Keine Speicherkarte

Die Wolkendecke reißt auf, im Südwesten blinken nah beieinander Saturn und Jupiter und endlich rafft sich auch der radelnde uHu auf, bei einbrechender Dunkelheit kurz entschlossen an den nächsten See zu radeln.
Das Ganze sieht vielversprechend aus, die beste Gelegenheit, mal wieder Sternenlandschaften abzulichten, alles ist im Rucksack verstaut, los gehts.
Und schon Minuten später steht man ein paar Kilometer weiter am finsteren Ufer, baut das Stativ auf, schraubt die Kamera auf den Kugelkopf, fingert den Fernauslöserstecker in die Buchse und will loslegen… Und…
KEINE SPEICHERKARTE !!!!

Och nööööööööööööööö – das kann doch nicht wahr sein!!!!!
An alles gedacht, aber die Speicherkarte – die steckt noch warm und geborgen im Kartenleser zu Hause.
Die Ersatzkarte… (???) Nö, die liegt warm und geborgen auf dem Schreibtisch.
WLAN-Funktion, aktivieren, vielleicht kann man gleich aufs Handy…
Nö – Passwort falsch – das richtige vergessen.
Und drüben blinken höhnisch Saturn und Jupiter überm See.
Grummelnd packt der nun sehr frustrierte uHu seinen Kram wieder in den Rucksack – außer Spesen – na ja, ne Nachtfahrt hat auch ihren Reiz – nix gewesen.
Ohne die beiden Riesenplaneten noch eines Blickes zu würdigen – die können ja eigentlich nix dafür – geht es zurück. Zu Hause angekommen, wird die Karte flugs in die Kamera gesteckt, dann wenigstens die Havarie-Variante – Sternenlandschaft knipsen in den Wiesen am (bei der anhaltenden Trockenheit nicht mehr fließenden) Flüsschen.
Unweit des Weges, zwei Jugendliche, die sich mit ihren Bierflaschen auf der nahen Bank niederlassen, finden es ungemein spannend, die Dame mit dem Hündchen hat schnell vor dem unheimlichen Typen, der da im Dunklen mit seinem Brimborium beschäftigt ist, die Flucht ergriffen.
Immer mal gut angeleuchtet von den Zaun- oder Bank-Bier-Gästen werden also pro Forma wenigstens noch ein paar Bilderchen aufgenommen. Damit das Ganze nicht ganz umsonst heute war.

Und so ist der Anblick (von Dunkelheit bei der heftigen Lichtverschmutzung durch Dörfer und Gewerbegebiete keine Spur) trotzdem ganz gut zu genießen. In der Mitte das Sternbild Fuhrmann mit dem hellsten Stern Capella, rechts daneben der Sternhaufen des Regengestirns, der Hyaden mit dem gelblichen Aldebaran und darüber die bläulich glitzernden Edelsteine der Sieben Schwestern, der Plejaden.

Anbei also mal beide Panoramen – ich hoffe, Ihr habt Freude daran.

21 Kommentare zu „Keine Speicherkarte“

  1. Du Armer! Das tut schon beim Lesen weh! Mir ist das ein Segen noch nie passiert, aber Speicherkarten mit ungenügend Speicherplatz schon öfters. Das ist ein Greuel, weil man ständig am Löschen ist, was den Saft der Batterie so ziemlich aussaugt.
    Dennoch, Deine Alternativbilder sind doch wunderbar geworden!!

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  2. Meine Speicherkarte bleibt immer in der Kamera. Wenn ich nach Hause komme, übertrage ich die Bilder sofort auf eine Festplatte. Dies schließt natürlich niemals eine Vergessenheit 100% aus. 🙂 Doch nog schöne Fotos.

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  3. Guten Morgen Pechvogel,
    ist mir auch schon diverse Male passiert und ich habe mich grün geärgert, besonders dann, wenn ich schon fast eine Stunde im Auto saß. Seitdem habe ich immer eine Speicherkarte im Auto und im Portemonnaie.

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