesichert gegen alle Risiken. Koste es, was es wolle und nach uns die Sintflut. Egal…
          Aber eben wohl auch menschlich und demzufolge kaum zu ändern.

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        2. Es gibt Vorschriften, ich glaube, auch in Österreich, dass über als Wanderwege ausgewiesenen Waldwegen „gefährdende Äste“ beseitigt werden sollen – meine Güte!

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    1. Ja… Schlimm genug. Was mich eher aufregte, war aber mal wieder das Grundproblem mangelnden gegenseitigen Respekts, Akzeptanz und Toleranz, was sich in diesem Fall aber durch das Miteinander-Reden im möglichen Rahmen auflösen ließ.

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