Gibt es Situationen, in denen man Glück augenblicklich und nicht erst beim In-den-Rückspiegel-schauen wahrnimmt?
Vielleicht zählte dieser Moment dazu, dunkel ist es, kalt ist es, im rechten Schuh sickert nach dem eben erlebten Einbrechen in die Eispfütze allmählich das Wasser durch, alles Zutaten für eine eher getrübte Laune.
Aber da ist dieses Leuchten im vorjährig braunen Gras, dieses Glitzern des Mondlichts im Reif. Und, die Augen haben sich gewöhnt, ganz dunkel ist es auch nicht. Für den Freund von Stimmungen, in denen die Wirklichkeit leicht zu verschwimmen und den Blick in eine nicht ganz reale Welt zu öffnen scheint, ist es eine traumhaft schöne Situation.
Die Realität versucht zwar immer wieder, in Form der Anstrengung, halb liegend, halb kniend, mit halb erfrorenen Fingerspitzen die Kamera passend zu positionieren und den Fokus zu setzen, hier einzudringen, aber vergeblich, denn sie kann dieses eigenartige glückliche Gefühl nicht verhindern, welches sich im Innern ausbreitet, als der Blick vom Gras löst, über die Sträucher nach oben wandert und dahinter die zur Zeit sehr markanten Juwelen am Winterabendhimmel erkennt.
Man könnte an dieser Stelle beginnen zu philosophieren, was sein würde, wenn es den Individuen gelänge, durch Ansammeln kleiner Glücksmomente zufriedener zu werden und damit vielleicht die Gesellschaft und herrschende Umstände zu verändern – aber nein, das Thema ist denn doch zu komplex.
—————————————–
An diesem mondhellen Abend, an dem der uHu mit einem nur recht diffusen Plan unterwegs ist und lediglich „normale“ Sternfotos vermeiden möchte, erscheint im Nachhinein beim Sichten der entstandenen Bilder eine dreigeteilte Darstellungsform der Wirkung wegen am Besten. Es soll kein übliches Panorama werden, der Blick soll zwar von Ost nach West oder West nach Ost durchs Dickicht schweifen und dabei den Zusammenhang erkennen, der Bruch ist dennoch gewollt, denn jedes einzelne Bild kann eine eigene Bedeutung haben oder vielleicht sogar Geschichte initiieren.
„Mondschnee liegt auf den Wiesen“
Der Titel von Eva Strittmatters Gedicht soll auch der Titel dieses Bildes sein.
Mit Mars – linkes Bild und Venus – rechtes Bild sind die beiden erdnächsten und trotzdem Millionen von Kilometern entfernten Planeten über dem reifstarren Gras zu sehen, mit Orion gleitet der Blick vom Allernächsten, dem Gras, in dem man gerade kniet, auf die Lichtjahre entfernten Sterne. So klein und zerbrechlich ist das, worauf wir leben und so dünn ist die Schale, die uns vor der Unendlichkeit da draußen schützt. Das wäre nach dem Abschnitt „Glücksmoment“ die zweite Geschichte, die sich aus der erlebten Situation ergeben würde.
Und vielleicht fallen Euch beim Betrachten noch ganz andere Dinge ein.
Ich bin gespannt.
Mit diesem Beitrag möchte ich mich für die kommende Zeit erst einmal wieder in eine Art Blogpause verabschieden, ich freue mich, wenn Euch auch in den Bildsammlungen oder „Galerien“ auf dieser Seite noch das eine oder andere Bild gefällt und Ihr immer mal wieder vorbei schaut.
Bis demnächst.
Euer (in Kürze wieder radelnder) uHu


I will miss your beautiful posts. Hoping this time away from Planet Blog is filled with happiness for you.
LikeGefällt 1 Person
Thank you so much 🙂 Have a good time.
LikeGefällt 1 Person
Das ist einfach wunderbar. Auch diese Sprache.🙏💕✨🌌❄️🍀
LikeGefällt 1 Person
Vielen Dank 🙂
LikeLike
Ein schöner Beitrag. Lyrisch. Ich habe seltene Momente, in denen ich merke, wie gut alles ist.
LikeGefällt 2 Personen
Danke Lynette, da geht es mir genauso. Aber mittlerweile kenne ich mich selbst ganz gut und kann solche Momente gezielt suchen.
LikeGefällt 1 Person